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Gleichnis vom unverbesserlichen alten Mann

Es war einmal ein Mann, der in der Blüte seines Lebens viel Geld verdient hatte. Er hatte alle Freuden des Lebens genossen und war mächtig und einflussreich. Im Laufe der Jahre büßte sein Körper an Vitalität ein. Er wurde schwach und erschöpft. Trotzdem wünschte er nicht, dass außer seinen alten Freunden jemand zu ihm kam. Er war ängstlich darauf bedacht, keine spirituellen Menschen zu empfangen aus Furcht, sie könnten nicht-weltliches Gedankengut verbreiten und so das materielle Wohlergehen seiner Familie behindern. Mit einem schweren Krückstock in der Hand saß er am Eingang, so dass niemand unbemerkt vorbeikam. Da er nicht mehr gut sah, fragte er jeden, der das Haus betreten wollte: "Wer bist du?" und erlaubte nur seinen alten Freunden, einzutreten. Selbst die Priester und Heiligen, die kamen, um ihn und das Haus zu segnen, hielt er fern. Schließlich starb er. Nach seinem Tod versammelten sich die Gläubigen im Haus, sangen Bhajans (Loblieder) und Sankirtans (gemeinsames Mantrasingen) und verwandelten das Haus in ein wahrhaftiges Vaikuntha (mytholog. Wohnstätte Vishnus, des Schöpfergottes; der Himmel).

Im Herzen materiell orientierter Menschen manifestieren sich Wünsche in all ihrer Stärke. Die Erfahrungen und Tiefschläge im Laufe des Lebens sowie die abnehmende Lebensenergie schwächen das Verlangen allmählich ab. Aber selbst dann, in diesem beträchtlich geschwächten Zustand, sitzt das Verlangen nach Sinnesbefriedigung am Eingang zum Geist und erlaubt keinem erhabeneren Gedanken, in den Geist einzudringen. Mit dem großen Stock der Täuschung und des Zweifels schlägt es alle göttlichen Einflüsse in die Flucht. Aber die Gnade Gottes kommt herab und das Verlangen stirbt. Der göttliche Einfluss dringt in die individuelle Seele ein und hilft dem Menschen, seine göttliche Natur zu verwirklichen."

Swami Sivananda

von Swami Sivananda

Copyright The Divine Life Society
Aus dem Buch:
Parabeln, nach Sivananda,

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