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Liebe Yoga-Freunde,


seit einem Jahr besuche ich schon einen neuen Yoga-Kurs. Und es ist mir noch nie so extrem aufgefallen wie in diesem Kurs, denn ich hatte richtige Schwierigkeiten mich auf die Atemtechnik der Lehrerin einzulassen. Ich mache nun schon lange Yoga und hatte viele Lehrer, aber bis jetzt war das noch nie so extrem. Der Zusammenklang von Atem und Bewegung war bei ihr so anders als ich es kannte. Sie ist z.B.ausatmend in den aufschauenden Hund oder hat in Rückenlage das Becken ausatmend hochgehoben. Und ich kannte das eben genau anders. Sie hat oft eine Asana ausatmend durchgeführt, bei der ich aus meinem eigenen Impuls heraus eingeatmet hätte. Ich hatte mit ihr über mein Problem gesprochen und sie meinte, dass ich zu sehr an das andere Atemmuster gewöhnt war und versuchen sollte mich auf das Neue zu konzentrieren. Das glaubte ich dann zunächst auch, denn ich hatte davor überwiegend Asthanga-Yoga gemacht. Ich glaubte wirklich, dass ich eben das erlernte Atemmuster der jeweiligen Lehrtradition übernommen hatte. Das hat mich sehr beschäftigt und trotzdem versuchte ich mich auf das neue Atemmuster einzulassen, mich umzugewöhnen obwohl ich immer wieder merkte, dass es mich sehr anstrengt ,,so" zu atmen.

Zufällig (ich weiß, es gibt keine Zufälle :-)) entdeckte ich bei der Suche nach Weihnachtsgeschenken ein wunderbares Buch, das mir endlich bestätigte, das mein ,,Problem" gar kein Problem war! (ohne Werbung machen zu wollen - ,,Yoga und Atemtypen" von Anna Trökes und Margarete Seyd) Es gibt zwei unterschiedliche Atem-Konstitutionstypen, den ,,lunaren" Atemtyp (= einatem-betonter Typ) und der ,,solare" Atemtyp (= ausatem-betonter Typ). Ich habe die ersten 100 Seiten schon gelesen und es wurde mir klar, warum ich solche Schwierigkeiten mit dem Atemmuster meiner Lehrerin hatte, denn meine Atmung war eher einatem-betont  und meine Lehrerin ist der ausatem-betonte Typ. Laut dem Buch ist bei jedem Menschen ein bestimmter Atemtyp klar und deutlich ausgeprägt, nur ist das den meisten nicht bewusst. Deshalb hat man gewisse Vorlieben und Abneigungen gegen bestimmte Bewegungen und Haltungen bzw. den Zusammenklang von Bewegung und Atem. Und wenn man seinen Atemtyp erkennt und sich darauf konzentriert, ist das nur sehr fördernd für das Wohlbefinden und die eigene Energie und es gibt der eigenen Yogapraxis eine bessere Qualität. Dank dieser neuen Erkenntnis kann ich (ohne Verunsicherung) in Zukunft aufatmen und mich ganz auf meinen Atemtyp konzentrieren. Ich habe jetzt vor kurzem mit meiner Lehrerin über die unterschiedlichen Atemtypen gesprochen und sie war sehr aufgeschlossen und interessiert.
Mich würde interessieren:Hattet ihr auch schon das Problem sich auf das Atemmuster eines Lehrers einzulassen?Und eine Frage an die Yogalehrer: Hattet ihr schon Schüler mit dem gleichen Problem? Wie seid ihr damit umgegangen? Geht ihr auf die unterschiedlichen Atemtypen ein?
Meinungen und Erlebnisse hierzu würden mich sehr interessieren, denn ich finde dieses Thema sehr spannend!
Liebe Grüße,Angi :-)

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Hallo Klaus,

das wäre wirklich mal interessant, ob der vorgegebene Atemrhytmus von allen als angenehm oder passend empfunden wird!

Lg, Angi

Hallo Klaus,

Mein Sonnengruß ist deinem ähnlich, nur das ich es persönlich angenehmer finde einatmend in den Hund zu gehen.

Aber schön, dass deine Teilnehmer mit dem vorgegebenen Atemrythmus keine Probleme hatten! Danke für die Rückmeldung!

Ich atme mittlerweile eben so wie ich es als angenehm empfinde :-)

Herzliche Grüße,
Angi
Desikachar schreibt dazu: Wenn wir den Körper und den Atemraum dehnen, atmen wir ein, wenn wir mit dem Körper das Volumen des Atemraums zusammendrücken, folgen wir dieser Bewegung und atmen aus.

Ich komme damit sehr gut zurecht und es fühlt sich auch richtig an. Habe auch mal einen Kurs mitgemacht, in dem es oft gegenteilig gemacht wurde, damit bin ich gar nicht klargekommen, es fühlte sich für mich völlig unnatürlich an.

LG
Andrea

Sehr gute Frage:-))) Ich beschäftige mich auch gerade damit, aber das mit den "Atemtypen" war mir neu. Vielen Dank für den Tipp. In letzter Zeit bin ich nämlich auch sehr am Überlegen, wann man ein - und ausatmen sollte bei einzelnen Asanas. Im Sonnengruß war´s mir klar, aber zum Beipspiel in der sitzenden Vorbeuge: Schiebe ich mich langsam beim Ausatmen nach vorne, oder beim Einatmen. Oder Bewegungsabläufe wie der Delphin: nach vorne, wenn ich ein - oder ausatme? Man lernt in jeder Ausbildung was anderes und in meinen vielen Büchern steht auch immer was anderes drin :-( Meine eigene Logik war bisher immer, dass wenn ich Kraft brauche oder mich dehnen will, ich das während dem Einatmen mache, weil so der Körper "frischen"Sauerstoff bekommt, den er dafür braucht. Allerdings merke ich auch gerade, dass ich bei Dehnungen weiter komme, wenn ich während dem Ausatmen weiter in die Dehnung gehe.

Wenn es tatsächlich so ist, dass es zwei unterschiedliche Atemtypen gibt, wäre das nicht wirklich einfach im Unterricht. Mir ist es wichtig, das meine Schüler mit der Atmung arbeiten, egeal ob bei Flows oder länger gehaltenen Asanas. Deshalb sage ich das immer an und beschäftige mich gerade sehr damit.

Echt interessant, ich glaube ich muss das Buch haben:-)

Aber ich bin da so wie Du ...........beim aufschauenden Hund atme ich ein, rein vom Impuls her "arbeite" ich generell beim Einatmen.

 

Wenn ich bei der sitzenden Vorbeuge die Dehnung verstärken will, gehe ich beim Einatmen ein wenig hoch und strecke den Rücken (also Volumen des Atemraums erweitern), mit der Ausatmung gehe ich dann tiefer in die Dehnung (Reduzierung des Volumens).

Bei der Kobra und beim Aufschauenden Hund verstärke ich die Dehnung mit der Einatmung. (Erweiterung des Atemvolumens)

Beim Yin Yoga bleibe ich nur entspannt in der Haltung (da streckt man ja auch den Rücken nicht) und lasse den Atem fließen.

Ich werde vielleicht auch mal in das Buch schauen, ob das mit den Atemtypen schlüssig ist und was das konkret bedeutet. Ich kann mir schwer vorstellen, dass die Anatomie der Menschen so gegensätzlich ist. Atmen manche Menschen wirklich ein, wenn das Volumen im Brustraum geringer wird? Führt das zu besonderen Wirkungen?

Wenn ihr mehr herausgefunden habe, lasst es uns wissen. Vielleicht findet sich ja jemand im Forum, der das mit dem Atmen anders herum macht.

Liebe ShivaDiva,

Ich dachte auch immer, dass die Atmung eben anatomisch bedingt beeinflusst wird. Also beim Dehen des Brustraumes eher eine Einatmung und beim Zusammenziehen eher eine Ausatmung erfolgt.

Aber meine neue Lehrerin, hat mir gestern erzählt, dass sie es daheim ausprobiert hat so zu atmen wie ich es getan hätte und meinte, dass es ihr z.B. leichter fällt wenn sie sich ausatmend in den aufschauenden Hund erhebt und das sie bei einer Einatmung das Gefühl hätte als hätte sie keine Kraft um sich in die Haltung zu begeben.

Ja und genauso ist es bei mir, ich kann mich z.B. nicht ausatmend in die Kobra erheben, da habe ich wiederum das Gefühl, als wäre ich kraftlos.

Das habe ich mir auch gedacht, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man das im Unterricht unterbringen könnte, dass beide ,,Atemtypen" unterstützt/angeleitet werden können. Das Buch ist wirklich sehr interessant, ich bin leider noch nicht all zu weit mit dem Lesen gekommen...

 

Hallo Angi,

ja, das mit den Atemtypen kann im Unterricht eine ganz schöne Herausforderung sein, da man die einen eher an das Ausatmen erinnern muß und die anderen eher an das Einatmen.

Allerdings habe ich noch nie die Erfahrung gemacht, daß einer meiner Lehrer die Atmung genau andersherum ansagt, wie der/die andere. Das finde ich doch eher seltsam...

Viele Grüße

Andrea

Hallo liebe Angi.

Ich habe das Buch von Anna Trökes und auch den Kurs bei Ihr und Margarethe Seid gemacht.

Das Credo daraus ist, dass jeder genaus so atmen soll, wie es stmmig ist.

Oder am besten, man sucht sich die Yogalehrerin die derselbe Atemtyp wie man selber ist. Darum wurde der Kurs auch von Anna und Margarethe gleichzeitig gehalten, denn Anna ist Einatmer und Margarethe Ausatmer.

Wenn das nicht möglich ist, dann bitte die Atemanweisungen, die ungünstig sind, ignorieren und nach dem eigenen Atemrythmus atmen, Keinesfalls umgewöhnen!!!!!

Es ist nicht nur die Atmung die sich unterschiedlich anfühlt, sondern auch das Erfahren der Asanas ist unterschiedlich.

Als Yogalehrerin ist es nicht einfach im Unterricht auf die verschiedenen Atemtypen in einer Klasse einzugehen. Man müssten dann z.B. sagen, die Einatmer atmen beim Heben der Arme jetzt ein und die Ausatmer aus. Da redet man schnell viel zu viel.

Ich handhabe das so, dass ich alle neuen Schüler am Anfang kurz darüber informiere, dass es zwei Atemtypen gibt, und das die Festlegung darauf bei der Geburt geschieht, dass sie aber, wenn sie meiner klassischen Yogaatmung Ansage nicht folgen mögen, atmen wie es stimmig ist. Hauptsache atmen!

Ich hoffe mit meinem Beitrag ein wenig Licht in Deine Yogapraxis gebracht zu haben, und kann allen Yogalehrern wärmstens empfehlen, das Buch von Anna Trökes und Margarethe Seid zu lesen.

Caroline

Hallo Caroline,

Der Kurs bei Anna war sicherlich interessant!!!
Da gebe ich dir recht, als Lehrer ist es mit Sicherheit nicht einfach auf beide Atemtypen im Ubterricht einzugehen. Das würde wahrscheinlich zu einer unangenehmen Frontbeschallung ausarten und es würde das Gefühl entstehen ,,ich kann nicht zu mir finden, weil da durchgehend einer quatscht" :-)

So wie du das machst finde ich sehr gut gelöst! ;-)

Liebe Grüße, Angi

Hallo, Angi!

Das bipolare Atmen kenne ich aus dem Bereich des Gesangs. Ich bin selber professionelle Sängerin, wurde jahrelang auf solares (Bauch) Atmen trainiert und fühlte mich immer damit eingeengt, bis mir eine Fachfrau aus dem Bereich (Renate Schulze Schindler) bei einem Workshop mitteilte, ich sei ja auch Lunar , also Brustatmer...

Angeblich bestimmt der Zeitpunkt und der Ort der Geburt, welcher Atemtyp man ist. Ich habe seitdem das lunare Atmen zugelassen und fühle mich beim Singen viel wohler und ausserdem unterrichte ich seitdem meine Gesagsschüler nach diesem Prinzip mit großem Erfolg - übrigens tuen das auch meine ehemaligen Gesangsprofessoren der Uni (Universität der Künste).

Nun zum Yoga: ich bin selber Yogalehrerin mit einem eigenem Studio (http://www.bamboo-yoga.de) in Berlin und habe in meiner Yogalehrer Ausbildung ganz genau gelernt, wann man ein- und ausatmen soll und empfinde diese Anweisungen auch als sehr natürlich und gut nachzuempfinden, die Auswirkungen spürbar. Ob ich nun Solar- oder Lunar bin, spielt meiner Meinung nach keine Rolle. Der Lunare Typ hat den Fokus mehr auf der Brustatmung und der Weitstellung und Weithaltung (auch bei Ausatmen) der Rippen und des oberen Brustraums und der solare Typ atmet verstärkt in den Bauch. In der Yogischen Atmung gehören ja auch beide Atmungen dazu.

Im Grunde, kann jeder, der sich längere Zeit mit Yoga oder seiner Atmung beschäftigt, spüren, welche Atmung ihm guttut. Der Brustbereich wird in vielen Schulen allerdings oft vernachlässigt- oder sogar, wie bei älteren Gesangslehrern- absichtlich ausgelassen. Hier gilt die Brustatmung sogar manchmal als "schädlich" und "unnatürlich".

Nun hat uns der liebe Gott aber auch Lungen gegeben und nicht nur das Zwerchfell- und diese sollten, nach meiner Meinung, auch zum Atmen benutzt werden.

Gerade Schwangere, bei denen der Bauch auf das Zwerchfell drückt oder Menschen mit Atemwegserkrankungen, um nur einige zu nennen, sollten immer für eine gute Durchlüftung der gesamten Lunge sorgen und das kann man mit der Brustatmung trainieren.

Die Ein- und Ausatmungsreihenfolge bleibt davon doch unberührt.

Ich selber lege meinen Schülern im Yogaunterricht ab und zu die Hände auf den oberen Rippenbreich am Rücken, um deren Fokus bei der Atmung zu erweitern. Viele Menschen haben überhaupt keinen Zugang zu diesem Bereich und sie sind anschließend überrascht, wie belebt und gut durchlüftet sie sich anschließend fühlen.

Es gibt einige Asanas, in denen werden sogar beide Wege der Reihenfolge des Ein- und Ausatmens angeleitet, je nachdem, ob die Übung eher auf die Verdauung oder auf die Gelenke wirken soll.

Eine spannende Diskussion auf jeden Fal!

Alles Liebe,

Birge

http://www.bamboo-yoga.de

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