yogapad.de | Dein Forum für Yoga, Meditation, Ayurveda und mehr

Atemübungen !!Bilder habe ich weggelassen ;-)) !!

In dieser Datei gibt es eine Einführung in einige der wesentlichen
Atemtechniken im Tantra und Yoga.
Bestimmte Atemübungen werden kurz beschrieben.
Wer näheres und tiefergehenderes über den theoretischen Hintergrund
wissen will, der findet im Informationsbereich der Schwesterseite des
Institutes www.systemischegesundheit.de
mehrere ausführliche Beiträge über
die Wirkung des Atems aus den Blickwinkeln des holotropes Atmens, des
klassischen Yogas, der westlichen Stimm- und Atemarbeit und andere
Ansätze.

Übersicht:

Einführung
Pranayama
Feueratem
Strömungsatem
Mantren
Obertongesang
Untertongesang

Einführung

Asien kann auf eine jahrhundertelange Tradition der Beschäftigung mit den
inneren Zuständen des Geistes zurückblicken. Über viele Jahrhunderte
wurden Techniken, mit denen die eigenen Gedanken gezügelt und kanalisiert
werden können, entwickelt und verfeinert und von Lehrern an deren jeweilige
Schüler weitergegeben. Heute steht dieses Wissen nicht mehr nur wenigen
Eingeweihten in diesem Kulturkreis zur Verfügung, sondern kann auch von
uns genutzt werden - denn auch hier "funktionieren" diese Techniken, auch
uns können sie dazu verhelfen, uns nicht nur besser zu entspannen, sondern
unsere Gedanken sogar bewusst zu konzentrieren und besser zu
kontrollieren.


Was wir normalerweise nicht bewusst beherrschen, ist der Vorgang des
Ausatmens. In vielen Situationen, in denen wir normalerweise Stress
empfinden, atmen wir unwillkürlich stark ein und pumpen dadurch unsere
Lungen gewaltsam mit Luft voll. Ein Beispiel: läuft unter der Dusche plötzlich
nur mehr kaltes Wasser, schnappt man instinktiv nach Luft, spannt die
Muskeln an. Das aber verstärkt das unangenehme Gefühl nur. Atmet man
statt dessen langsam und gleichmäßig aus, wird man erstaunt bemerken,
dass einem die Temperatur des Wassers kaum mehr etwas ausmacht. Die
Atmung hilft dem Körper, sich Veränderungen anzupassen. Auf der anderen
Seite hat jede Störung des natürlichen Atemrhythmus auch eine Störung im
gesamten Organismus zur Folge, die sich wissenschaftlich einwandfrei
nachweisen lässt.


Wenn eine Anstrengung Sie außer Atem kommen lässt, gibt es einen
einfachen Weg, den Atem wieder zu normalisieren. Atmen Sie schneller,
hecheln Sie für ein paar Sekunden wie ein Hund. Dann atmen Sie ein paarmal
tief und leicht ein, hecheln wieder und nehmen ein paar volle Atemzüge. Das
wird Ihren Atem viel schneller beruhigen, als gewaltsame Anstrengung,
normal zu atmen.

Eine andere Möglichkeit, Stress, Anspannung oder schlechte Stimmungen zu
überwinden, ist folgende: Geben Sie die Schulterblätter so nahe zusammen,
wie es ohne Überanstrengung möglich ist, dann atmen Sie sanft und
vollständig aus. Pausieren Sie, danach atmen Sie mit einem tiefen,
langsamen, sachten Atemzug ein, bis die Lungen angenehm gefüllt sind.
Atmen Sie langsam mit einem langen Seufzer durch die Nase aus, ohne die
Stellung der Schulterblätter zu verändern.


Es gibt viele Folgeerscheinungen des richtigen Ausatmens - aber die
bedeutendste davon ist wohl erhöhte Bewusstheit.
Richtiges und bewusstes Atmen ermöglicht eine Umstellung unserer
täglichen Gewohnheiten - beispielsweise bringt es eine bewusstere
Körperhaltung mit sich. Sie beginnen, gewahr zu werden, dass man nicht
"zusammengesunken" sitzen und dabei gut atmen kann. Mit einer offenen
Haltung des Brustkorbs wird die gesamte Bauchregion von unnötigem
Gewicht und Druck befreit, das Zwerchfell kann wieder so bewegt werden,
wie die Natur es vorgesehen hat und das Atmen fällt leichter, nicht mehr das
gesamte Gewicht von Rippen und Brust gehoben werden muss. Diese Energie
steht nun für andere Dinge zur Verfügung!

Bei den anstrengenden Bedingungen des heutigen Lebens kann
automatisches Atmen unsere Bedürfnisse nicht mehr vollständig abdecken.
Eine sitzende Lebensweise oder monotone Arbeiten rufen nach bewusster
Atemweise, so dass nicht schon die Grundlage des Lebens - das Atmen - zu
unnötigem Energieverlust führt. Im folgenden, gewissermaßen als "Krönung"
dieses Artikels, wird eine der nachhaltigsten Atemübungen erklärt, die
Technik des Pranayama ("die Königin der Atemtechniken").


Pranayama – Wechselatmung

Die Wechselatmung ist in Südasien eine der wichtigsten und am häufigsten
angewendeten Atemübungen. Sie kann im Liegen oder Sitzen angewendet
werden, aber auch bei kurzen Wartezeiten oder in Stresssituationen.
Achten Sie auf aufrechte Haltung, vermeiden Sie es, wenn möglich, sich
anzulehnen. Nun beugen Sie Zeigefinger und Mittelfinger der rechten Hand,
so dass Sie mit Daumen und Ringfinger die Nasenlöcher verschließen
können.


Atmen Sie vollständig aus.
Schließen Sie das rechte Nasenloch mit dem rechten Daumen. Atmen Sie
durch das linke Nasenloch tief (aber nur mit dem Bauch) ein. Stellen Sie sich
dabei vor, dass Sie neue Kraft, Licht und Energie in die ganze Körperhälfte
atmen, und zwar vom Nasenloch bis zum Fuß.
Halten Sie die Luft ein paar Sekunden an. Schließen Sie dafür beide
Nasenlöcher mit Daumen und Ringfinger. Konzentrieren Sie sich dabei auf
den Punkt zwischen den Augenbrauen. Stellen Sie sich dort ein Licht vor.
Öffnen Sie das rechte Nasenloch. Atmen Sie durch es vollständig aus. Stellen
Sie sich dabei vor, dass Sie die ganze rechte Körperhälfte leeren und ganz
entspannen.
Atmen Sie rechts tief (aber nur mit dem Bauch) ein. Stellen Sie sich dabei vor,
dass Sie neue Kraft, Licht und und Energie in die ganze Körperhälfte atmen,
und zwar vom Nasenloch bis zum Fuß.
Halten Sie die Luft ein paar Sekunden an. Schließen Sie dafür beide
Nasenlöcher mit Daumen und Ringfinger. Konzentrieren Sie sich dabei auf
den Punkt zwischen den Augenbrauen. Stellen Sie sich dort ein Licht vor.
Öffnen Sie das linke Nasenloch. Atmen Sie durch das linke Nasenloch
vollständig aus. Stellen Sie sich dabei vor, dass Sie die ganze linke
Körperhälfte entleeren und ganz entspannen.


Dies ist eine Runde.
Wenn Sie wollen, schließen Sie hier ab, und fühlen Sie, wie Sie ruhig
geworden sind. Sie können natürlich auch ein paar Runden anhängen, führen
Sie aber, wenn Sie die Übungen noch nicht gewohnt sind, maximal 5-10
Wiederholungen durch.
Als Anfänger brauchen Sie dabei keinem besonderen Rhythmus zu folgen.
Atmen Sie vielmehr so lange ein und aus, wie es Ihnen angenehm erscheint.
Wichtig ist vor allem die Konzentration auf das "Entspannen und Aufladen"
der beiden Körperhälften.


Ziel der Übung: Entspannung, Zentrierung, Konzentration.


Dauer der Übung: 2-20 min.



Wann sollten Sie diese Übung nicht durchführen oder abbrechen: wenn Sie
unter massiver seelischer Belastung stehen, Ihnen die Kontrolle Ihres Atems
Angst macht oder Sie die Kontrolle über Ihren Atem verlieren, wenn Sie das
Gefühl haben, nicht mehr genug Luft zu bekommen oder sich
Hyperventilation einstellt (Gefühl des Vibrierens und Kribbelns, hohe
Atemfrequenz, Angst- oder Panikgefühle), oder wenn unangenehme Bilder in
Ihnen aufsteigen.

Feueratem

Der Feueratem ist hervorragend geeignet, um körperlich und geistig frisch zu
werden. Er reinigt das Blut, steigert die Hormonproduktion und generiert viel
Lebensenergie.


Atem ist Lebensenergie


Die Kultivierung des Atems ist ein wichtiger Teil von Tantra. Der Atem ist ein
profunder Stressabbauer und Energielieferant.


Da der "Tantrische Feueratem" ein starker Eingriff in den Atemvorgang ist,
solltest du unbedingt Folgendes beachten:
Bei schweren Kreislaufproblemen, bronchialen Problemen und
Herzrythmusstörungen darf der "Tantrische Feueratem" nur in Absprache mit
dem Arzt/Heilpraktiker geübt werden.


Meditiere vor Beginn der Übung mindestens fünf Minuten lang an einem
sauberen, abgeschiedenen Platz. Der Geist sollte zur Ruhe kommen und voll
konzentriert werden.
Bereite dich durch zweiminütiges ruhiges, entspanntes Atmen - bei
geschlossenen Augen - auf die Übung vor.


Beachte:
Einatmen - Bauchdecke nach vorne gehen lassen.
Ausatmen - Bauchdecke sanft nach innen ziehen.


Öffne ein Fenster, sodass der Raum von viel Sauerstoff erfüllt ist


Tantrischer Feueratem
(Gesamtübungszeit: 25 Minuten)


Setze dich aufrecht auf einen Stuhl oder auf den Boden (Schneidersitz).
Die Wirbelsäule ist gestreckt, die Schultern locker, das Brustbein ganz
leicht
angehoben. Lege eine Hand auf den Bauch, die andere auf die Brustmitte. Der
Ein- und Ausatem fließt ruhig und gleichmäßig durch die Nase.


Während des Einatems zählst du innerlich still von eins bis vier und hältst
dann kurz den Atem an.
Ausatmend zählst du ebenso von eins bis vier. Wiederum hältst du den Atem
für einen Moment an. Setze diese Atmung zwei Minuten fort.


Richte den Blick zur Nasenwurzel und spreche oder singe neun mal das
Mantra Sa Ta Na Mmaa. Die Silben werden langgezogen: Saaaa - Taaaa -
Naaaa - Mmmaaaa. Sa bedeutet: Geburt. Ta heißt: Leben. Na wird übersetzt
mit: Tod. Und Ma bedeutet: Wiedergeburt.


Atme nun einmal lang ein und leicht seufzend aus. Der folgende Einatem (ab
jetzt auf jeden Fall durch die Nase atmen!) soll tief und schnell sein. Dabei
wird der Bauch nach vorne und außen gedrückt.
Beim nächsten ebenso tiefen und schnellen Ausatmen, wird die Bauchdecke
zügig eingezogen.


Diese kraftvolle Pumpbewegung wird nun drei Minuten lang fortgesetzt. Am
Anfang etwas langsamer (Eine Sekunde Einatmen, eine Sekunde Ausatmen),
dann schneller (Eine Sekunde Ein- & Ausatmen).


Die Bauchdecke, auf der die eine Hand weiterhin liegt, schwingt rhythmisch
hin und her.
Der Brustkorb bleibt möglichst ruhig und unbewegt. Ziehe das Kinn ein wenig
Richtung Schlüsselbeinkuhle heran. Lege als Anfänger den Atemschwerpunkt
auf die Ausatmung. Am Ende des Ausatmens geschieht das Einatmen fast von
allein, wobei die du Bauchdecke vorschnellen lässt.



Hinweis: Wenn es dir sehr schwer fällt, diese Übung im Sitzen durchzuführen,
kannst du sie behelfsweise auch im Liegen auf einer bequemen Unterlage
durchführen.

Abschlussmeditation. Lege die linke Hand auf den Bauchnabel und atme ganz
ruhig und gleichmäßig. Konzentriere dich auf den Nabel als deinen
Körpermittelpunkt. Spüre ihn als den zentralen Punkt deines Körpers.

Nach einer halben Minute summe oder singe drei mal das Mantra OM.
Aussprache: OoooooMmmmmmmmm.

Während des Übens konzentriere dich auf deinen Körper und respektiere
seine Grenzen.
Bist du ungeübt, kann dein Körper vielleicht nur ein gewisses Maß an Energie
aufnehmen. Keine Sorge, das ändert allmählich sich bei regelmäßigem
Training.
Steuere das Tempo beim Atmen so, dass du dich nicht überanstrengst und
nicht stark hyperventilierst. Setzt starkes Kribbeln in den Händen oder in den
Lippen ein, atme deutlich langsamer weiter bis zum Ende der drei Minuten.
Bei Versteifung der Fingerspitzen, atme ebenfalls flacher und bewege die
Hände kräftig. Diese Begleiterscheinungen verschwinden in der Regel nach
ein paar Minuten und sind ungefährlich.



Wirkungen des Tantrischen Feueratems

Reinigung des Blutes
Entschlackung
Stimulation des Sonnengeflechts
Säuberung der Lungen
Kräftigung der Bauchmuskeln
Optimierung des Zwerchfelltonus
Harmonisierung des Nervensystems
Regulierung des Blutdrucks
vermehrte Entstehung von Alpha-Wellen im Gehirn (Spannungsauflösung)
Anregung und Harmonisierung der Drüsenfunktionen
Energieaufladung
Regulierung des Säure/Basen-Gleichgewichts
Verbesserung der Kreislauffunktion
Stärkung der Funktion der Nasen- & Rachenschleimhäute (Erkältungsabwehr)
Klärung des Denkens
Aggressionsverminderung
Kühlung und Belebung des Kopfbereichs
Aufladung der Aura und der feinstofflichen Zentren
Anregung der Kundalini-Kraft



Strömungsatem

Auch der Strömungsatem stammt aus dem Tantra.
Für die Anwendung gelten die gleichen Warnhinweise wie beim Feueratem.
Am Anfang solltest du bei dieser Übung nicht länger als 1 oder 2 Minuten
mit dem Strömungsatem arbeiten, da es sehr intensiv emotional reinigend
ist.

Lege dich entspannt hin.
Sorge dafür, dass du ungestört bist.
Nimm zuerst einige ruhige Atemzüge und räkele dich einen Moment auf der
Unterlage.
Stelle die Beine auf der Unterlage auf. Dies steigert den Energiefluss in den
Sakralbereich (untere Wirbelsäule).


Stelle dir vor, du schlürfst eine heiße Suppe oder Spaghetti.
Mit dieser Mundhaltung schlürfst du den Atem in dich hinein und lässt ihn
wieder gehen.
Du verbindest die Atemzüge miteinander und schlürfst 6 bis 8 Atemzüge in
dich hinein.
Dann machst du eine Pause und nach 3- 4 Minuten machst du eine zweite
Runde.


Lege dich dann entspannt hin und spüre in den Körper und seine
energetische Ladung hinein.




Diese Übung kannst du auch mit deinem Partner zusammen machen.
Dabei solltet ihr auf der Seite liegen, die Augen geöffnet halten und an den
Händen und Füssen leichten, entspannten Körperkontakt haben.



Mantren und die Methoden von Oberton- und Untertongesang

Vielleicht etwas ungewöhnlich in einem Text über Atemtechniken ist ein
Absatz über das Singen. Im Singen vertieft sich der Atem automatisch und je
mehr Vokalformen gesungen werden, desto größer wird der Atemraum in
deinen Lungen.

Ideal für diese Übung sind am Anfang die Vokale OM, MA, NI, PE, ME HUM, da
hier verschiedene Vokalisationen für verschiedene Atemräume angesprochen
werden.

Weiterführend sind dann der Obertongesang, für den ich einen Besuch auf
www.obertoene.com empfehle. Hier wird detailliert über den Atemraum und
die Kunst des Obertongesanges referiert.
Der kleine Obertonkurs, der nun folgt ist der Internetseite meines Freundes
Wolfhard Barke entnommen, der auch in unserem Linkverzeichnis auftaucht.

In Tibet sind die Mönche wie auch Schamanen im Sibirien und der Mongolei
im Untertongesang geübt. Dieser verändert die Gehjrnwellenfrequenzen und
sorgt für Atemfülle und eine volle Stimme. Gerade eine volltönende Stimme
ist sinnvoll, um sich selbst in der Welt ausdrücken zu können.

Hier nun einige kleine Übungen:

Obertöne sind in jeder Stimme vorhanden. Jeder Mensch produziert schon
beim Sprechen und natürlich auch beim Singen Obertöne. Dabei mag es
verwunderlich sein, dass wir diese nicht so leicht hören, obwohl sie uns
überall umgeben. Auch in der Natur finden wir die Obertöne in jedem
Geräusch und jedem Klang, in allen Instrumenten und sogar darüber hinaus
in jeder Maschine wie Motoren etc. Durch das Hören der Obertöne, erst bei
einer anderen Stimme, dann bei sich selbst, erweitert sich das Hör-
Bewusstsein.
Die Obertöne schwingen auf einem in bequemer Tonlage zu singenden
Grundton in einer harmonischen Unendlichkeitsskala, verbinden uns mit dem
Kosmos und tragen zur Transformation bei.


Beim Obertonsingen werden durch einfache Technik einzelne der Obertöne
hörbar und mindestens zwei Töne erscheinen gleichzeitig (Grund- und
Oberton).

Erzeugung von Obertönen mittels Mundraumresonanzen

Zur Orientierung dient der so genannten Vokalkreis.

Vokalkreis: U - O - OU - A - AE - E - I (O wie Oma, OU wie offen)

Auf einem konstant gehaltenen, kräftigen Grundton singt man möglichst
während einer Ausatmung den Vokalkreis einmal von U über die
dazwischenliegenden Vokale bis I oder umgekehrt.
Sollte die Luft nicht ausreichen, singt man zunächst von U bis A und nach
erneuter Einatmung von A bis I.
Die Ausatmung sollte gleichzeitig durch Nase und Mund erfolgen, um die
Resonanzen im Nasenraum mit auszunutzen.
Die Einatmung sollte nicht zu tief sein, da das Gefühl der Atemnot ansonsten
viel früher auftritt.
Wichtig für das Singen vokaler Obertöne ist, durch Absenken und
Vorschieben des Unterkiefers einen möglichst großen Mundraum zu
schaffen und sehr langsam zwischen den einzelnen Vokalen zu gleiten, um
alle Färbungen der Vokale mitzubekommen. Durch minimale Veränderung
des Mundraumes wird die Klangfarbe der Vokale verändert und damit die
zwischen den Vokalen liegenden Obertöne erzeugt.
Dabei werden beim U die tiefen Obertöne erzeugt und beim I die höchsten
Obertöne.
Als Hilfestellung für die Einstellung des Mundraumes dient die Vorstellung,
eine im Mund befindliche große Kugel mit den Lippen zu umschließen.
Die Lippenformung sollte sehr betont den Vokalen angepasst werden.
Beim U sind die Lippen nach vorne geschürzt und nur sehr wenig geöffnet
(siehe Foto auf der Seite Obertongesang von www.obertoene.com).


Zum I hin werden die Lippen immer breiter geöffnet, als wollte man Lächeln.
Die Zunge wird zwischen den Vokalen U und A zur Erzeugung der Obertöne
kaum eingesetzt. Die Zungenspitze liegt entspannt an den unteren
Schneidezähnen.
Zwischen den Vokalen A und I wird der hintere Teil der Zunge zum I immer
weiter angehoben und nach vorne geschoben. Die Zungenspitze hat dabei
ständigen Kontakt mit den unteren Schneidezähnen.

Gezielte Steuerung der Obertöne mittels “Gong-Technik”

Mit der “Gong-Technik” können gezielt Obertonmelodien erzeugt werden.
Die Gongtechnik wird mit der “Erzeugung der Obertöne mittels
Mundraumresonanzen” kombiniert.
Zur Differenzierung der Obertöne orientiert sich die Gong-Technik auch am
Vokalkreis.
Bei der Gong-Technik nimmt die hintere Zunge die so genannte “ng-
Stellung” ein, die sich nach dem Sprechen des Wortes “gong” ergibt. Die
hintere Zunge ist dabei gewölbt und berührt den weichen Gaumen. Die
Zungenspitze befindet sich hinter den unteren Schneidezähnen. Für die
Einstellung des Mundraumes gelten die gleichen Regeln wie bei der
“Erzeugung von Obertönen mittels Mundraumresonanzen”.
Aus der “ng-Stellung” werden angelehnt an den Vokalkreis folgende Silben
gesungen:

GUNG GONG GOUNG GANG GAENG GENG GING

Die zwischen den reinen Vokalen liegenden Obertöne werden durch
Einstellen der Klangfarbe mittels geringfügiger Veränderung der
Mundraumöffnung erzeugt.
Beim Singen der einzelnen Silben löst sich die hintere gewölbte Zunge aus
der ng-Stellung nur kurz und geht wieder in diese Stellung zurück. Die
Zunge tippt sozusagen unter den weichen Gaumen und wird beim Singen von
Gung nach Ging immer weiter nach vorne geschoben. Die Zungenspitze
verbleibt hinter den unteren Schneidezähnen.


Laute und klare Obertöne mittels “Bird-Technik”

Mit der “Bird-Technik” lassen sich laute und klare Obertöne erzeugen. Die
Technik basiert auf dem englischen Wort für Vogel, “bird”. Der Ton wird auf
dem kehlig gesungenen “ö” gehalten. Dabei wird das “d” vernachlässigt. Die
Zungenränder sind fest an die Innenseiten der oberen Backenzähne
angepresst. Die Zungenspitze befindet sich frei im Mundraum und weist eine
gewisse Spannung auf. Die Kehle ist beim Sprechen der Silbe etwas
zugeschnürt. Als Hilfestellung dient die Vorstellung der Stimme des Frosches
Kermit aus der Sesamstraße.
Die Obertöne werden durch Vorschieben bzw. Zurückziehen der Zunge
verändert. Dabei werden höhere Obertöne durch Vorschieben der Zunge und
Anheben der Zungenspitze erzeugt. Tiefere Obertöne werden durch
Zurückziehen der Zunge und Senken der Zungenspitze erzeugt. Die
Zungenränder gleiten mit ständigem Kontakt an den Innenseiten der oberen
Backenzähne vorbei.

Klare und differenzierte Obertonmelodien durch Kombination der “Gong-
Technik” und der“Bird-Technik” .

Durch Kombination der “Gong-Technik” und der “Bird-Technik” unter
Ausnutzung der Mundraumresonanzen wird der Obertongesang
perfektioniert. Nimmt man beispielsweise die Zungenstellung nach der “Bird-
Technik” ein und wendet gleichzeitig die “Gong-Technik” an, so entstehen
klar differenzierte, glockenartige Obertöne.

Optimierung der Obertöne mittels “L-Technik”

Mit der L-Technik können die Obertöne noch weiter optimiert werden. Mit
dieser Technik lassen sich die saubersten Obertöne erzeugen. Vorteil dieser
Technik ist, dass die Grundstimme relativ offen klingt, da die hintere Zunge
im Vergleich zur “Bird-Technik” nicht am Gaumen anliegt, sondern abgesenkt
ist. Bei der "L-Technik" nimmt die Zunge die gleiche Position ein, wie beim
Sprechen des Buchstaben L. Die breitgemachte Zungenspitze befindet sich an
der Gaumenkante ca. 1 cm über der Zahnkante. Die Zungenränder werden
breit gemacht und liegen an den Innenseiten der oberen Backenzähne an. Die
Zunge hängt quasi wie ein Becher unter dem Gaumen.


Die Grundstimme wird kräftig und leicht kehlig gesungen. Beim Singen
entweicht die Luft über die hinteren Zungenränder, aber nicht über die
Zungenspitze. Je weniger Luft über die Nase geführt wird, um so klarer
werden die Obertöne. Die Variation der Obertöne geschieht einerseits durch
geringfügiges Heben und Senken der hinteren Zunge und andererseits durch
Verändern des Mundresonanzraumes, indem man den Unterkiefer senkt und
vor- bzw. zurückschiebt. Die Zungenspitze bleibt bei der Variation der
Obertöne unverändert in ihrer L-Position und wird nicht bewegt. Zur
Erzeugung des nächst höheren Obertones wird die hintere Zunge minimal
angehoben und der Unterkiefer in abgesenkter Stellung etwas nach vorne
geschoben. Zur Erzeugung tieferer Obertöne erfolgt die Bewegung in
umgekehrter Richtung. Als Hilfestellung dient die Vorstellung, den Ton hinter
die unteren Schneidezähne zu singen. Der Resonanzraum unter der Zunge,
der durch das Absenken und das Vorschieben des Unterkiefers erzeugt wird,
ist von wesentlicher Bedeutung für die Lautstärke der Obertöne.

Ausführlicher und mit Hörbeispielen erweitert ist auf www.obertoene.com
mehr zu erfahren.

Untertongesang

Untertongesang erzeugt aus dem Grundton der Stimme die erste
Subharmonische, auch 1. Unterton genannt, die mit halber Grundtonfrequenz
schwingt, also eine Oktave unter dem eigentlichen Sington liegt. Mit dieser
Technik kann man seinen Stimmambitus nach unten um eine Oktave
erweitern. Ab und an hört man auch von Sängern, die die zweite
Subharmonische, also eine Oktave und eine Quinte unter dem Grundton
singen. Das ist aber sehr selten. Es gibt im Wesentlich zwei Ansätze, die
Stimme in der Subharmonischen Schwingen zu lassen. Da gibt es zum einen
die dem tuvinischen Kargyraa ähnlichen Techniken, zum anderen die vocal
fry, oder Strohbasstechnik. Beide funktionieren sehr unterschiedlich, haben
aber die Gemeinsamkeit, dass sie den Stimmklang um eine Oktave nach
untern verschieben.


Strohbass (vocal fry)

Die Strohbasstechnik wurde eingehend in der Doktorarbeit von Leonardo
Fuks untersucht. Im wesentlichen scheint es sich beim Strohbass um eine
Schwinungsmodulation der Stimmbänder zu handeln. Man erreicht diesen
relativ leisen Klang, wenn die Stimme bei Ermüdung entspannt und anfängt
zu knattern. Dieses Knattern kann kultiviert werden, so dass die Stimme auf

den tieferen Ton sozusagen einrastet. Das gleiche entsteht, wenn man beim
Jodeln langsam an die Grenze des Umklappens der Stimme, also an die
Grenze der Vollschwingung zur Randkantenschwingung, geht.

Ich empfinde Strohbass als sehr wohltuend und entspannend für die Stimme.
Er funktioniert auch nur bei völliger Entspannung. Man kann gelegentlich von
der 1. Subharmonischen in die zweite oder noch tiefer kippen. Ein
wunderbares Klangbeispiel findet sich auf der Website von Leonardo Fuks,
wo er bis zur 5. Subharmonischen singt. Die Untertonreihe der
Subharmonischen ist ein theoretisches Spiegelbild der Obertonreihe. Das
heisst, die erste Subharmonische schwingt mit 1/2 Grundtonfrequenz, die
zweite mit 1/3 usw. Die Reihe besteht also aus den absteigenden Intervallen
Oktave, Oktave + Quinte, Doppeloktave, Doppeloktave + große Terz,
Doppeloktave + Quinte usw.

Kargyraa ist der tuvinische Untertongesang.

Beim Untertonsingen in der tuvinischen Kargyraa-Technik gibt es mehrere
Stile, die bisher nicht alle eingehend untersucht wurden. Beim sog. Steppen-
Kargyraa zeigt sich die gleiche Verengung im Kehlkopf wie beim Khöömej.
Die (aryepiglottischen) Falten, die diese Verengung bilden, werden beim
Singen zusätzlich zu den Stimmbändern in Schwingung versetzt. Es entsteht
also eine Pseudoglottis, eine zweite Klangquelle. Offenbar haben diese
gekoppelten Schwingungen die halbe Frequenz des Singtons und erzeugen
so einen Ton, der um eine Oktave unter der Singstimme liegt. Möglicherweise
sind auch die Taschenfalten, die unterhalb der Verengung liegen, in den
Phonationsvorgang einbezogen. Da sie im Bild aber verdeckt sind, kann man
das hier nicht erkennen.


Kargyraa ist nicht unproblematisch zu lernen, da man sich leicht die Stimme
verletzen kann. Man braucht dazu keine tiefe Stimme. Es gibt eine
wunderschöne Aufnahme eines 11-Jährigen, der diese Technik singt, auf der
CD Tuva von zeitausendeins und die gleiche Aufnahme auf der CD Deep in
the Heart of Tuva von ellipsis arts (vgl. CD-Liste tuvinischer Khöömej). Auch
Frauen können damit Bass singen, wie die Sängerinnen der tuvinischen
Gruppe Tyva Kyzy und die Kehlsängerinnen der Xhosa. Man singt beim
Kargyraa grundsätzlich eine Oktave höher, als die Stimme klingt.

Untertöne in der Welt

Die Untertontechnik des Kargyraa gibt es auch in der traditionellen Musik
Europas und Afrikas. Bei der paghjella auf Korsika und beim cantu a tenores
auf Sizilien gibt es eine rauhe tiefe Stimme, die bassu oder su basciu genannt
wird. Sie entspricht technisch dem Kargyraa, wird aber ohne
Obertontechniken gesungen.

Im klassischen Chorgesang gibt es Kompositionen - z. B. bei Rachmaninov
und Tschaikowsky - die von den Bässen bis zu A1 (Kontra A) fordern. Kaum
eine deutsche Stimme erreicht diese Tiefe auf normalem Wege. Daher wird an
solchen Stellen Strohbass gesungen, was aber wiederum auch nur wenige
Experten können.

Bei den Frauen der Xhosa ist der umngqokolo bekannt, der die Stimmtechnik
des Kargyraa mit Obertongesang verbindet. In diesem Fall soger sehr virtuos,
weil die Xhosa-Frauen (in einer Bass-/Baritonlage singend!) die Klänge des
Mundbogens immitieren und dabei den Grundton gegen den Oberton
polyphon führen.

Auch in tibetischen Klöstern gibt es Kehlgesangstile, die Untertöne
verwenden. Es ist mir nicht ganz klar, ob die Techniken auf Kargyraa oder auf
Strobass beruhen, oder ob vielleicht beide Techniken vorkommen und je
nach Sänger verschieden eingesetzt werden. Die tibetischen Mönche tragen
meist sehr langsame Texte vor. Oft ergibt sich im Klang eine Dominanz der

10. Harmonischen, weshalb man diese Gesänge manchmal auch zu den
Obertongesängen zählt.

Oberton, Unterton und Mantren im Tantra - 2 Übungen

Das Singen von Lauten fördert die Aktivität des Kortex und die
Hormonproduktion.
Dies hat Auswirkungen auf die Durchlässigkeit des Energiesystems.
Gerade für die Arbeit mit Partner sorgt dies für die Aktivierung
feinstofflicher Prozesse.
In vielen Kulturen gibt es Lieder, welche Geliebte einander singen.
Gerade im Singen und Besingen des Körpers mit Tönen kann in der
sensuellen, erotischen oder sexuellen Begegnung eine tiefe Entspannung
einsetzen. Dies führt zur Intensivierung und Verlängerung der
Vereinigungspraxis (Karmamudra).
Das Mantrasingen dient zur Reinigung und energetischen Stabilisierung.


Übung 1:


Setzen sie sich Rücken an Rücken und beginnen sie mit dem Singen des
Mantras AUM.


Entpannen sie sich hinein.


Nach 5 Minuten drehen sie sich um und umarmen ihren Partner ohne den
Gesang zu unterbrechen.


Fahren sie noch 10 Minuten singend in Umarmung fort.




Übung 2
Sorgen sie für eine ungestörte Zeit (Telefonstecker raus) von ca. 2 Stunden.
Bereiten sie sich einen ruhigen und schönen Platz.
Beginnen sie wie in der ersten Übung.
Dann legen sie Lippen aneinander und summen in ihren Partner hinein,


während sie durch die Nase atmen.
Bleiben sie 5 Minuten im Ineinander Sitzen oder im Nebeneinander- Liegen


so verbunden.
Dann öffnen sie ihren Mund, als ob sie sich küssen wollten.
Atmen und tönen sie mit dem Mantra OM- AUM oder mit Obertönen in ihren


Partner hinein.
Bleiben sie mindestens fünf Minuten oder gerne länger in dieser Stellung.
Sollten erotische Gefühle auftauchen, ist dies wunderbar.
Hinweis:


Für Raucher, starke Kaffeetrinker, Knoblauch- und Zwiebelliebhaber bitte
vorher Zähne putzen und die Zunge bürsten, da es sonst zu unangenehmen
Begegnungen kommen kann.


Tara Sattva Institut
Autor: Shanti E. Morawa
Gierather Str. 70
51469 Bergisch Gladbach

shanti@tarasattvatantra.de

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG 142x ANGESCHAUT

Kommentar

Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben!

Mitglied werden yogapad.de | Dein Forum für Yoga, Meditation, Ayurveda und mehr

Kommentiert von hudschifudschi pubsiplumsi am 26. Mai 2010 um 2:03am
hallo lieber klaus,
ja,leider funktioniert der link nicht mehr. tut mir sehr leid.
als ich den artikel in meine sammlung einpflegte ging das
noch mit dem link. habe in dann leider nicht mehr getestet.
kann mir nur vorstellen, dass es die site nicht mehr gibt.
sorry nochmals. hoffentlich gefällt die der beitrag.
Ist hier mal was anderes zwischendurch.
liebe grüße
fudschi

© 2019   Copyright howtobegood | Tipps der Redaktion: Werbeagentur Münster   Powered by

Badges  |  Problem melden  |  Nutzungsbedingungen