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Hallo ihr Lieben,

ich unterrichte seit einigen Jahren - klassischen Hatha Yoga und nach einer weiteren Ausbildung neuerdings auch den Vinyasa-Stil. Mir war die spirituelle Dimension immer sehr wichtig, in der eigenen Praxis und im Unterricht.

An den amerikanischen Yogatrends mag ich die Dynamik, mir fehlt dabei aber oft die Tiefe (3x Om am Ende - wenn überhaupt - und alle rauschen schnell ab nach Hause).

Nun stelle ich an der Resonanz der Teilnehmer fest, dass das westliche, sportliche Yoga viel besser ankommt. Kurse, die wie eine Pilatesstunde ablaufen - ohne viel spirituellen Input - laufen einfach besser.

Darüber bin ich so enttäuscht. Für mich ist Yoga kein Sport sondern eine Art Gottesdienst. Wenn ich in  Firmen unterrichte, dampfe ich diesen Aspekt ziemlich ein, aber in meinen eigenen Kursen... Ich fühle mich so im Zwiespalt zwischen, dem was nachgefragt wird und dem, was mir selbst am Herzen liegt.

Ich überlege, nur mit den Fortgeschrittenen, die ich schon länger kenne und die MICH länger kennen, mehr in die Philosophie und ins Mantren-Singen etc. zu gehen. Oder ich weise in der Kursbeschreibung explizit aus, in welcher Stunde es sportlicher zugeht und wann noch etwas anderes gefragt ist.

Wie geht ihr mit diesem Thema um?

Ähnliche Zwiespälte? Lösungsvorschläge?

 

Hari Om

Maren

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Om namah shivaya, liebe Maren.

Ich unterrichte jetzt seit 1999 ... und ich verstehe, was Du meinst.

Für mich hat sich dieses Thematik im Laufe der Zeit wie folgt dargestellt und gelöst.

Ich gehe immer mehr dazu über, die Menschen, die "jungfräulich" in einen frisch ausgeschriebenen Yoga-Kurs oder Eimzelunterweisung kommen, sehr langsam aber kontinuierlich an die sprituellen Aspekte heranzuführen. Om Singen, ein Mantra zu Beginn oder am Ende der Stunde ... das geht schon immer auch gleich zu Anfang. Nun, und dann lasse ich immer mal wieder kleine "Vorträge" einfließen, damit sie erstmal die Leichtigkeit dessen begreifen. Nichts ewig langes ... vielleicht 10 Minuten, jede 2-3. Stunde eine kurze Erklärung der Bhakti- und Jnana-Aspekte. Da rezitiere ich auch mal das ein oder andere längere Mantra zu aktuellen Themen (Mitgefühl für Menschen in Not), dann gebe ich eine kurze Erläuterung zu Was ist das OM oder was sind Mantras, welche Arten gibt es, warum gibt es sie ... wir meditieren ab und an gemeinsam ... ich stelle verschiedene Gottheiten und ihre vorherrschenden Aspekte kurz vor, gerne auch anhand einer kurzen Geschichte am Ende der Stunde. Diese sind ja sogar oft sehr amüsant.

Und damit habe ich das Gefühl, dass sich die Menschen gut und gerne öffnen.Mir wurde auch schon gesagt, dass es die eigene Selbstverständlichkeit im Umgang mit diesen Aspekten ist, die eigene Leichtigkeit damit, die überzeugt und Lust auf mehr macht.

Jnana und Bhakti Yoga sind ja wirklich auch etwas sehr freies, wunderbares, ethisches, erfreuliches, dienliches, wohltuendes ... fern ab von Dogma und religiösem Zwang. Und ich glaube, eigentlich fühlt sich jeder zu diesem Tiefgang hingezogen.

Meine Kurse schreibe ich auch immer entsprechend aus. Also ich erwähne, dass wir uns neben den körperlichen Aspekten des Yoga auch den philosophischen und spirituellen Wuzeln widmen. Workshops differenziere ich thematisch noch viel stärker.

Und - genau wie Du schreibst - dann gibt es aber auch Aufträge, in denen explizit nur die gesundheitlichen Aspekte gewollt sind ... und da kann ich das dann auch gut so sein lassen.

Ich wünsche Dir viel Spaß weiterhin mit dem Unterrichten und in der eigenen Praxis.

Ganz herzliche Grüße,

Hari OM

Barbara

 

 

 

Hallo Marenka
Ich bin noch ziemlich (neu) im unterrchten,aber ich halte es ähnlich wie Barbara..kommt auf die Stimmung der Teilnehmer an,manchmal nehme ich mir vor etwas mehr spirituelles einfliessen zu lassen,aber die *Aura* stimmt nicht...ein anderes
mal habe ich mein festes Programm stehen,ja und just da bemerke ich ups nun doch ein Mantra,eine Chakrenerklärung,
oder eine etwas andere Tiefenentspannung mit mehr Tiefgang ...aber ich merke immer mehr,das meine Schüler damit nachdenklicher umgehen und sich eigentlich wohl dabei fühlen :-) macht auf jeden Fall viel Freude!
wünsch Dir weiterhin einen liebevollen Yogaunterricht...Om shanti Uma
Hallo Maren,
versuche doch mal, Philosophie in durchaus anstrengende, sportliche Stunden einfliessen zu lassen! Ich habe gerade erst selbst eine Stunde bei Yogaglo gemacht, wo es darum ging, den eigenen Grenzen mit “Softness “ zu begegnen, und anschließend auch im Alltag mal zu beobachten, ob die Welt auch mit Weichheit reagiert, wenn ich entsprechend an sie herangetreten bin. So eine Art von Reflexion finde ich 10 mal hilfreicher als Wissen um Mantren oder Gottheiten. Nur so'n Beispiel :-)
Gruß, Julia

Hallo Maren,

 

ich flechte auch immer mal was ein, aber meistens zwanglos zwischendurch, wobei ich manchmal auch in ziemlich tiefe Philosophie gerate; aber besser nur am Ende des Kurses, oder bei älteren Schülern. Da muß man auch ´n bißchen schauen, wie die Leute drauf sind; mit indischen Göttern und Mantras hab ich es selbst nicht so, finde ich auch ziemlich irrelevant; aber wenn man über Energiezentren, über den tieferen Sinn der Religionen, das Erwachen des Interesses der Wissenschaft und deren hochinteressante Forschungen zu Meditation spricht, dann sind die Leute geneigter, zuzuhören, als wenn Du die schönsten Mantras singen möchtest. Auch meditieren läßt sich schon nach ein paar Kursterminen, wenn auch besser nur kurz. Übrigens bin ich ein Ossi, die meisten Leuten lächeln nur (wie ich finde, zu Recht), wenn da jemand von einem persönlichen Gott redet; aber eine überpersönliche Wirklichkeit akzeptieren viele viel leichter. Am wichtigsten finde ich ohnehin die Achtsamkeit auf das Tun, das Spüren, und das in den Alltag mitzunehmen; Glaubensdinge und Rituale, so hilfreich sie mal sein mögen, finde ich da nur zweitrangig.

 

Eine Empfehlung, an alle, für ein hochinteressantes Buch und die dazugehörige Webseite: http://gott90.de/

 

Beste Grüße Rainer Qibla

Hallo ihr alle,

 

vielen Dank für eure Antworten - interessant zu hören, wie ihr das so macht.

Im Grunde habe ich - aus meiner Perspektive - gar keine Ambitionen, hochgestochene Philosophie abzuhandeln. Ich singe immer ein bestimmtes Mantra am Anfang und am Ende, lasse ein paar Anregungen am Anfang sowie bei den Asanas einfließen und komme am Ende der Stunde noch einmal drauf zurück. Die Themen die ich wähle sind auch recht alltagstauglich, z.B. eigene Grenzen, Achtsamkeit, im-Moment-sein, Hingabe...

Aber selbst das scheint einigen too much zu sein. Wahrscheinlich muss ich einfach darauf vertrauen, dass die Lehrer und Schüler die richtig füreinander sind, schon zusammen finden.

Zum Glück bin ich finanziell noch nicht so davon abhängig, also kann ich auch recht entspannt bleiben, wenn der Kurs nicht so voll sein sollte.

 

Hari om

Maren

Und danke, Qibla, für den Literaturtipp. Ich halte viel von Spiral Dynamiks, worauf sich die Inhalte wohl zum Teil beziehen. Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass gute Ansätze in dem Buch zu finden sind.

Danke, keine Ursache! Ja, das Buch bezieht sich auf Spiral Dynamiks, ist übrigens von 3 evangel. Theologen geschrieben. Ich verteil auch gern Kopien, z.B gab es in der "Zeit" mal einen interessanten Beitrag zu Wissenschaft und Meditation, gut geeignet auch für Skeptiker, zu finden im Internet unter

 

http://www.zeit.de/2008/06/P-Ulrich-Ott

 

Beste Grüße Rainer Qibla

 

 

 

Hallo Maren, ich unterrichte seit 12 Jahren Hatha-Yoga und mein Unterricht ist spirituell orientiert, sonst wäre ich nicht authentisch.Ich lese in jeder Stunde spirituelle Texte vor und erläutere sie. Yogaphilosophie ist wichtig für mich und für meine Teilnehmerinnen. Ich habe 6 Kurse und sie sind alle sehr gut besucht. Manche Teilnehmerinnen sind seit 12 Jahren dabei.

Wir meditieren gemeinsam, allerdings nur kurz.

Du mußt überzeugt auftreten, Deine Überzeugung klar rüberbringen.

Im übrigen ziehst Du nach dem Gleichheitsprinzip die Leute an, die zu Dir passen.

 

Namaste Anita

 

Hallo Maren,

nein ich habe keine zwiespaelte.Fuer viele ist der mehr sportliche yoga ein guter begin um yoga zu ueben und wenn man die atmung in die uebung hinein nimmt kommt der tiefgang und das koerpergefuehl von selber.

Ich biete yogagruppen an fuer anfaenger und fortgeschrittene, fuer aeltere sowie eine kombination von yoga und meditation.

Hier in Holland sagt man es kommen die leute zu dir die deinen yoga moegen/wollen - lass es einfach entstehen.

Es ist wichtig das du das machst was zu dir passt.

 

Herzlichen gruss Beate

 

Liebe Maren

verstehe sehr gut was Du meinst. Du machst es schon richtig, weise darauf hin. Du ziehst immer mehr die Leute an in die Stunden die Du vorgibst. Es ist leider so das der geistige Aspekt anstrengender ist für die Leute und feindlicher. Menschen die auf der spirituelle Schiene sein möchten, bewegen sich nicht gerne, darum gehen sie zu Geistheiler, Meditationsgruppen, Kryonschule - aber sicher nicht ins Yoga. Ich habe Glück - ich bin Psychologin und Yogalehrerin. Ich gebe an die normalen Hatha Yoga Gruppen psychologische Tipps aus dem Spitzensport weiter und die gehen ins Herz wie Honig. Meine Kundalini Gruppe (klasische Art) ticken so oder so yogisch-spirituell. 

Es braucht Zeit und viel Geduld. Aber mache so weiter. Bleibe bei Deiner Linie und biete beides an.

Viel Glück

Herzlichst

Sibylle

yoga-kultur.ch

 

Ich habe meine Formulierungen angepasst/modifiziert.

Nun rede ich von Kühlschränken statt von Energien, vergleiche das Beobachten des Minds mit Bahnhöfen oder lasse die TN einfach eigene vorher/nachher Vergleiche machen.

Ich hatte mal eine tolle Inspiration aus dem Ayurveda und musste im Kurs feststellen, das dortnoch niemand von Ayurveda gehört hatte. Damit hatte ich nicht gerechnet!

Das musste dann schnell eine Alternative her.

Und ich danke meinen Schülern, die mich da auf den Boden der "Normalen" zurück geholt haben, da mein Freundeskreis fast nur aus Gleichgesinnten besteht ;o)))

Kann man hierauf eine pauschale Antwort geben? Möglicherweise hängt dies von den

Schülern ab. Die "Masse" hat, denk ich, mit spirituellem wenig am Hut.Das sind schon eingefleischte,

sag ich mal, Schüler welche an der Yoga Philosophie und Mantra-Singen interessiert sind.

Mantra-Singen ist auch nicht so meins. Mantra-Hören dagegen stundenlang...........

 

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