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Die Geschichte von Cudala und Sikhidhvaja aus der Yoga Vasistha

Om
es folgen Auszüge aus der Yoga Vasistha dieser Geschichte aus dem englischen übersetzt, ...damit man sehen kann, in welcher Form innerhalb dieser Schrift vorgegangen wird – nämlich hauptsächlich in Diskussionsform Frage/Antwort.

Die zu komplexen Ausführungen habe ich weggelassen, das wäre hier zu weit gegangen, und es wären etwa 20 Seiten mehr geworden.

Die Yoga Vasistha ist eine Werbung für Jnana und direkte Erkenntnis, und spricht sich manchmal recht offen aus gegen „indirekte“ Techniken.

Auszüge aus dem Text unten:

„Er warf seine Rosenkette fort: „Ich bin befreit von der Illusion, dass die Wiederholung eines Mantra heilig ist, und so brauche ich dich nicht mehr.“

„Alle diese (Entsagung, etc. ) sind indirekte Methoden. Warum sollte man nicht die direkte Methode der Selbst-Erkenntnis wählen?“

„In der Tat, Jnana ist das Höchste denn durch Jnana realisiert man den Einen, der allein ist.“

„Wenn jemand kein Jnana hat, dann hängt er an Kriya: wenn jemand keine guten Kleider zum Tragen hat, dann hängt er an einem Sack.“

„ Der, der nicht die Selbst-Erkenntnis erreicht hat versucht sich ein Stückchen Glück zu ergattern mit der Durchführung von Ritualen. Wer kein Gold kennt hängt am Kupfer. „

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Und nun lest Auszüge aus der wörtlichen Übersetzung dieser Geschichte, die ich der Erzählung auf der Yoga Vidya Seite
http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Artikel/KoniginChudula.html , die sehr lustig, aber auch sehr frei nacherzählt ist, der Vollständigkeit halber hinzufügen möchte.

Geschichte von Cudala und Sikhidhvaja
Swami Venkatesananda 1993 , State University of New York
The Story of Sikhidhvaja and Cudala S. 422
Yoga Vasistha , Kapitel „On liberation“, ab S.440


SIKHIDHVAJA

„Ich bin König Sikhidvaja. Ich habe mein Königreich aufgegeben. Ich scheute dieses Samsara, in welchem man immer wieder und wechselweise Vergnügen und Schmerz erfährt, Geburt und Tod. Jedoch, obwohl ich überall hin gewandert bin und obwohl ich starke Entbehrungen auf mich nehme, habe ich nicht Frieden und innere Ruhe gefunden. Mein Geist ruht nicht. Ich verliere mich nicht in Aktivitäten noch suche ich irgendetwas zu gewinnen, ich bin allein hier und hänge an nichts; trotzdem bin ich leer und es fehlt die Erfüllung. Ich habe alle Kriyas (Yogische Methoden) ununterbrochen geübt. Aber ich schreite nur von Sorge zu größerer Sorge; und sogar Nektar verwandelt sich für mich in Gift.

Der BRAHMANA (Cudala) sagte:
Ich fragte einst meinen Großvater: „Was ist höher, Kriya (Handlung, die Praxis einer Technik) oder Jnana (Selbst-erkenntnis)?“ Und er sagte zu mir:

„In der Tat, Jnana ist das Höchste denn durch Jnana realisiert man den Einen, der allein ist. Auf der anderen Seite, Kriya ist beschrieben worden in farbigen Tönen, als ein Zeitvertreib. Wenn jemand kein Jnana hat, dann hängt er an Kriya: wenn jemand keine guten Kleider zum Tragen hat, dann hängt er an einem Sack.

„Weder die vasana (Selbstbegrenzung oder Konditionierung) noch der IchSinn ist eine Reale Einheit. Sie steigen auf wegen Unbewusstheit. Wenn diese Dummheit verschwunden ist, dann ist die Realisation da, dass all dies Brahman ist and es keine Selbstbegrenzung gibt. Wenn Vasana da ist, dann ist Mind; wenn die Vasana im Geist endet, ist Selbsterkenntnis da. Wer Selbsterkenntnis erreicht hat, ist nicht geboren.

Daher haben sogar die Götter, Brahma und andere erklärt, dass die Selbsterkenntnis allein das Höchste ist. Warum bleibst du unwissend? Warum denkst du: „Dies ist der Kamandalu“ und „dies ist ein Stock und bleibst in Unwissenheit versunken? Warum erforscht du nicht: „Wer bin ich?“, Wie ist diese Welt entstanden“? und „Wie endet dies alles?“ Warum erreichst du nicht den Zustand der Erleuchtung durch Nachforschen in die Natur der Gebundenheit und Befreiung? Warum verschwendest du dein Leben in diese vergeblichen Entbehrungen und andere Kriyas? Es ist durch Aufsuchen der Gesellschaft der Heiligen, indem man ihnen dient und nachforscht , dass man Selbsterkenntnis gewinnt.

BRAHMANA (Cudala): Nachdem du alles aufgegeben hast, bist du in diese Einsiedelei gekommen. Jedoch, eine Sache bleibt, die noch aufgegeben werden muss – dein Ich-Sinn. Wenn das Herz den Geist stillhält (die Bewegung des Geistes) ist Realisation des Absoluten: aber du wurdest überkommen durch den Gedanken der Entsagung, welchen deine Entsagung in dir geschaffen hat. Deswegen ist da kein Segen der aufsteigt von vollständigem Verzicht.
...

Als du in den Wald gingst, hast du das Nicht-Wissen (Ignoranz) ernsthaft verwundet, aber du gingst fehl, es zu zerstören durch das Abschaffen des Geistes oder der Bewegung von Energie in Bewusstheit. Deshalb ist diese Ignoranz wieder auferstanden....und hat dich in der Falle genannt Asketentum gefangen. (S.444)

Sikhidvaja ist bereit alles aufzugeben, auch sein asketisches Leben.
Den Wald (der nicht seiner war), seine Einsiedelei, die Hütte, seine letzten Dinge ...

„Wenn diese auch nicht meins sind, dann werde ich meine persönlichen Sachen, die Hirschhaut etc. und meine Hütte auch aufgeben.

Vasistha:
Indem er so sprach, sprang er auf von seinem Sitz. Während der Brahmana passiv zuschaute, sammelte Sikhidvaja alles was in der Hütte war und machte einen Scheiterhaufen daraus. Er warf seine Rosenkette fort: „Ich bin befreit von der Illusion, dass die Wiederholung eines Mantra heilig ist, und so brauche ich dich nicht mehr.“ Er reduzierte die Hirschhaut zu Asche. Er gab seinen Wassertopf (kamandalu) weg zu einem Brahmanen (oder warf ihn ins Feuer).

...
Dann legte S. Feuer an seine Hütte, die er unnützerweise gebaut hatte, geleitet durch seine vorherigen (falschen) Vorstellungen. Danach verbrannte er systematisch was immer es gab und was immer noch zurückgeblieben war. Er verbrannte oder warf alles weg, eingeschlossen seine eigenen Kleider.

Sikhidvaja glaubt, sein Ziel erreicht zu haben
S.: Erwacht durch dich, O Sohn der Götter, habe ich alle Ideen, die ich für so lange unterhielt, abgeschafft. Ich bin nun in reinem und segenreichem Wissen. Was auch immer als der Grund von Anbindung in meinem Geist sich beweist, geht hinweg und ruht in Ausgeglichenheit. Ich habe alles aufgegeben. Ich bin frei von aller Bindung. Ich bin in Frieden. Ich bin siegreich. Der Raum ist mein Kleid; Raum ist meine Behausung und ich bin wie der Raum. Gibt es irgendetwas hinter diesem höchsten Verzicht, o Sohn der Götter?

THE BRAHMANA (CUDALA)
Du hast nicht alles aufgegeben, O König: daher; handle nicht als ob du den Segen der höchsten Entsagung genießen würdest. Du hast etwas, wie es war, welches du nicht aufgegeben hast, das ist der beste Teil der Aufgabe. Wenn das also vollständig abgeschafft ist ohne einen Überrest zurückzulassen, dann wird du den höchsten Zustand erreichen, frei von Sorge.

S. überlegt und kommt zu dem Schluss, dass es sein Körper ist, den er noch aufgeben muss. Er will ihn auch gleich zerstören, Cudala hält ihn zurück.

THE BRAHMANA
...
Weiterhin, den Körper zu zerstören bedeutet nicht totales Aufgeben. Im Gegenteil, du wirfst etwas weg, welches eine Hilfe ist für so einen (vollständigen) Verzicht.

...
S.:Heiliger Herr, bitte sage mir, was es ist was aufgegeben werden sollte.

THE BRAHMANA
O Ehrwürdiger! Es ist der Geist (welcher auch durch die Namen Jiva, Prana, etc. benannt wird), welcher weder lebendig noch unlebendig ist und welcher in einem Zustand der Verwirrung ist welches das „Alles“ ist. Es ist dieser Citta (mind) welcher Verwirrung ist, es ist das menschliche Wesen, es ist die Welt, es ist alles. Es ist der Same für das Königreich, für den Körper, Frau und all den Rest. Wenn dieser Same abgeschafft wird dann ist totaler Verzicht von allem, das ist in der Gegenwart und sogar in der Zukunft.

All diese – gut und schlecht, Königreich und Wald – erzeugen Unruhe in dem Herzen von demjenigen, der mit Citta ausgestattet ist, und große Freude in dem der ohne Geist ist. ...
..
Es ist der Geist allein, auf den sich unterschiedlich bezogen wird als Buddhi, der Kosmos, der Ichsinn, Prana, etc.. Daher, sein Aufgeben allein ist totale Aufgabe. Wenn er endet, wird die Wahrheit sofort erkannt. Alle Vorstellungen von Einheit und Unterschiedlichkeit kommen zu einem Ende; dort ist Frieden.
Auf der anderen Seite, indem du aufgibst, was du als nicht-Dein betrachtest, erschaffst du eine Trennung in dir Selbst. Wenn man alles aufgibt, dann existiert alles in der Leere des einen unendlichen Bewusstseins. ...

Ähnlich, sogar nachdem der Geist aufgegeben wurde, wird das unendliche Bewusstsein existieren...
Jemand der alles total aufgegeben hat, wird nicht angegriffen von Furcht des Alterns, Todes und anderer solcher Ereignisse im Leben. Das allein ist höchste Glückseligkeit. Alles andere ist schreckliche Sorge. OM! ...

S.:
Bitte, erkläre mir die genaue Natur von diesem Citta (mind) and auch, wie man ihn loswerden kann so dass er nicht immer wieder und wieder sich erhebt.

KUMBHA:
Vasana (Erinnerung, feine subtle Eindrücke der Vergangenheit, Konditionierung) ist die Natur dieses Citta (mind). In der Tag sind sie alle gleichbedeutend. Sein Loswerden oder Aufgeben ist leicht, leicht zu erreichen, mehr Glück- bringend aus sogar die Herrschaft über ein Königreich, und schöner als eine Blume. Es ist sicherlich sehr schwer für eine dumme Person den Geist aufzugeben, so wie es schwer ist für einen Idioten ein Königreich zu führen.

Die letztendliche Zerstörung des Geistes ist die Auslöschung von samsara (der Erschaffungs-Zyklus). Es ist auch bekannt als die Still-legung des Geistes. Deshalb, reiße den Baum aus dessen Same die Ich-Idee ist, mit all seinen Zweigen, Früchten und Blättern, und ruhe im Raum in deinem Herzen.

Was bekannt ist als ICH erhebt sich in der Abwesenheit des Wissens um den Geist (Selbsterkenntnis); dies „Ich“ ist der Same des Baums bekannt als der Geist. Er wächst in dem Bereich des Höchsten Selbst welches auch durchdrungen ist von der illusionären Kraft bekannt als Maya. So wird eine Unterteilung erschaffen in diesem Feld und Erfahrung taucht auf. Damit erhebt sich die unterscheidende Kraft bekannt als Buddhi. Natürlich hat sie keine bestimmte Form, da sie nur die ausgeweitete Form des Samens ist....

Dies ist ein unheilvoller Baum. Versuche jeden Moment seine Zweige herunterzuschneiden und ihn auszureißen. Seine Zweige sind auch von der Natur der Konditionierung, von Konzepten und Vorstellungen. Sie (die Zweige) sind bestückt mit den Früchten von all diesen. Wenn du unberührt bleibst durch sie, durch die Stärke deiner Intelligenz (Bewusstheit) werden diese vasanas größtenteils geschwächt. Du wirst in der Lage sein, den Baum ganz auszureißen.
Die Zerstörung der Zweige ist zweitrangig; die vorrangige Sache ist ihn auszureißen.

Wie wird der Baum ausgerissen? Indem man sich mit der Nachforschung in die Natur des Selbst beschäftigt - „Wer bin Ich“? Diese Nachforschung ist das Feuer, in dem der Samen die die Wurzeln des Baums bekannt als citta (mind) vollständig verbrannt werden.

S.:
Wenn all dies – vom Erschaffer bis zum Pfeiler – unwirklich ist, wie ist dann die reelle Sorge entstanden?
K.
Die Wahnvorstellung von der Welt-Existenz erhält Bestärkung durch die wiederholte Bekräftigung : wenn Wasser in einen Block gefroren wird dient er als ein Sitz. Nur wenn Ignoranz beseitigt wird erkennt man die Wahrheit; nur dann manifestiert sich der ursprüngliche Zustand. Wenn die Wahrnehmung der Verschiedenheit schwächer wird, dann endet die Erfahrung dieses samsara und du erscheinst in deinem eigenen ursprünglichen Glanz.

So bist du das höchste ursprüngliche Wesen. Dieser Körper, diese Form, etc. sind in Erscheinung gekommen aufgrund von Ignoranz und Missverständnis. All diese Vorstellungen von einem Erschaffer und einer Schöpfung von verschiedenartigen Wesen haben sich nicht als real beweisen lassen. Wenn die Ursache unbewiesen ist, wie kann man den Effekt als real betrachten?

All diese verschiedenartigen Kreaturen sind nur Erscheinungen, wie Wasser in einem Trugbild (mirage). Solch eine täuschende Erscheinung hört auf wenn man ihr nachforscht.

S.: Warum kann man nicht sagen, dass das Höchste Selbst oder das unendliche Bewusstsein (Brahman) die Ursache ist dessen Effekt der Erschaffer ist?

K.: Brahman oder das höchste Selbst ist einer ohne einen Zweiten, ohne Ursache und ohne einen Effekt, denn es hat keinen Grund (Motivation oder Bedürfniss) irgendetwas zu tun, irgendetwas zu erschaffen. Es ist daher nicht der Handelnde, noch ist es irgendeine Aktion, Instrument oder Same für eine solche Aktivität. Daher ist es nicht die Ursache für eine Schöpfung oder einen Schöpfer.
Daher gibt es so etwas wie eine Schöpfung nicht. Du bist daher weder der Ausführende von Handlungen noch der Genießer der Wahrnehmungen. Du bist das Alles, immer in Frieden, ungeboren und perfekt. Da es keine Ursache gibt (Grund für eine Schöpfung) , gibt es keinen Effekt bekannt als die Welt; die Welterscheinung ist nur Täuschung....
............
K.:..........
Das was als Ich-Bewusstsein scheint und welches das universelle Selbst ist , ist das, was als dieses Universum erscheint. Es gibt in der Tat keine wirkliche Unterscheidung zwischen dem universellen Selbst und dem Universum, so wie es keine Unterscheidung gibt zwischen der Luft und seiner Bewegung. Man kann sagen, dass zwischen den Wellen und dem Ozean es eine ursächliche Beziehung gibt in Begriffen von Zeit und Raum: aber im universellen Selbst gibt es so eine Beziehung nicht und daher ist das Universum ohne Ursache. In diesem unendlichen Bewusstsein schwebt dieses Universum wie ein Staubpartikelchen.

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K.: Welche Sorte von Glück (Zerstörung von Sorgen) erreicht man durch Entsagung? Höchstes und nicht-Endendes Glück wird erreicht nur durch äußerste Gleichmut. Welche Sorte von Glück wird im Himmel erreicht? Der, der nicht die Selbst-Erkenntnis erreicht hat versucht sich ein Stückchen Glück zu ergattern mit der Durchführung von Ritualen. Wer kein Gold kennt hängt am Kupfer.
...................
Sogar Ideen wie: „Dies sollte getan werden“, und dies ist zu unterlassen“ sind Tröpfchen dieses unendlichen Bewussstseins. Lass auch diese los und ruhe im Bedingungslosen. Alle diese (Entsagung, etc. ) sind indirekte Methoden. Warum sollte man nicht die direkte Methode der Selbst-Erkenntnis wählen?

Übersetzt von Satyamitra

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