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Wer kann mir weiterhelfen oder erkennt sich in meinem Problem?
Als ausgebildete Yogalehrerin ertappe ich mich recht oft, dass ich das 'Geschrei' meiner Kinder nicht ertragen kann. Ich sehne mich nach Ruhe und Stille. Ganz ehrlich geht es mir das Theater auf den Geist!. Dabei kann es dann schon mal passieren, dass ich aus der Haut fahre. Fühle mich danach natürlich total schuldig und erkenne das auch gegenüber meinen beiden Mädels. Wie kann ich dieses Manko eher erkennen und was ist dann der richtige Weg. Gerne lese ich eure Meinung und besonders natürlich von anderen Yogamüttern oder -vätern....
Alles Liebe, Christiane

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Hallo, der richtige Weg liegt in der Ruhe in dir. Von dort ausgehend kannst du anderen erklären, was für alle besser ist. Mit freundlichem Gruß Wolfgang.
Hallo, beides ist völlig normal. Das "Geschrei" deiner Kinder, dein Bedürfnis nach Ruhe und Stille.
Aber, bist du, für deine Töchter zu ruhig, zu sehr zentriert, zu sehr in dich gekehrt?
Wollen sie unbewußt dich "lebhaft" sehen?
Hallo Christiane,

habe selbst zwei Söhne (4 Monate und 3 Jahre) und finde es eher natürlich, dass Dir das Geschrei irgendwann zuviel wird. Aus meiner Sicht geht es nicht darum, als Yogi alles auf dieser Welt zu "ertragen", sondern auf eine angemessene Art Grenzen zu setzen, wenn es Dir zuviel wird. Dafür musst Du Dich nicht schuldig fühlen. Vielleicht wartest Du damit zu lange, so dass Du noch heftiger reagierst? Auch Wut gehört zum Leben, ein gutes Beispiel ist die Geschichte von Jesus, der wütend alle Händler aus dem Tempelhof wirft.
Ich selbst versuche rechtzeitig anzukündigen, wenn es mir zuviel wird. Möglichst ohne Vorwürfe, aber mit Klarheit. Wichtig ist, dass es vor allem darum geht, dass mir etwas zuviel wird und nicht darum, ihm etwas zu verbieten. Reagiert mein Sohn nicht, werde ich lauter und deutlicher.
Gleichzeitig versuche ich, auch seine Bedürfnisse zu erkennen und anzuerkennen. Wenn möglich, schlage ich einen Kompromiss vor, dass er beispielsweise statt mit der Gabel auf den Porzellanteller mit den Fingern auf den Tisch trommelt. Das Spiel leicht abwandelt oder in ein anderes Zimmer verlegt. Manchmal ist es auch einfach so, dass er mehr Aufmerksamkeit braucht oder mehr Ausgelassenheit.
Mit dem Säugling klappt das natürlich so noch nicht, aber auch ihm teile ich mit, wenn ich gerade ratlos über sein Weinen bin und es mich anstrengt. Wenn auch nicht auf der wörtlichen Ebene, so bin ich doch sicher, dass etwas davon ankommt.
Insgesamt halte ich die yogischen Prinzipien von Gewaltlosigkeit (auch mir selbst gegenüber) und Wahrhaftigkeit im Zusammenhang mit Erziehung für sehr wichtig.

Yoga hilft mir, zu einer inneren Stille zu finden, die Turbulenzen im Aussen leichter ertragen lässt. Die Übung Antar Mouna beispielsweise finde ich sehr hilfreich, stammt aus alten tantrischen Schriften und wurde im Satyananda Yoga an die modernen Bedürfnisse angepasst. Es gibt eine CD, auf der Swami Prakashananda auf deutsch durch die Übung führt.

Herzliche Grüße,
Mario
Liebe Christiane,
ich habe 'nur' eine achtjährige Tochter, aber ich kenne was du beschreibst. Dieses 'aus der Haut fahren' ist doch sehr menschlich und zeigt deinen Mädels hier ist aber richtig STOP. Klar erschrecke ich manchmal, wenn es mir passiert, war es doch nicht beabsichtigt. Dann denke ich darüber nach, was ich ändern könnte, damit es so nicht mehr passiert. So interagieren wir doch alle miteinander.
Schau doch auch mit mehr Verständnis auf dich und wie du gefordert wirst.
Es geht immer ums Gleichgewicht, wenn es dir gut geht wird es deinen Töchtern auch gut gehen. Und klaro kann einem das Theater manchmal auf den Geist gehen. Dann entscheide ich immer neu, kann ich gerade damit leben und möchte ich es jetzt vielleicht mal etwas leiser haben. Das versteht meine Tochter dann, immer öfter :-).
Ganz herzliche Grüße
Doris von
www.yogalehrer-online.de
Hallo Ihr Lieben,

Ganz herzlichen Dank für eure guten Gedanken. Konnte am Wochenende sogar lachen als die beiden ( übrigens 12 und fast 11) runter kamen und genau wussten, dass ich nicht so begeistert war vom Lärm.... Wir haben dann zusammen d'rum gelacht!
Das "Sich schuldig fühlen" spielt bei mir noch ein grosse Rolle. Ich würde das gerne los werden.

Alles Liebe, Christiane
Also meine Tochter ist jetzt 16. In dem Alter ist es auch nicht einfacher als vorher. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass ich, wenn ich nicht richtig laut werde, gar nicht ernst genommen oder nicht registriert werde, wenn ich irgenwelche Anweisungen gebe. Ähnliches haben mir andere Mütter auch berichtet. Kinder/Teenager müssen eben die Grenzen austesten. Das gehört dazu. In dem Zusammenhang halte ich es für meine Pflicht als Mutter manchmal hart durchzugreifen und für Disziplin zu sorgen. Das ist nicht angenehm.. Vielleicht ist dieser Blickwinkel auch hilfreich :-)
Hallo Christiane,

ich bin keine Mutter, möchte aber dennoch darauf antworten.
Ich denke auch, dass das völlig normal ist und man keine Schuldgefühle haben muss. Ich selbst möchte auch immer darauf achten, also Yogi eine gewisse Ruhe und Gelassenheit zu wahren, aber ertappe mich immer wieder dabei, dass mir Kinder den letzten Nerv rauben:-)
Vieles, was mich früher gestresst hat, ist heute kein Thema mehr. Kindergeschrei aber bringt mich immer noch "auf die Palme". Da gibt es nun mal keinen Knopf, den man ausschalten kann, wann man will.

Hast Du denn Schuldgefühlen Deinen Kindern gegenüber, oder Dir selbst? Fühlst Du Dich schuldig, Deine Kinder angeschrieben zu haben, oder bist Du eher enttäuscht nicht "yogisch" reagiert zu haben?
Und wärst Du auch so schuldbewusst, wenn Du keine Yogalehrerin wärst? Wäre es dann für Dich "normaler", dass man mal aus der Haut fährt?
Ich selbst denke nämlich oft, dass man sich großen Druck macht, immer entspannt und gelassen sein zu wollen, nur weil man Yogi ist.
In erster Linie bin ich aber auch "Mensch". Und manchmal halt auch ein genervter! :-)

Gruß
A.
Danke dir, Lux Dei. Schöne Worte. Vor allem das segnen. Es ist mir sogar schon gelungen meiner Emotionen bewusst zu sein und sie eben so schnell wieder verflogen. Dannach musste ich sogar ein bisschen darüber lachen.

Lieben Gruss, Christiane

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