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Soll es hier nur um Jiddu Krishnamurti gehn, oder auch um U.G. Krishnamurti?
Sie sind ja beide große spirituelle Lehrer, es gab ja auch Begegnungen zwischen beiden.
Obwohl für mich U.G. der wichtigere ist.

Alleinsein ist keine Isolation, es ist nicht das Gegenteil von Einsamkeit, es ist ein
Seinszustand, wenn alle Erfahrung, alles Wissen ein Ende haben.
Jiddu Krishnamurti, Über die Liebe



Ansammeln erzeugt ein sich selbst einschließendes Zentrum - das trennt, ausschließt -, und was
eingeschränkt ist, ist niemals frei, daher kann der Erfahrende niemals
verstehen.
Jiddu Krishnamurti, Vollkommene Freiheit



Ich bin nicht darauf aus, irgend jemanden zu befreien. Sie müssen sich selbst befreien, und Sie sind unfähig, das zu tun. Was ich zu sagen
habe, wird Ihnen nicht dabei helfen. Ich bin nur daran interessiert,
diesen Zustand zu beschreiben und mit der Okkultation und Mystifikation
aufzuräumen, mit der die Leute aus dem 'Heiligen Geschäft' das Ganze
eingehüllt haben. Vielleicht kann ich Sie davon überzeugen, nicht eine
Menge Zeit und Energie auf die Suche nach einem Zustand zu verschwenden,
den es außer in Ihrer Einbildung nicht gibt.

Verstehen Sie das recht, das ist Ihr Zustand, den ich beschreibe, Ihr natürlicher Zustand -
und nicht mein Zustand oder der eines Mannes, der Gott erkannt hat oder
eines Mutanten oder dergleichen. Das ist Ihr natürlicher Zustand, den
Sie dadurch, daß Sie über ihn hinausgelangen wollen und versuchen, etwas
anderes zu sein, als Sie es wirklich sind, daran hindern, sich selbst
auf seine eigene Weise darzustellen.

Sie werden das niemals verstehen; Sie können es nur im Sinne Ihrer vergangenen Erfahrungen
erleben. Es liegt außerhalb des erfahrbaren Bereichs. Der natürliche
Zustand ist akausal: er geschieht einfach. Es ist keine Kommunikation
möglich und keine ist nötig. Das einzige, das für Sie real ist, ist die
Art und Weise, in der Sie funktionieren; es ist ein Akt der
Vergeblichkeit, meine Beschreibung dieses Zustandes auf die Weise zu
beziehen, in der Sie funktionieren. Was jedoch dann in Erscheinung
treten kann, wenn Sie mit all diesen Vergleichen aufhören, ist Ihr
natürlicher Zustand. Dann werden Sie auf niemanden mehr hören.

U.G. Krishnamurti

"Verhaftetsein wird deshalb zu einem Problem, weil wir ungebunden sein wollen. Was stimmt nicht mit dem Verhaftetsein? Die Permanenz: wir können nicht auf ewig an unseren Bindungen
festhalten. Da man das weiß, steigt man in das Karussell des
Losgelöstseins. Das alles kommt Ihnen sehr anziehend vor, denn Sie
meinen, Sie hätten jetzt ein Mantra, das Ihnen dabei helfen wird, mit
all den Schmerzen und dem Leid fertigzuwerden, die das Verhaftetsein
Ihnen bringt. Dann werden Sie mit der Idee des Losgelöstseins verhaftet
und verbringen den Rest Ihres Lebens damit, das Ziel des Losgelöstseins
zur Realität werden zu lassen."

"Der Mensch ißt um des Genusses willen. Ihre Eßorgien unterscheiden sich nicht von Ihren Sexorgien.
Alles, was der Mensch tut, macht er um des Genusses willen. Um Genuß und
Vergnügen zu finden, bedarf es des Denkens. Das schafft Probleme, denn
es gibt keinen Genuß ohne Schmerz. Es ist in physischer Hinsicht
unmöglich, den Genuß ewig andauern zu lassen. Also tritt der religiöse
Mensch dazwischen und sagt: 'Du sollst dich vom Denken befreien!' und
man stellt sich vor, daß ein gedankenloser Zustand ein sehr angenehmer
Zustand sein müsse. Deshalb strebt man ihn an. Genuß ohne Denken gibt es
nicht. Sie leben in einer Welt der Ideen, und deshalb sind Ihnen Ihre
Ideen so wichtig. Sie selbst sind eine Idee!"

"Es gibt keine Personen, und es gibt keinen Raum im Innern, um ein Selbst zu schaffen.
Was bleibt, nachdem die Kontinuität des Denkens verflogen ist, ist eine
zusammenhangslose, unabhängige Serie von Wechselwirkungen. Was in meiner
Umgebung geschieht, geschieht in mir. Es gibt keine Trennung. Wenn die
Panzerung, mit der man sich umgeben hat, demontiert wird, findet man
eine außergewöhnliche Sensibilität der Sinne, die auf die Phasen des
Mondes, den Lauf der Jahreszeiten und die Bewegungen der anderen
Planeten reagieren. Es gibt einfach keine isolierte, getrennte
eigenständige Existenz mehr, nur noch das Pulsieren des Lebens. "

U.G. Krishnamurti

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Antworten auf diese Diskussion

Anand Giri:
„Soll es hier nur um Jiddu Krishnamurti gehen, oder auch um U.G. Krishnamurti?
Sie sind ja beide große spirituelle Lehrer, es gab ja auch Begegnungen zwischen beiden.
Obwohl für mich U.G. der wichtigere ist.“



Hallo Anand,

willkommen in der Krishnamurti-Gruppe.
Im dem Einleitungstext ist nur von Jiddu Krishnamurti die Rede. Somit geht es wohl auch nur um die Aussagen von Jiddu Krishanmuti. Das war zumindest für mich ein Grund, dieser Gesprächsgruppe beizutreten.

Dennoch möchte ich dich fragen, warum du einen Unterschied in der Wichtigkeit zwischen U.G. und Jiddu Krishnamurti machst?

Geht es nicht vielmehr um Wahrheit? Wenn beide die Wahrheit sagen, wieso sollte ich dann unterscheiden zwischen dem einen und dem anderen?
Naja, freilich ist beim Eingangstext nur von Jiddu die Rede, aber da die Gruppe Krishnamurti heisst, und nicht Jiddu Krishnamurti war es für mich nicht eindeutig, daß es nur um Jiddu gehen soll.

Ich mach einen Unterschied in der Wichtigkeit für mich, nicht in der Wichtigkeit per se. Für viele andere mag Jiddu der inspirierendere sein.
Und ich kann U.G's kritik an Jiddu gut nachvollziehen.
Jiddu lehrt einerseits das Wahrheit ein pfadloses Land ist, betont aber dann doch wieder etwas Pfadhaftes, er geht über die Psyche hinaus, dann psychologisiert er doch wieder das ganze, er lehnt Organisationen ab, gründet dann doch wieder Organisationen, Schulen, etc., Wahrheit ist bei ihm einerseits unbedingt, dann hat sie aber doch wieder Bedingungen

Für mich erscheint U.G. da der konsequentere, aber auch der unbequemere zu sein. Jiddu ist noch ein Trost, U.G. ist desillusionierend, bei Jiddu scheint noch der glaube an einen freien Willen durch, bei U.G. nicht. Bei Jiddu gibt es ein Selbst, eine Seele, bei U.G. nicht.

Es geht beiden darum auf etwas wie Wahrheit hinzuweisen bzw. sie auch als Ziel infragezustellen. Aber dieses hinweisen scheint recht verschieden zu sein. Daher finde ich beide als durchaus "inspirierend", aber als durchaus verschieden.

"WAHRHEIT ist eine Bewegung. Sie können sie nicht einfangen und einschließen, ihr Ausdruck verleihen oder sie dazu benutzen, Ihre Interessen zu vertreten. In dem Moment, in dem Sie sie fassen, hört sie auf, Wahrheit zu sein. Was für mich die Wahrheit ist, das ist etwas, das Ihnen unter keinen Umständen vermittelt werden kann. Diese Gewißheit hier kann an niemanden weitergegeben werden. Aus diesem Grund ist das ganze Guru-Geschäft absoluter Unsinn.
...
So etwas wie Wahrheit gibt es nicht. Es gibt lediglich Ihre durch ‘logisches’ Denken ermittelte Prämisse, die Sie ‘Wahrheit’ nennen."

"Was immer Sie jedoch in dieser Richtung tun mögen oder worauf Sie auch aus sind - das Streben oder die Suche nach der Wahrheit oder der Wirklichkeit - es entfernt Sie aus dem Ihnen eigenen ganz natürlichen Zustand, in dem Sie sich schon immer befinden. Es ist nichts, das man erwerben, erringen oder auf Grund eigener Anstrengung erreichen kann; daher verwende ich das Wort 'akausal". Es hat keine
Ursache, aber irgendwie kommt die Suche dadurch an ein Ende."

"Es sind die Lügner, Gecken, Schwindler und Betrüger der Welt, die behaupten, sie hätten nach der Wahrheit gesucht und sie gefunden! Gut, Sie wollen für sich selbst herausfinden, was die Wahrheit ist. Können Sie sie finden? Können Sie die Wahrheit einfangen, sie festhalten und sagen: "Das ist die Wahrheit?" Ob Sie das akzeptieren oder ablehnen, ist dasselbe; es hängt von Ihren persönlichen
Vorlieben und Vorurteilen ab. Wenn Sie also für sich selbst herausfinden wollen, was die Wahrheit ist, was immer sie sein mag, dann sind Sie nicht in der Lage, sie entweder anzunehmen, noch sie abzulehnen. Sie setzen voraus, daß es so etwas wie Wahrheit gibt, Sie setzen voraus, daß es so etwas wie Realität gibt (eine letzte oder sonst eine), und es ist diese Annahme, die für Sie das Problem und das Leiden schafft!!!"


U.G. Krishnamurti

"Ich behaupte, daß die Wahrheit ein Land ist, zu dem kein Pfad führt, kein Pfad bringt uns ihr näher, keine Religion, keine Sekte... Ich möchte keiner spirituellen Organisation angehören, bitte verstehen Sie das... Wenn eine Organisation zu diesem Zweck geschaffen wird, wird sie zur Krücke, zur Schwäche, zur Fessel und wird unweigerlich das Individuum verkrüppeln, es am Wachstum hindern, an der Entfaltung seiner Einzigartigkeit, die darin besteht, die absolute, bedingunglose Wahrheit selbst zu entdecken... Dies ist keine grandiose Tat, denn ich will keine Anhänger, und ich meine das wirklich so. Sobald man jemandem nachfolgt, hört man auf, der Wahrheit zu folgen... Seit 18 Jahren bereiten Sie sich auf dieses Ereignis, auf das Erscheinen des Weltlehrers vor. Achtzehn Jahre lang haben Sie organisiert und nach jemandem gesucht, der Ihrem Herzen und Verstand neues Entzücken bringen soll ... der Sie befreien würde ... und jetzt schauen Sie doch mal, was eigentlich geschieht! Denken Sie nach, prüfen Sie sich selbst und stellen Sie fest, inwiefern dieser Glaube Sie verändert hat... Sind Sie irgendwie freier, größer geworden, gefährlicher für jede Gesellschaft, die sich auf Falschem und Unwesentlichem gründet?... Sie sind alle abhängig geworden, Sie haben Ihre Spiritualität, Ihr Glück, Ihre Erleuchtung von jemand anderem abhängig gemacht... Sie sind es gewohnt, daß man Ihnen sagt, wie weit Sie fortgeschritten sind, welchen spirituellen Status Sie haben. Wie kindisch! Wer weiß das besser als Sie selbst, wenn Sie unbestechlich sind?... Ich sehne mich nach Menschen, die versuchen mich zu verstehen, die frei sein wollen, ... frei von der Furcht vor der Religion, der Furcht vor der Befreiung, der Furcht vor Spiritualität, der Furcht vor der Liebe, der Furcht vor dem Tod, der Furcht vor dem Leben... Sie können neue Organisationen gründen und auf jemand anderen warten. Damit will ich nichts zu tun haben, weder mit neuen Käfigen, noch neuen Dekorationen für diese. Ich bin einzig darauf bedacht, daß Menschen absolut und bedingunslos frei werden können."

"Mein Ziel ist, die Menschen bedingungslos frei zu machen, denn ich behaupte, dass die einzige Spiritualität die Unbestechlichkeit des Selbst ist, denn diese ist zeitlos, sie ist die Harmonie zwischen Vernunft und Liebe. Das ist die absolute, unbedingte Wahrheit, sie ist das Leben selbst."

"Sie haben die Vorstellung, dass nur gewisse Menschen den Schlüssel zum Reich der Glückseligkeit besitzen. Niemand besitzt ihn. Niemand ist ermächtigt, diesen Schlüssel zu besitzen. Der Schlüssel ist ihr eigenes Selbst, und in der Entwicklung und der Reinigung und der Unbestechlichkeit des Selbst allein ist das Reich der Ewigkeit."


Jiddu Krishnamurti
1. Du widersprichst dir selbst.
Zuerst sagst du: „Naja, freilich ist beim Eingangstext nur von Jiddu die Rede….“
Um dann weiter darüber hinweggehend auszuführen: „…aber da die Gruppe Krishnamurti heisst, und nicht Jiddu Krishnamurti war es für mich nicht eindeutig, daß es nur um Jiddu gehen soll.“

Das ist für mich eine merkwürdige „Ja-Aber-Logik“ die darauf schließen lässt, das du dir offensichtlich die Dinge so hinbiegst, wie du sie gerne hättest.

Wenn man sich die Einleitung dieses threads jedoch ohne „wenn und aber“ anschaut, ist es absolut eindeutig, das es sich um Jiddu Krishnamurti handelt,- auch wenn die Gruppe nur „Krishnamurti“ heisst.

Zum einen ist ein Bild von Jiddu K. (zusammen mit einigen Kindern) zu sehen.
Zum anderen liest man im Eingangstext den vollständigen Namem, - nämlich Jiddu Krishnamurti (mit Angaben von Geburts- und Todestag).
Wenn man das also sieht, - und du hast es ja auch gesehen, dann verstehe ich nicht wie man mit einem „aber“ einfach über diese offensichtliche Tatsache hinweggehen kann.

2. Du vergleichst beide Krishnamurtis miteinander. Vergleichen (im psychologischen) hat immer mit bewerten zu tun und ist vom Wesen her destruktiv und agressiv.
Auf diese Weise möchte ich nicht über Krishnamurti sprechen. Mich interessiert der Wahrheitsgehalt der Aussagen.

3. Du führst viele Zitate von beiden Krishnamurtis an.
Bitte mach doch (in Zukunft) bei den Zitaten die vollständige Quellenangabe, so das man die Möglichkeit des Überprüfens hat.

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