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Das Wesen von Prana

Hinter der physischen Hülle, Annamaya Kosha, die aus der Essenz der Nahrung
aufgebaut ist, steht die Pranamaya Kosha, die Lebenshülle, die von Prana,
Energie, dem Lebensstrom aufgebaut ist. Dieses Prana lenkt den physischen
Körper. Dieses Prana erfüllt die ganze physische Hülle.

Prana stellt die Verbindung her zwischen dem astralen und dem physischen
Körper. Wenn der dünne Pranafaden durchtrennt wird, trennt sich der
Astralkörper vom physischen Körper. Der Tod tritt ein. Das Organ, das im
physischen Körper gewirkt hat, wird in den Astralkörper abgezogen.

Der Atem ist die äußere Manifestation von Prana, der Lebenskraft. Atem ist
grobstofflich. Prana ist subtil. Indem Kontrolle über den grobstofflichen Atem
ausgeübt wird, kann das subtile Prana im Inneren kontrolliert werden.

Das Ziel von Pranayama ist die Kontrolle des Pranas. Pranayama beginnt mit
der Regulierung des Atems, um Kontrolle zu erlangen über die Lebensströme,
die inneren Lebenskräfte.

Pranayama ist eine genaue Wissenschaft. Es ist das vierte Anga, oder Glied im
Ashtanga Yoga.

Pranayama und Lebenszeit

Yoga sagt, daß das Leben des Menschen aufgebaut ist aus soundso vielen
Atemzügen. Die Zahl der Atmungen pro Minute ist fünfzehn. Wenn man die
Zahl der Atmungen durch die Praxis von Kumbhaka oder Atemanhalten
reduzieren kann, oder den Atem anhalten kann durch Kechari Mudra, kann
man die Lebenszeit vergrößern.

Ausatmen ist Rechaka. Einatmen ist Puraka. Wenn der Atem stillsteht, ist das
Kumbhaka. Kumbhaka ist Atemanhalten. Kumbhaka verlängert das Leben. Es
steigert die innere spirituelle Kraft, Stärke und Vitalität. Wenn Du den Atem
eine Minute lang anhältst, wird diese Minute zu Deiner Lebenszeit
dazugezählt. Chang Dev lebte 1400 Jahre durch die Praxis vom Kumbhaka.

Patanjali betont nicht so sehr die Praxis der einzelnen Pranayamas. Er sagt:
“Atme langsam aus, dann atme ein und halte den Atem an. Dein Geist wird
fest und ruhig sein.” Erst Hatha Yogis entwickelten Pranayama zu einer
Wissenschaft und nennen verschiedene Übungen, die den verschiedenen
Menschen entsprechen.


Pranayamaübungen

Sitze in Padmasana oder Siddhasana (Diamantsitz oder Lotussitz) in Deinem
Meditationsraum vor dem Bild eines Meisters gleich welcher Religion.
Schließe das rechte Nasenloch mit dem rechten Daumen. Atme sehr, sehr
langsam durch das linke Nasenloch ein. Dann schließe auch das linke
Nasenloch mit dem kleinen Finger und dem Ringfinger der rechten Hand.
Halte den Atem an, solange es angenehm ist. Dann atme sehr, sehr langsam
durch das rechte Nasenloch aus, nachdem Du den Daumen gelöst hast. Das
war der halbe Vorgang. Dann atme durch das rechte Nasenloch ein. Halte
die Luft an wie vorher und atme sehr, sehr langsam durch das linke Nasenloch
wieder aus. Diese sechs Teile zusammen bilden ein Pranayama.
Mache zwanzig am Morgen und zwanzig am Abend.
Steigere langsam die Zahl.

Stelle Dir vor, daß alle göttlichen Eigenschaften, zum Beispiel Barmherzigkeit,
Liebe, Vergebung, Shanti, Freude usw. mit der eingeatmeten Luft in Dein
System eingehen, und daß alle teuflischen Eigenschaften wie Lust, Zorn,
Habsucht usw. mit der ausgeatmeten Luft ausgestoßen werden. Wiederhole
Om oder das Gayatri geistig während Puraka, Kumbhaka und Rechaka.

Du mußt Puraka, Kumbhaka und Rechaka so einrichten, daß Du nicht das
Gefühl hast zu ersticken oder ein Unbehagen in irgendeiner anderen Phase
des Pranayama verspürst. Du solltest nie das Gefühl haben, daß Du zwischen
zwei Runden einige Male normal atmen mußt. Die Dauer von Puraka,
Kumbhaka und Rechaka muß richtig bemessen sein. Die Übung verlangt
Vorsicht und Aufmerksamkeit. Die Dinge werden erfolgreich und einfach
werden.

Man darf die Phase der Ausatmung nicht unnötig verlängern. Wenn man die
Dauer von Rechaka verlängert, wird die darauf folgende Einatmung hastig
erfolgen und den Rhythmus stören. Du mußt Puraka, Kumbhaka und Rechaka
so sorgfältig regeln, daß es Dir absolut angenehm ist, und nicht nur ein
Pranayama machen, sondern das volle Ausmaß von verlangten
Pranayamarunden.


Erfahrung und Übung werden Dir helfen. Übung macht den Meister. Sei
ausdauernd. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, daß Du am Ende von Kumbhaka
ausreichend Luft haben mußt, um Rechaka mühelos und im richtigen
Verhältnis zu Puraka machen zu können. Das Verhältnis von Puraka,
Kumbhaka und Rechaka ist 1: 4: 2.

Es gibt viele andere Pranayamas. Suryabheda und Ujjayi erzeugen Hitze.
Sitkari und Sitali kühlen, Bhastrika erhält die Normaltemperatur. Suryabheda
beseitigt den Überschuß an Gasen; Ujjayi Schleim; Sitkari und Sitali Galle; und
Bhastrika alle drei.

Suryabheda und Ujjayi sind im Winter zu üben. Sitkari und Sitali sind im Sommer
zu üben. Bhastrika kann zu jeder Jahreszeit geübt werden. Menschen, deren
Körper auch im Winter warm sind, können Sitkari und Sitali im Winter üben.
Näheres über diese Übungen erfährst du von uns oder von guten Lehrern.



Was bedeutet Kontrolle des Pranas?

Pranayama hat einen wichtigen Platz in der Hindureligion. Prana ist mit dem
Geist verbunden; und durch den Geist mit dem Willen; und durch den Willen
mit der individuellen Seele, und durch sie mit der Höchsten Seele. Wenn Du
die kleinen Pranawellen, die durch den Geist wirken, zu kontrollieren verstehst,
wirst Du das Geheimnis der Unterjochung des universellen Pranas erfahren.

Wenn Du das Prana kontrollieren kannst, kannst Du vollständig alle Kräfte des
Universums kontrollieren - geistige und physische. Der Yogi kann auch die
allgegenwärtige, sich manifestierende Kraft kontrollieren, aus der alle Energie
stammt, sei es Magnetismus, Elektrizität, Schwerkraft, Anziehungskraft, die
Nervenströme, Lebenskräfte oder Gedankenschwingungen.

Der Yogi, der zu einem Fachmann in der Kenntnis dieses Geheimnisses wird,
hat keine Angst mehr vor irgendeiner Kraft, denn er hat die Meisterschaft über
alle Manifestationen der Kraft im Universum. Das, was gemeinhin die Kraft der
Persönlichkeit genannt wird, ist nichts anderes als die natürliche Fähigkeit
eines Menschen, sich seines Pranas zu bedienen. Manche Menschen sind im
Leben erfolgreicher, einflussreicher und faszinierender als andere. All das
beruht auf der Kraft seines Pranas. Solche Menschen manipulieren unbewusst,
jeden , denselben Einfluß, den der Yogi bewusst durch einen Befehl seines
Willens einsetzt.
Fortsetzung folgt

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Kommentar

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Kommentiert von gleis24 am 2. Juni 2010 um 7:48am
Hallo Klaus,

ich sehe das auch so wie hudschifudschi pubsiplumsi. Wenn ich davon ausgehe da ein Mensch durchschnittlich 15 Atemzüge pro Minute ausführt komme ich in 24 Stunden auf 34.560 Atemzüge. Durchschnitt ist Durchschnitt. Mal mehr, mal weniger. Bei Anstrengung nimmt auch der Atem zu. Viele Menschen atmen, unbewusst, recht flach. Gedanken, Körperfunktionen, Emotionen und Gefühle stehen in direkter Verbindung zum Atem. Durch diese beiden Pranayamas, ich lasse den spirituellen Kontext bewusst außen vor, kann die Atemqualität auf Dauer direkt gesteigert werden. In Folge dessen stellt sich auch eine Harmonisierung von Gedanken, Körperfunktionen, Emotionen und Gefühle ein. Und in Folge dessen vielleicht auch ein längeres Leben (außer dich erwischt ein LKW auf dem Bürgersteig weil Du durch die morgendliche Praxis 20 Minuten später aus dem Haus bist ...)

Ich nehme die Aussage "Der Mensch hat soundsoviel Atemzüge" nicht wörtlich. Habe dies aber auch schon häufig gehört. Ich sehe es so wie oben beschrieben.

Angenommen ich nehme die Aussage wörtlich, dann sind diese beiden Pranayamas eine gute Investition für mehr Atemqualität. haha. Rein rechnerisch: Ich investiere 3 x 200 Atemzüge Schnellatmung + 20 Runden Wechselatmung und erhalte dadurch einen niedrigeren Grundumsatz. Wenn Du deinen Grundumsatz nur um 1 Atemzug senkst sparst Du schon 1440 Atemzüge am Tag. Harmoniegefühle gibts Gratis! Mache Pranayama, noch heute. :)))
Kommentiert von hudschifudschi pubsiplumsi am 31. Mai 2010 um 10:42pm
Klaus: Wenn ich Kapalabhati oder die Feueratmung übe - verkürzt das meine Lebenszeit ?
lieber Klaus, ich denke mal nein.
Die besondere Technik des Ausatmens entgiftet den Körper, trainiert die Lunge, sorgt für eine maximale Sauerstoffzufuhr in allen Organen, fördert die geistige und körperliche Energie und regt die Organe in Bauch und Unterleib an. Dies gleicht das was du meinst möglicherweise wieder aus.
OM Shanti
fudschi

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