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Bhrāmarī im Lichte der Haṭhayogapradīpikā

हठयोगप्रदीपिका haṭhayogapradīpikā (15. Jahrhundert)

Autor: नाथयोगिन् चिन्तामणि nāthayogin Cintāmaṇi (spiritueller Name : स्वात्माराम Svātmārāma;

Ehrentitel : योगीन्द्र yogīndra Yogī-König)


|| २ || द्वितीयोपदेशः dvitīyopadeśaḥ (2. Instruktion) - प्राणायाम prāṇāyāma

अथ भ्रामरी।
वेगाद्घोषं पूरकं भृङ्गनादं भृङ्गीनादं रेचकं मन्दमन्दम्।
योगीन्द्राणामेवमभ्यासयोगाच्चित्ते जाता काचिदानन्दलीला॥६८॥
atha bhrāmarī|
vegādghoṣaṁ pūrakaṁ bhṛṅganādaṁ bhṛṅgīnādaṁ recakaṁ mandamandam|
yogīndrāṇāmevamabhyāsayogāccitte jātā kācidānandalīlā||68||

Wörtliche Übersetzung:

Und jetzt bezüglich der Biene *

mit Kraft (vegāt) sonorem Geräusch (ghoṣam) Einatmung (pūrakam) (Summ)Ton (nāda) einer männlichen Biene (bhṛṅga), ganz langsam (mandamandam) Ausatmung (recakam) (Summ)Ton (nāda) einer weiblichen Biene (bhṛṅgī): so (evam) wird entstehen (jātā) infolge (yogāt) dieser Übung (abhyāsa) im Geist (citte) der Yogī-Könige (yogīndrāṇām) eine gewisse (kācid) Wonne-Lust (ānanda_līlā).

Freier übersetzt:

Und jetzt nach Bienenweise

kräftig und klangvoll einatmen mit dem Summton einer männlichen Biene, ganz langsam ausatmen mit dem Summton einer weiblichen Biene: infolge dieser Übung wird im Geist der Yogī-Könige eine gewisse lustvolle Glückseligkeit entstehen.
* भ्रमरी bhramarī f. weibliche Biene भ्रामरी bhrāmarī f. bezüglich der weiblichen Biene (einer der Namen von दुर्गा durgā)

Vgl. die Übersetzungen von Brian Dana Akers (ed. Haṭhayogapradīpikā 2002 sanskrit/english, p. 49)

A quick and resonant inhalation sounding like a bee; a very slow exhalation like a female bee. Thus a certain bliss and delight are born in the minds of goog yogis from doing Bhramari

und Gabriel ([spiritueller Name: Pradīpaka] argentinischer Yoga- und Sanskrit-Lehrer)

http://www.sanskrit-sanscrito.com.ar/espanol/escrituras_hathayoga/

Y ahora, Bhrāmarī --lit. "relativo a una abeja"--:

La inhalación (debe ser ejecutada) con rapidez, (lo cual da como resultado) un sonido reverberante (como) el sonido (emitido) por una abeja negra macho; (mientras) que la exhalación (debe ser hecha) lentamente, (lo cual produce) un sonido (como el emitido por) una abeja negra hembra. De este modo, por medio de la práctica emerge en la mente un poco del Juego (lleno) de Bienaventuranza (típico) de los Señores entre los Yogī-s ||68||


Yogī Hari, bekanntlich einer der größten Nāda–Yogīs unserer Zeit, resümiert und kommentiert die Passage in seiner Ausgabe der Haṭhayogapradīpikā (p. 151) wie folgt:

Inhale quickly making a reverberation sound of a male bee and exhale slowly making the sound of a female bee: this is bhramari which fills the mind of the yogi with bliss: [Im Original Majuskeln]

Bhramari is known as the humming breath and is a very good exercise to obtain a clear singing voice and to internalize the mind. In the practice of Bhramari, you inhale through both nostrils while partially closing the glottis, which creates a reverberating sound resembling a male bee. During the exhalation plug your ears with your index finger, make a humming sound like a female bee and feel the vibration in the cranium.

Ich habe einen meiner Kuṇḍalinī-Lehrer, Pitā Holzapfel, gebeten, mir die beiden Summtöne vorzumachen (Pita ist Yogī und Imker und kann seine Bienen natürlich noch viel feiner imitieren als ich).

Mit Pitā bin ich der Ansicht, dass bhrāmarī nichts anderes ist als ujjāyī mit männlichen und weiblichem Bienenton:
(Einatmung, Ton etwas tiefer: etwa 4 Sekunden) und (Ausatmung, Ton etwas höher: so lange wie möglich).

Verschließt man dabei Ohren (Daumen), Augen (Zeige- und Mittelfinger), Nase (Ringfinger) und Mund (kleine Finger), so entsteht – wie ich aus eigener Kuṇḍalinī-Erfahrung weiß – im Herzen/Geist (citte) tatsächlich eine „gewisse lustvolle Glückseligkeit“ (kācidānandalīlā).


ॐ नमः शिवाय oṃ namaḥ śivāya


Jörn योगानन्दिन् yogānandin


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