yogapad.de | Dein Forum für Yoga, Meditation, Ayurveda und mehr

Einige grundlegende Erörterungen der verschiedenen existierenden Yoga-Stile, die Dir helfen können, den für Dich richtigen zu finden.

Zunächst solltest Du Dich fragen, welche Bedürfnisse als Übende/r Du in Deiner bestimmten Lebensphase hast. Erst dann kannst Du aus der Vielzahl an unterschiedlichen Ansätzen und Ansprüchen der Yoga-Stile den für Dich richtigen entdecken.

Grundsätzlich kann man sagen, dass in fast allen Stilen die gleichen Asanas praktiziert werden. Allerdings gehen die Schwerpunktsetzungen und Ausführungen der Übungen teilweise weit auseinander. Viele Stile legen besonderen Wert auf die präzise Ausführung der Haltungen oder auf die Verbindung von Atem und Bewegung. Andere bevorzugen ein statisches Üben oder das fließende Verbinden der Asanas.

Die ursprünglich in Indien entstandenen, traditionellen Stile sind Sivananda, Kundalini, Vini Yoga, Ashtanga und Iyengar. Neuere Stile wie Power- oder Tri-Yoga, Bikram, Jivamukti, Anusara und das Vinyasa Flow Yoga haben sich in den letzten Jahrzehnten in den USA herausgebildet. Dabei versuchen sie häufig, die unterschiedlichen Richtungen und Elemente der traditionellen Stilrichtungen zu verbinden. Beispielsweise ergänzen die Präzision und Technik von Iyengar oder Anusara einen fließenden Stil hervorragend, während etwa Yin Yoga einen wunderbaren Ausgleich zum kraftvoll dynamischen Üben bietet.

Genaue Erläuterungen der technischen und anatomischen Aspekte der Asanas erhält man in Iyengar-Stunden. Hier werden die Positionen kraftvoll und mit Genauigkeit gehalten. Dank unterstützender Hilfsmittel können auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen diese Yoga-Richtung praktizieren. Therapeutischen Bezug findet man insbesondere bei Vini Yoga. Hier steht der individuelle Ansatz im Vordergrund, bei dem jeder Übende die für ihn passenden Variationen der Asanas wählen kann.

Wenn Du Deine Ausdauer verbessern und den Fokus auf athletisches Üben richten möchtest, die Tradition aber nicht aus den Augen verlieren möchtest, kannst Du Dich beim Ashtanga Vinyasa Yoga auspowern. Eher Fitness-orientiert sind Bikram, Hot- oder Power Yoga, das heißt Gesundheit und Sportlichkeit stellen hier die Grundvoraussetzung für effektives Üben dar. Ebenfalls körperlich herausfordernd sind Jivamuikti-Stunden. Hier allerdings in Kombination mit Musik und Mantren, Chanting und Meditation, also der klassischen Yoga Philosophie.

Suchst Du eher Entspannung, kann Yin Yoga das Richtige für Dich sein. Mit seinem Fokus auf tiefem Dehnen und Meditation in den Asanas wird besonders auf Entspannung und Geduld hingearbeitet. Ebenfalls in sanft-enspannendem und fließendem, aber auch in kraftvoll-dynamischem Rhythmus übt man im Vinyasa Flow Yoga. In dieser freigeistigen und kreativen Form des Yoga verweilt man in regelmäßigen Abständen in den Haltungen um in die Tiefe der Asanas hineinzuspüren.

Am besten besuchst Du verschiedene für Dich in Frage kommende Kurse. Denn natürlich fallen alle Angebote je nach Lehrer und dessen Erfahrungsgrad und Persönlichkeit unterschiedlich aus. Lass Dich von der Vielzahl der Kurse nicht abschrecken, im Gegenteil, der Vorteil des großen Angebots an Stilen ist, dass für jeden etwas dabei ist.

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG 918x ANGESCHAUT

Hierauf antworten

Antworten auf diese Diskussion

Namasté und danke! Dieser Beitrag ist Balsam für meine Yogastilkonkurrenzgeplagte Seele!
Toller Artikel und trifft genau mein derzeitiges Thema:

Meine erste Yogastunde war Jivamukti-Yoga, weitergemacht habe ich dann zunächst Vini-Yoga, interessieren tut mich sehr Ashtanga-Yoga, ausgebildet werde ich aber bald im Sivananda-Yoga (Yoga-Vidya), suche in Stuttgart Bikram-Yoga und lese gerade ein Buch über Kundalini-Yoga.
Ich habe keine Ahnung, in welchem Stil ich mich eher wiederfinde.
Zumindest aber weis ich schon, dass ich mich wohl fühle, wenn ich einer festgelegten Serie folge (Ashtanga, Birkram, Rishikesh-Reihe).
Keine Ahnung wo mich mein Weg noch hinträgt und bei welchem Stil ich bleibe.
Muss ich mich überhaupt entscheiden?
Kann ich mir nicht einfach aus jedem Stil das für mich richtige raussuchen?
Oder vielleicht sogar täglich, je nach Stimmung wechseln?
Für meine eigene Praxis werde ich mich wohl nicht festlegen müssen.
Aber wenn ich mal unterrichte - > was will ich denn weitergeben???
Ich finde ein wesentlicher Punkt fehlt noch in dem Artikel - der spirituelle Aspekt.
Denn sowohl Iyengar als auch z.B. Kundalini Yoga sind traditionelle Yogaformen aus Indien. Aber Iyengar ist rein auf den Körper bezogen. Keine Mantren, keine Chakren, keine Meditation, etc..
Beim Kundalini Yoga hingegen gibt es immer Mantren, manche Sets auf die Chakren bezogen und i.d.R. auch eine Meditation.
Ich glaube auch daß Iyengar Yoga meditativen Aspekt des Yoga kennt, der aus eigener Praxis als Erfahrung kommt und er wird den Körper und Geist erstmals stabilisieren bevor man mit Kundalini Energie arbeiten anfägt.. Bei Kundalini Yoga (nach Yogi Bhajan) geht es mit den Mantren sofort, sowie mit Pranayama und es gibt nicht so viele Asanas. Deswegen kriegen Leute manchmal Schwierigkeiten weil ihre Körper/Geist darauf nicht vorbereitet sind.
Auf jeden Fall sind alle Yoga Stile die wir heute haben nur Extrakte aus dem ganzen....
Wir sind während jeder Yogastunde von den Gurus inspiriert, sowie von unserer Intuition und dem ganzen... Yoga ist ein dynamisches Prozess was eine Basis hat oder ein Grundprinzip. Wer ihn verstanden hat kann darauf mehr bauen. Mein Grundprinzip ist die Rishikesh Reihe, aber das bedeutet nicht daß ich den Sonnengruß wie beim Ashtanga Yoga nach Pattabhi Jois nicht ausführen darf, oder am frühen Morgen auch Fitness Elemente einbauen....
Alle neue Style sind als eine Idee entstanden die aus dem gleichen Topf kommt, nur jemand hatte Glück diese Idee zu vermarkten.
Und das habe ich für mich persönlich durch die Jahre beobachtet: je sanfter und einfacher der Yoga desto subtile die Wirkung und größere, tiefere Entspannung die sich auf eine längere Zeit überträgt und mir mit anderen alltäglichen Aktivitäten hilft. Je kräftiger und herausvordender Yoga ohne Entspannungen zwischen Asanas, desto kürzere und nicht so tiefe Wirkung, mit anschließendem Muskelkater.....
Ich kenne Iyengar nicht gut genug um seinen spirituellen Aspekt genau beurteilen zu können. Ich empfand es als rein körperlich. Der Fokus war bei mir dadurch auch mehr im Außen. Es liegt natürlich auch an jedem einzelnen Lehrer, für welche Themen er sich interessiert und diese mit in seinen Unterricht hineinbezieht.

Das Kundalini Yoga (nach Y.B.) den Körper und Geist nicht vorbereitet kann ich gar nicht teilen. Gerade weil in fast allen der über 84 Asanas der Geist gleich mit einbezogen wird, indem man innerlich mit einem Mantra arbeitet. Somit schweift der Geist nicht so viel umher. MAN = Geist / TRA = Fokus. Wir fokussieren unseren Geist, während wir eine Asana ausführen.

Pranayama baut Energie auf, gleichzeitig reinigt der Atem.
Der Mensch kommt innerlich zur Ruhe.
Und wer beim Feueratem Probleme hat, kann ja immer zum langen tiefen Atem wechseln.

Im Kundalini Yoga nach Y.B. gibt es keine spontanen Kundalini Erwckungen, falls Du das gemeint hast. Im Gegenteil, der Körper wird langsam dafür vorbereitet. Das Gefäß (Körper) wird vorbereitet indem das Nervensystem gestärkt wird und die Energie gezielter von untern nach oben gelenkt wird, statt einfach nur zu verpuffen. Aber eben nur Tröpfchen für Tröpfchen.

Und genau - jeder soll genau das tun, was ihm/ihr gut tut!
Nur bis man "das" gefunden hat muss man halt einfach weiter suchen und ausprobieren! ;o)
Na ja... habe ich schon anderes erlebt, gehört und gelesen....es ist wahrscheinlich so dass System des Kundalini Yoga nach Y.B. den Körper und Geist vorbereitet.... aber sind die Teilnehmer vorbereitet weiss ich nicht...... ich persönlich habe an ein Paar Kundalini Yoga stunden teilgenommen und mir wurde die Bedeutung der Mantren nicht erklärt.... ich stimme zu daß es mir trotzdem damals Spaß gemacht hat Kundalini Yoga zu praktizieren und es hat mir gut getan. Aber jemand der physischen Körper und Geist noch nicht ausreichend gereinigt und stabilisiert hat sollte meiner Meinung nach nicht gleich mit Pranayama anfangen und ich weiss nicht in welchen Kurs ich damals gelandet habe, wurde gleich Feueratmung in der Paschimottanasana geübt.
Kundalini Yoga nach Yogi Bhajan ist auch nicht die einzigste Kundalini Yoga Richtung, bzw. jeder Yoga dient dazu die Kundalini zu erwecken....
Ich glaube daß auch mit "rein körperlichem" Yoga (wenn sowas existiert) der Geist fokusiert wird, weil jeder Asana auch eine Mudra ist oder sein kann, unabhängig ob es um Bikram oder Sivananda Yoga geht und unabhängig davon ob wir das bewußt wahrnehmen.....

Nichts muss, alles kann. Ich denke auch, dass die Yogastile zur Orientierung dienen. Wenn jemand Yogaarten selber weiter ausbaut, oder eher in eine "fitness-orientierte" Yogarichtung geht ist das für mich kein schlechtes Zeichen. Nur weil Yoga für einige der Weg zu Erkenntnis ist, muss der nicht allen anderen aufgezwungen werden.

Meiner Meinung nach ist jede Form ein Anfang. Es gibt auch schon viele die z.B. vom Power Yoga zum Kundalini Yoga gefunden haben. Ohne Power Yoga (was von einigen die ich kenne sehr kritisch betrachtet wird) wären die Personen aber nie zum Kundalini gelangt.

Der Lebensweg ist ein Prozess und befindet sich im Fluss. Also alles gut :)

Auch sehr interessant zu wissen: Wie hoch ist das Interesse an den einzelnen Yogastielen in Deutschland? Wenn dich das interessiert, kannst du dir hier unsere Studie anschauen: http://www.asanayoga.de/blog/die-beliebtesten-yogastile-deutschlands/

Hallo Klaus,
ich beziehe mich ja auf den ursprünglichen Artikel, wie jemand seinen richtigen Yogastil finden kann.
Das verstehe ich so, dass jemand gar keine bis wenig Yogaerfahrung hat.
Ich veranstelte Events, auf denen viele verschiedene Yogastile angeboten werden und somit höre ich diese Frage sehr sehr häufig. Welches Yoga soll ich denn jetzt ausprobieren oder worin liegt der Unterschied...?

Nach Patanjali ist Yoga ein Achtgliedriger Pfad der neben Asanas auch Pranayama, Meditation und kurz gefasst spirituelle Lebensführung beinhaltet.

Wenn also jemand SEINEN Yogastil finden möchte, spielt es nach meiner Meinung eine entscheidende Rolle, was diese Person ganz persönlich mag.
Mir geht es darum, zu sagen, dass es dem einen viel angenehmer, wenn keine Mantren gesungen werden, anderen fehlt wiederum z.B. die Meditation im Iyengar. Andere verstehen Yoga als Dehnung und Streckung und mag das sehr dynamische Kundalini Yoga dann gar nicht.

Ich persönlich empfand Iyengar als rein körperliches Yoga.
Ich habe mal an einem Workshop einer Iyengar-Yogalehrerausbilderin teilgenommen und die kannte die Chakren leider kaum. War dann vielleicht nur ein Einzelfall.

Mit dem meditativ Essen und Spazieren gehen gebe ich Dir völlig Recht ;o)
Dear Ratna, in welchem Fall muß man sie kontrollieren? Warum müsste man so ein tolles Gefühl kontrollieren wenn die Person dafür vorbereitet ist? Ich weiss nicht ob ich ein Paar mal spontane Erweckungen hatte und ob es darum ging... ist mir nicht wichtig ob das Kundalini oder was anderes war, aber es war toll und ich hatte kein Bedürfniss sie zu kontrollieren....
Lg,
Tihana

Das ist so nicht richtig, denn Iyengar legt sehr viel Wert auf den Fluss von Energie; nur leider bleiben die Meisten, Lehrer wie Schueler, bei der Ausfuehrung der asanas haengen. Sein Buch "light on life" ist dabei eine sehr gute Lekture.

RSS

© 2020   Copyright howtobegood | Tipps der Redaktion: Werbeagentur Münster   Powered by

Badges  |  Problem melden  |  Nutzungsbedingungen