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Was Mamasein mit Bhakti-Yoga zu tun hat

Hallo und Namaste,

 

viele Jahre habe ich in Indien gelebt und habe mir überhaupt nicht vorstellen können, eine eigene Familie zu gründen. Das liegt unter anderem daran, dass es in Indien einen ganz besonderen spirituellen Weg gibt, nämlich den Weg der Entsagung. Und diesen Weg bin ich auch schon in früheren Zeiten sehr lange gegangen.

Der Weg der Entsagung ist auch der Weg der Sannyasins. Das heißt, man entsagt bewusst allen Luxusgütern, allen Anhaftungen in der Welt, zu denen eben auch die Familie gehören kann.

 

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Ich bin diesen Weg über zehn Jahre gegangen und war sehr, sehr glücklich. Ich habe in mir geruht und gemerkt, dass ich gar nicht viel im Außen brauche, um wirklich und wahrhaft glücklich zu sein. Das heißt, ich habe tatsächlich auch eine Zeit lang geglaubt, Familie und Spiritualität würden nicht so ganz zusammenpassen. Und als ich dann irgendwann meine Familie gegründet habe, sind meine früheren Freunde und Bekannten geradezu aus allen Wolken gefallen. „Ausgerechnet du“ sagten sie, „das hätten wir uns niemals vorstellen können, dass ausgerechnet du eine Familie gründest, wo du doch auch wirklich Angst hattest davor, in die sogenannte Maya“ – so nennt sich das, also in die Illusion – „einzutauchen. Und bringt dich die Familie nicht jetzt komplett zurück in die Maya? Und wie ist das, wie kann das überhaupt gehen, ein spirituelles Leben zu führen mit Kindern?“

Ja, ich kann nur sagen: Es ist möglich. Und mehr – Kinder zu bekommen, ist das Schönste, was mir je passiert ist. Ich bin so dankbar, dass ich diesen Weg durch verschiedene Umstände dann doch noch gewählt habe.

 

Wahrhaft Bedürfnissorientiert mit Babys und Kindern leben

Es gibt einen Begriff in Indien – Bhakti-Yoga. Bhakti heißt so viel wie Hingabe. Und zwar Hingabe an alles, was ist, an alles, was da ist. Das bedeutet, dass wir auch geben, ohne etwas zurückzuerwarten.

Mein Gefühl ist, dass Mama zu sein, eine wirklich echte Vollblut-Mama zu sein, ganz, ganz viel mit Bhakti-Yoga zu tun hat.

Es ist einfach so: Ein kleines Baby, was man mit einem Babyphone in einen anderen Raum legt und dann nur hingeht, wenn man Lust hat, und es auch schreien lässt – das ist natürlich kein Bhakti-Yoga. Aber die Art und Weise, wie wir unsere Kinder erziehen und wie wir mit ihnen leben, erleben wir besonders intensiv. Ich kann sagen, dass ich es auf jeden Fall auch als einen besonders spirituellen Weg empfinde.

 

Familienbett – so gibt es kein Weinen in der Nacht

Das Baby will uns nicht ärgern wenn es nachts aufwacht und weint. Es möchte einfach Nähe, es möchte Begegnung, es möchte getragen und gefühlt werden. Es möchte wissen, dass Mama und Papa da sind. Deswegen haben wir auch, jetzt mittlerweile schon beim zweiten Kind, ein sehr erweitertes Familienbett. Wobei wir ja ein kleines Haus in Indien und auch ein größeres Seminarhaus in Deutschland haben. An beiden Orten gibt es eben dieses Familienbett, in dem wir alle schlafen. Das heißt, die Kinder spüren uns Tag und Nacht. Und wenn unser kleines Baby aufwacht, dann sind wir auch für das Baby da.

Wir sind komplett mit dem Herzen dabei, diese kleinen Seelen – diese großen Seelen, muss man sagen – die in diesen kleinen Körpern wohnen, schnell in diese Welt hineinzubegleiten.

Und für mich hat das sehr, sehr viel mit Bhakti und Hingabe zu tun. Denn die Kinder warten nicht, bis ich ausgeschlafen habe, oder fragen auch nicht, was ich gerade möchte. Sondern von mir wird auf jeden Fall Hingabe erwartet.

 

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Warum drohen so viele Eltern ihren Kindern?

Dabei sehe ich so viele Menschen und auch so viele Eltern, die diese Hingabe nicht haben. Manchmal macht mich das sehr, sehr traurig. Wenn ich in Deutschland auf die Spielplätze gehe höre ich manchmal, wie Kindern gedroht wird: „Hey, wenn du jetzt nicht sofort herkommst, dann passiert was ganz Schlimmes“, oder „Wenn du jetzt nicht herkommst, dann kannst du was erleben.“ Diese Drohung, die ich höre, und auch teilweise der Tonfall, wie manche Eltern mit ihren Kindern sprechen, gehen mir schon echt ans Herz. Ich bin mittlerweile sehr dankbar, dass ich doch ein gewisses Bewusstsein für solche Situationen entwickelt habe. Natürlich sind wir alle Menschen, und auch ich werde mal ärgerlich und ungeduldig. Ich denke, das ist ganz normal im Mamasein. Keine Mama ist perfekt. Und diesen Stress zur Perfektion sollten wir uns auch nicht machen. Dennoch denke ich, dass es wirklich sehr wichtig ist, komplett mit Herz und Seele dabei zu sein und wirklich mit kompletter Hingabe, ja, unsere Arbeit – nämlich hier ganz wunderbaren Seelen in die Welt zu helfen – mit viel Liebe zu machen, ohne Drohung.

Dabei nehmen wir die Kinder mit auf den Weg, ohne sie abzuschieben, betrachten sie als wahrhafte, echte und gleichwertige Wesen, mit denen wir sprechen und die wir eben nicht einfach nur als Erziehungsobjekte sehen, sondern mit denen wahre Begegnungen möglich sind, von Herz zu Herz, von Seele zu Seele.

Bhakti heißt auch, dass man auch etwas macht, was nicht immer nur dem eigenen Ego gefällt. Für mich bedeutet, Mama von zwei kleinen Kindern zu sein, auf jeden Fall der Weg des Bhakti-Yogas.

 

Eltern sein ist auch ein Weg zur eigenen Bewusstseinsbildung

Ich habe mich jetzt auch oft gefragt: Warum brauchen Kinder die Eltern so lange? Wenn man sich bei unseren Mitgeschöpfen umschaut, sind bei Tieren die Kleinen so schnell selbstständig, sie können schon so schnell alleine laufen und brauchen die Mama und den Papa nicht so eng. Aber bei Menschen ist das anders. Nach meiner Vorstellung gibt es dafür eben auch einen spirituellen Grund. Ich glaube schon, dass jeder, der Kinder hat, sehr, sehr daran wachsen kann, auch spirituell; und dass der spirituelle Weg eben nicht bedeuten muss, allein Sannyasins zu sein und sich zurückzuziehen. Für eine gewisse Zeit kann das für viele Seelen ein sehr guter Weg sein, sicherlich auch ein Weg, den man akzeptieren kann.

Aber auch das Elternsein ist ein sehr intensiver Weg zur Hingabe und zur, ja, zur Selbstbeobachtung, zur Selbstreflexion und zum Dienen, zum sogenannten Karma-Yoga. Ich glaube, dass Elternsein das größte Karma-Yoga ist, was man machen kann. Ich wünsche, dass ganz, ganz viele Seelen auch Eltern haben, die dies auch gerne und aus vollem Herzen machen. Denn das, was wir unseren Kindern geben, geben sie auch weiter – und nur so kann unsere Gesellschaft heilen. Nur die Liebe und die Achtung von so zarten Seelen, die noch so formbar sind, wird auch unsere Gemeinschaft positiv beeinflussen und unsere Welt, in der wir alle leben.

Für alle Frauen biete ich nun erstmalig eine besondere Indienreise im Oktober 2018 an,
hier gibt es alle Infos

Und ab Juli findet eine ganz besondere Webinarreihe für Mütter statt, in der ich viele wichtige Mantren weiter gebe:
hier alle Infos

 

Namasté,

liebe Grüße

eure Bharati mit Martin
(und dem Spiritbalance-Team)

 

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