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Ich starte jetzt hier einfach mal einen Beitrag um sich einzubringen, und Erfahrungen, Schwierigkeiten, Erfolge einzutragen und sich auszutauschen.

Kurz meine Erfahrungen:
Ich arbeite in einem Wohnheim für Langzeit-Psychisch-Kranke. Ich hatte eine Gruppe, in der ich Yoga angeboten habe, aber leider läuft das im Moment nicht mehr.

Meine Erfahrung war die, dass leider wenig Bewohner die Chance darin gesehen haben sich etwas Gutes damit zu tun. Ich denke, da muss man einfach noch einmal ansetzen. Besser aufklären.
Die, die daran teilgenommen haben, haben es sehr genossen! Mit Phantasiegeschichten passe ich allerdings etwas auf, da die ja zum Teil kontrainidiziert sind.
Aber die asanas habe ich schon mit ihnen gemacht. Wobei es schwierig war, Übungen auf dem Boden zu machen. Da die meisten einfach sehr unbeweglich und "steif" sind.
Es gibt ja auch Übungen auf dem Stuhl, aber da fehlen mir einfach die Ideen - man will es ja auch abwechslungsreich anbieten

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Antworten auf diese Diskussion

Hallo Kathi!
Auf der Kommentarwand habe ich Dir einen Buchtitel empfohlen "Yoga auf dem Stuhl". Dort sind wirklich gute Ideen beschrieben. Und die einzelnen Übungen kann man ja dann noch modifizieren. Als Endentspannung kann man, z.B. eine kurze Progressive Muskelentspannung im Sitzen machen. In dem Buch "Inseln der Ruhe" von Else Müller findet man auch sehr schöne Entspannungsübungen.
Meine Erfahrung war leider die, daß die "Oberen" in der Klinik mich nicht unterstützen. Also picke ich mir vereinzelt Patienten heraus, bei denen ich das Gefühl habe, daß Yoga ihnen guttun würde. Aber es ist natürlich schwer und unfair meinen Kollegen ggü., wenn ich mich für 45min aus dem Stationsalltag ausklinke... Deswegen war das bisher auch eher die Ausnahme.
Aber ich finde es gerade bei psychisch Kranken sehr wichtig, daß sie ihre innere Stärke spüren, ihre (Körper-)Haltung verändern und ihre Konzentrationsfähigkeit steigern. Und vielleicht dann noch erkennen, was an ihrem Zustand "hausgemacht" ist und wie sie ihn verändern können.
Hallo,
super, dass es jetzt diese Gruppe gibt. Ich hätte eventuell die Möglichkeit, in einer Klinik Yogaunterricht für Depressive anzubieten. Ich scheue mich noch ein bisschen und traue mich nicht recht, weil ich absolut keine Erfahrung mit psychisch Kranken habe. Hat jemand da Erfahrung? Macht es Sinn, mit depressiven Menschen eher aktiver zu üben? Wie siehts mit Tiefenentspannung aus? Geht das überhaupt, oder haben die dann damit nicht große Schwierigkeiten? Muß man bei Einnahme von Psychopharmaka beim Asana Üben etwas beachten? Gibts spezielle Asanas, die sich in solchen Fällen anbieten und warum diese? Viele Fragen....
Hallo Selina,

ist das eine Akutklinik oder ein Rehazentrum in dem Du anfängst zu arbeiten?

Worauf Du achten solltest ist auf die Reaktionen der Klienten bei den Übungen - lass Ihnen die Wahl die Augen offen zu lassen oder zu schließen (das gibt Sicherheit!) Auch bei der Entspannungsgeschichte am Ende (falls Du das machst). Lass sie immer reflektieren am Ende der Stunde - damit Du auch weißt wie sie aus der Stunde raus gehen! Auch am Anfang würde ich fragen, wie es Ihnen heute geht? Machst Du die Stunde am Morgen oder unter dem Tag? Dann kannst Du nämlich auch fragen ob sie schlafen konnten (das ist ja schon ein Anzeichen, dass es ihnen wieder etwas schlechter geht - falls sie nicht schlafen konnten)
Ich habe am Anfang einen kleinen Fragebogen ausfüllen lassen. U.a. was für Medikamente sie nehmen (evtl. Nebenwirkungen wie Bluthochdruck), was sie sich von dieser Gruppe erhoffen/wünschen usw. Da erfährst Du ja auch schon einiges. Mach die Stunde auch am Anfang nicht zu lang (ist meine Erfahrung) meist reicht schon eine halbe Stunde anfangs und dann kann man auch steigern mit der Zeit. Du musst viel ausprobieren!
Viel Spaß dabei!!
Lg
Kathi
Wenn ich die Stunde mache, dann wäre das in einer speziellen Klinik für psychsichen Erkrankungen. Ob am Morgen oder am Abend steht nicht fest. Ich weiß auch noch gar nicht, ob ich mich da ran traue.
Das mit dem Fragebogen ist gut. Weißt Du, ob Psychopharmak eine Auswirkung auf das Üben der Asanas, so wie z.b Bluthochdruck haben?
hallo zusammen,
toll, dass es diese gruppe gibt. ich arbeite u.a. in einer langzeiteinrichtung für chronisch suchtkranke und psychisch kranke menschen.
zwei mal pro woche gebe ich jeweils 90 min yoga und meditation in der gruppe und arbeite auch mit yogaelementen in der einzeltherapie. ich bin jetzt im 5. jahr in dieser einrichtung beschäftigt (status als pädagoge) und die gruppen laufen immer weiter. wenn alte klienten ausscheiden, kommen - fast von allein - neue nach. die leute lieben mittlerweile yoga und meditation. für sie ist es eine wichtge ergänzung oder alternative zur gesprächstherapie und psychopharmaka. anfangs wurde ich von einigen mitarbeitern eher kritisch beäugt, mittlerweile interessiert sich aber sogar unsere "hauspsychiaterin" für meine yogaangebote und möchte selber gerne privat yogastunden nehmen.
manchmal mache ich erstmal leichte vorbereitungsübungen in den gruppen, manchmal arbeite ich mit mantras und imagination... je nach gruppenzusammensetzung und krankheitsbildern. besonders beliebt sind: asanas im stehen (ERDUNG!) und tiefenentspannung (yoga nidra), aber auch kirtan kriya...

grüsse, hari om

holger

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