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Erleuchtung und Körperübungen

Es gibt da einen Abschnitt aus dem Buch "Ein Leben wie Du Gangaji - Gangajis Biographie" von Roslyn Moore, (nur zur Information, Gangaji ist eine Schülerin von Papaji und Papaji ist Schüler von Ramana Maharshi), den ich gern hier zitieren möchte, weil dieser Abschnitt mir eine Antwort auf eine Frage gegeben hat, die mich eine zeitlang beschäftigte:

"Es gab gleich nach meiner Begegnung mit Papaji eine Zeitspanne, in der alle mein Körperübungen wegfielen, aber sie war nicht von Dauer. Ich hörte sogar mit Yoga auf, das ich regelmäßig viele Jahre praktiziert hatte. Ich nahm dreißig Pfund zu und war kurz davor, richtig krank zu werden.
Teil des kulturellen Milieus um Papaji war die Leugnung des Körpers: "Der Körper bedeutet nichts. Gib ihm keine Aufmerksamkeit." Ich übernahm das für eine Weile. Dann erkannte ich, dass es nicht die Lehre ist, sondern dass es einfach nur Teil seiner Kultur ist. Ich fragte mich: "Was ist die Lehre?" Ich sah, dass es in Ordnung ist, sich um den Körper zu kümmern. [Papaji lief selbst täglich seine stracken Spaziergänge, um die fortschreitende Diabetis ein wenig einzudämmen und er somit weiterhin beweglich blieb.] Es ist in Ordnung, sich um die Erde zu kümmern. Es ist in Ordnung, sich um sein Haus zu kümmern, um seine Kinder, um seine Haustiere.
Es wurde mir ein wachsendes Bedürfnis, eine Unterscheidung zu machen zwischen dem, was kulturbezogen, und dem, was wahr ist. Die Körperübungen kehrten zurück, aber auf eine ganz andere Art und Weise. Nicht, weil dieser Körper mir irgend etwas geben sollte. Nicht, weil der Körper das beste Mittel für Vergnügen war oder weil ich physische Gesundheit mit Freiheit gleichsetzte. Das alles war überhaupt nicht der Grund. Nein, der Körper ist der Körper, und wenn er unnötiges Leiden verursacht, dann sollten wir uns darum kümmern."

Ich denke, der letzte Abschnitt berührt mich am Tiefsten - der Körper ist der Körper, und wenn er unnötiges Leiden verursacht, dann sollten wir uns darum kümmern. In der Satsangszene schwirren diese Worte herum, die auch viele Missverständnisse in sich birgen. Du bist nicht Dein Körper oder Verstand. Du bist DAS. Ich existiert nicht - nur in meinem Verstand. Etc. Das sind alles Aussagen, die sehr schnell missverstanden werden können und die auch missverstanden werden. Wieviele kranke 'Erleuchtete' gibt es mittlerweile? Es sind Einige...warum? Weiß ich nicht...aber Erleuchtung macht uns nicht unverwundbar. Ich weiß nicht, was Erleuchtung ist und wie es sich anfühlt, darum möchte ich auch weiterhin auf meinen Körper achten und ihn nicht als etwas Getrenntes vom Bewusstsein markieren. Auch wenn ich den Satz verstehe, dass ich nicht mein Körper bin, weiß ich, dass ich auch mein Körper bin. Also gehört er dazu und möchte gepflegt werden...so einfach ist das ;-)

om shanti

saradevi

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Kommentiert von Shivapriya (Sangini) am 16. Juni 2008 um 10:57am
Om Om Om Saradevi,

danke für den Text!!! Du hast vollkommen Recht... Wie sollen wir außerdem in der Lage sein, "fortgeschrittenere" oder suptilere Praktike zu üben, wenn uns unser Körper dabei stört? Swami Suddhananda sagt das sehr schön (ich weiß nicht ob ich es noch gut zusammenbringe): Der Körper ist dein Fahrzeug und deshalb kümmere dirch darum, damit du eine angenehme Fahrt hast. :-)

Om Shanti,
Sangini

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