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Mantra
Lebendiges Wort, den Atma erweckendes Wort. Der Mantra gilt als eins mit jenem Aspekt Gottes, der durch den Mantra angerufen wird. Die Essenz des Mantra ist immer ein Name Gottes. Das Wort Mantra wird hergeleitet von 'man' (denken) und 'tra' (der Retter, der Befreier), also, "er rettet jenen, der ihn denkt". Im gegenwärtigen Kaliyuga liegt die einfachste Form des Gottdienens im Singen oder Sprechen des Maha-Mantras,
Hare Krsna Hare Krsna Krsna Krsna Hare Hare
Hare Rama Hare Rama Rama Rama Hare Hare,
der aus drei Namen Gottes besteht. Das aufrichtige Singen oder Sprechen dieses Mantras entfaltet selbst bei jenen seine Kraft, die noch nicht vorschriftsgemäss eingeweiht sind. Die Einweihung (Initiation), bzw. die Vermittlung der richtigen inneren Haltung durch den echten Guru, wird dennoch zu einer zwingenden Notwendigkeit.

Mantras
Wortbedeutung
Mantras finden sich in vielen Kulturen, auch wenn sie oft nicht so genannt werden. Auch im Yoga haben Mantras von alters her eine große Bedeutung. Mantras sind Worte oder Silben, die eine besondere magische oder spirituelle Kraft in sich tragen.
Das Wort Mantra besteht aus den Wurzeln man (denken; fühlen; wahrnehmen / manas: Denken; Verstand; Seele; das, was den Menschen ausmacht) und tram (helfende, schützende Kraft).
 
Allgemeines
Mantras bestehen aus bija, den sogenannten Keimsilben. Ein Bija-Mantra ist ein Mantra, das aus nur einem Sanskrit-Buchstaben (= aus einer Silbe) besteht. Mantras können meist nicht wörtlich übersetzt werden und sind oberflächlich betrachtet ohne Sinn und Bedeutung. Bei tieferer Betrachtung sind Mantras machtvolle Klangenergien. Wie ein Same, der auf fruchtbaren Boden fällt und keimt, können Mantras im Inneren des Sadhaka (= Suchender; Schüler) ungeahnte Kräfte entfalten und letztendlich zur Verwirklichung seiner wahren Natur führen. Manche sagen, ein Mantra kann nur wirken, wenn es absolut korrekt ausgesprochen wird. Andere sind der Überzeugung, dass in erster Linie wichtig ist, dass die Äußerung von Herzen kommt. Letzterer Überzeugung schließe auch ich mich an, wobei natürlich die korrekte Aussprache versucht werden soll.
Aus Klang ist alles entstanden, Klang ist der Ursprung von allem.
Auch jedem Planeten kann eine bestimmte Frequenz, also ein bestimmter Klang zugeordnet werden.
Klänge sind sehr machtvoll. Denken wir nur einmal an unsere ganz normale Alltagssprache. Jedes Wort assoziiert der Geist mit einer bestimmten Form, einem bestimmten Inhalt. Selbst unsere Alltagssprache ist sehr machtvoll: Worte können verletzen oder erfreuen, traurig oder aber fröhlich machen. Auch Musik hat großen Einfluss auf unseren Geist. Jeder konnte sicherlich an sich selbst schon beobachten, dass bestimmte Musik beruhigend, andere Musik dagegen innerlich aufwühlend wirkt. Wie machtvoll müssen dann erst die Klänge eines Mantras sein, denen eine ganz spezielle Energie innewohnt!
Jeder Klang erzeugt eine ganz spezifische Schwingung und Energie. Ein Mantra ist die im Klangkörper manifestierte göttliche Kraft. Diese dem Mantra innewohnende Kraft ist die Mantra-Shakti.
Manche Ärzte in Indien geben ihren Patienten ein Mantra als Medizin. Die Schwingungen der Töne wirken heilend auf den Körper.
Eine Geschichte, die ich hier nur in stark verkürzter Form wiedergeben will, erzählt von einem Wanderer, der von einem Priester gebeten wurde, kühlende Sandelpaste für dessen Gäste herzustellen. Der Wanderer fuhr mit der Rezitation des Mantras, in die er gerade vertieft war, fort und bereitete währenddessen die Paste. Unglücklicherweise bezog sich das Mantra auf Agni, den Gott des Feuers. Als die Paste später den Gästen gereicht wurde und diese sie auf ihre Haut auftrugen, verspürten sie plötzlich eine unerträgliche Hitze in sich aufsteigen. Zum Glück konnte man den Wanderer noch finden. Er stellte noch mal eine Sandelpaste her, diesmal unter Meditation auf den Gott des Wassers. Den Gästen konnte so die notwendige Erleichterung verschafft werden.
 
Japa
Japa ist die Wiederholung eines Mantras. Es gibt drei Arten der Mantra-Rezitation. Die erste ist das laute Singen oder Sprechen des Mantras. Es kann aber auch flüsternd oder in vollkommener Stille indem sich nur die Lippen bewegen und die Klänge formen wiederholt werden. Die dritte und schwierigste Art der Rezitation ist die rein gedankliche Wiederholung / Vorstellung des Mantras im Geiste. Man kann auch zwischen den drei Möglichkeiten abwechseln, um den Geist am Abschweifen zu hindern.
Häufig dienen Mantras als Meditationshilfe, ähnlich der Konzentration auf den Atem. Japa hilft, den Geistesstrom wieder zu zentrieren, wenn er zu äußeren Objekten wandert.
Zum Zählen der Wiederholungen wird oft eine Mala (Gebetskette, ähnlich unserem Rosenkranz) mit 108 Perlen verwendet.
108 ist im Hinduismus eine heilige Zahl, so werden z.B. Shiva 108 Namen zugeordnet.
Japa fördert die Konzentration und die Geistesbeherrschung.
Wird das Mantra mit wahrer Liebe und Hingabe über längere Zeit rezitiert, werden die Klangschwingungen die Übende mehr und mehr durchdringen. Ihr Geist wird immer ruhiger und klarer werden und sie wird immer höhere Einsichten gewinnen.
Wie im Hatha-Yoga ist auch hier das höchste Ziel, Samadhi zu erreichen.
Hat der Schüler (noch) kein persönliches Mantra von seinem Guru erhalten, so obliegt es seiner Entscheidung, welches Mantra er rezitieren will. Es wird sich bei ihm das Gefühl einstellen, welches Mantra zu ihm passt, welches auf seiner momentanen Stufe das richtige für ihn ist.
 
Mantra-Einweihung
Die Mantra-Einweihung ist eines der ältesten Rituale in der indischen Kultur.
Das persönliche Mantra, das ein Schüler von seinem Guru erhält, verschafft diesem die Möglichkeit des Zugangs zur Erfahrung der allerhöchsten Wirklichkeit. Der Lehrer legt sozusagen den Samen in den Schüler. Dessen Pflicht ist es dann, diesen zu pflegen und zu kultivieren, um ihn gleich einer empfindlichen Pflanze am Wachsen zu halten, um letztendlich die Früchte genießen zu können.
Der Schüler muss sich bewusst sein, dass er mit einem Mantra etwas sehr wertvolles bekommt und damit auch die Verantwortung übernimmt, diesen Schatz entsprechend zu hüten.
Je nach Schule und Tradition gibt es bestimmte Einweihungsrituale. Als Beispiel möchte ich das der Tradition von Swami Sivananda kurz beschreiben: Der Schüler trägt helle, möglichst weiße Kleidung, die Reinheit und Offenheit symbolisiert. Der Schüler bringt Blumen und Früchte als symbolische Geschenke für das Mantra und die spirituellen Früchte, die es tragen soll und einen Geldbetrag nach eigenem Ermessen als Opfer dar. Das Mantra wird dann genau erklärt und dem Schüler vorgesprochen, der es dann wiederholt. Gleichzeitig mit der Einweihung gibt der Schüler das Versprechen, täglich 20 Minuten mit dem Mantra zu meditieren und so den Samen und das sich daraus entwickelnde Pflänzchen zu pflegen.
Ich habe an dieser Stelle dem Yoga-Vidya-Team für die Beschreibung des Rituals zu danken.
In der alten indischen Tradition erhielt ein Schüler erst ein Mantra von seinem Guru, nachdem er jahrelang bei diesem „in die Lehre gegangen war“, mit ihm gelebt und ihm gedient hatte und von seinem Lehrer als reif dafür empfunden wurde.
 

Fortsetzung folgt

 

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Kommentar

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Kommentiert von Herbert am 14. Mai 2011 um 4:17am
Kommentiert von Lara am 13. Mai 2011 um 11:12pm
auch super,mag ich auch sehr.:))
Kommentiert von Herbert am 13. Mai 2011 um 11:11pm
meins OM MANI PADME HUM
Kommentiert von Lara am 13. Mai 2011 um 7:39pm
Hare Krishna und Om Shanti sind meine Lieblingsmantras.:))

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