113. Hatha Yoga Pradipika

(Zitate aus der Hatha Yoga Pradipika)

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Gegrüßt sei Shiva, der das Wissen des Hatha-Yoga genau darlegte, welches den Anwärter stufenweise zu den höchsten Gipfeln des Raja-Yoga führt. Nachdem er zunächst seinem Lehrer Srinatha ehrfürchtig gedenkt, erklärt Yogi Swatmarama nun den Hatha-Yoga. Infolge der Unwissenheit und der Vielfalt der Meinungen sind die Menschen unfähig, das Ziel des Yoga zu erreichen. Aus Mitgefühl stellt daher Swatmarama die Hatha-Yoga-Pradipika zusammen. Möge sie die Unwissenheit vertreiben so wie eine Fackel die Dunkelheit vertreibt. Matsyendra, Goraksa und andere große Yogis wussten von der Weisheit des Yoga und dank ihres Wohlwollens lernte es Yogi Swatmarama von ihnen. Alle großen Meister zerbrachen die Herrschaft des Todes und durchstreifen als freie Seelen das Universum. Der Yogi soll Hatha-Yoga an einem abgeschiedenen Platz üben. Er soll in einem Land leben, wo eine gute Regierung herrscht, wo gute Menschen leben und wo man Essen leicht erhalten kann. Die guten Wirkungen des Yoga werden durch die folgenden 6 Ursachen zerstört: zuviel essen, zuviel Anstrengung, zuviel Geschwätzigkeit, zuviel Verhaftetsein an extremen Gebräuchen, zuviel Gesellschaft und zuviel Unbeständigkeit. Die folgenden 6 Ursachen bringen schnellen Erfolg: Mut, Kühnheit, Ausdauer, klarer Verstand, Vertrauen und Abgeschiedenheit. Wichtig sind außerdem: Selbstdisziplin, Ausdauer, Selbstvertrauen, Nächstenliebe, Zielstrebigkeit, Lesen in den Heiligen Büchern, Sittlichkeit, Urteilskraft, Genügsamkeit in äußeren Dingen, Verzicht auf alles Unwesentliche.

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114. Erfolg im Yoga

(Zitate aus der Hatha Yoga Pradipika)

Ob jung oder alt, dürr oder krank, derjenige, der die Trägheit ablegt, wird durch Yoga erfolgreich sein. Derjenige, der begeistert übt, wird erfolgreich sein. Durch das Lesen von Yogabüchern allein kann niemand Erfolg erlangen. Praxis allein ist das Mittel, welches zum Erfolg führt. Das steht fest. Daran gibt es keinen Zweifel. Mit Hilfe verschiedener Asanas (Yogaübungen) und Kumbhakas (Atemübungen) erreicht man, dass die innere Kraft erwacht. Asana, Kumbhakas und andere Techniken sollen geübt werden, bis sich der Erfolg im Yoga einstellt. Infolge der Unreinheiten der Energiekanäle fließt die Energie nicht durch den mittleren Energiekanal. Wie kann dann Erfolg bei der Erleuchtung erlangt werden? Nachdem der Yogi die Energiekanäle durch seine Yogaübungen gereinigt hat, wird er fähig, die Energie zu lenken. Wenn die schlafende Kundalini Energie durch das Wohlwollen eines Gurus erwacht (Einweihung, Segnung, Energieübertragung), dann werden alle Energieblocken beseitigt. Sushumna (der mittlere Kanal vom Beckenboden bis zum Kopf) wird der Hauptweg für den Energiestrom. Dann wird der Geist frei von allen Bindungen und die Angst vor dem Tod wird besiegt. Der Yogi, dessen Kundalini Energie dank der Gnade eines erleuchteten Meisters geweckt wurde und der allen Tätigkeiten entsagt (in der Ruhe lebt), erreicht mühelos Samadhi (Erleuchtung). Oh Parvati (Große Göttin)! Wenn der Geist und die Energie beruhigt sind, werden Krankheiten vernichtet und durch ihre Hilfe wird selbst der Tod überwunden. Dieses Stadium kann man nicht mit Worten beschreiben. Man erkennt es nur durch Selbst-Erfahren. Wenn der Geist sich mit Gott vereinigt, dann ist dort kein Dualismus mehr. Unaufhörliche Freude entsteht.

115. Swami Shivananda

Swami Shivananda (auch Sivananda geschrieben) lebte von 1897 bis 1963 in Indien. Er war einer der größten indischen Heiligen der Neuzeit. Von Beruf war er Arzt. Er lehrte den Yoga der Dreiheit (Trimurti-Yoga), die Verbindung von Hatha-Yoga (spirituelle Übungen), Karma-Yoga (für eine glückliche Welt arbeiten) und Meister-Yoga (tägliche Verbindung mit einem erleuchteten Meister). Je älter Swami Shivananda wurde, desto mehr betonte er den Weg der umfassenden Liebe und das Ziel einer glücklichen Welt. Er setzte sich sehr für die Zusammenarbeit aller großen Religionen ein. Auch die Yogis untereinander sollten zusammenarbeiten. 1958 organisierte er eine Konferenz in Venkatagiri, bei der Sai Baba den Vorsitz führte. Swami Shivananda liebte den Humor. Bei ihm wurde viel geübt und viel gelacht. Als seine Schüler einmal ziemlich missmutig und unausgeschlafen zum Yoga-Unterricht kamen, veranstaltete er einen Lachwettbewerb. Er erzählte einen Witz und alle begannen zu lachen. Nach und nach kamen immer mehr Menschen zusammen und lachten mit. Zum Schluss wusste keiner mehr worum es ging und alle waren fröhlich. Swami Shivananda verfasste das Lied der achtzehn Eigenschaften, die ein Yogi besitzen sollte. Die Heiterkeit steht dabei an erster Stelle. An die zweite Stelle setzte er die Regelmäßigkeit. Nach der Auffassung von Swami Shivananda ist regelmäßiges tägliches Üben der entscheidende Punkt, wenn man das Ziel des inneren Glücks erreichen möchte. Die weiteren Eigenschaften sind Wahrhaftigkeit, Ernsthaftigkeit, Integrität, Reinheit, Ausdauer, Anpassungsfähigkeit, Festigkeit, Gelassenheit, Gleichmut, Demut, Einfachheit, Bescheidenheit, Edelmut, Großmut, Güte und Großzügigkeit.


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