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Kennt Ihr das auch? Kaum setzt Ihr Euch hin um zu meditieren und schon geht es los und im Hirn arbeitet es? Man konzentriert sich auf den Atem und glaubt, nun geht's..., da ist man aber mit den Gedanken auch schon wieder bei irgendwelchen anderen Dingen? Was kann man tun, um nicht immer mit den Gedanken abzuschweifen? Oder ist es normal, dass der Geist nicht wirklich Ruhe findet?

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Eine gute und wichtige Frage die alle Meditierenden beschäftigt. Der erste Schritt auf dem Meditationsweg ist die Aufmerksamkeit zu schulen. Nach Yoga-sutra sollte der Geist langsam und stetig geschult werden sich nur auf das Objekt der Meditation zu konzentrieren. Am Anfang fangen wir im Aussenbereich ein und kehren immer mehr nach Innen. Man sagt dazu: von Aussen nach Innen, vom Großen zum Kleinen, vom  Grobstofflichen zum Feinstofflichen.

Dazu ein Kapitel aus meinem gerade erschienenen Buch "Be in joy - zwei Schritte zu Achtsamkeit und Wohlbefinden":

WEISHEITSSÄTZE Der Weisheitssatz für heute lautet: „Wenn du denkst, dann kannst du nicht fühlen.“ Deswegen wollen wir fühlen, weil wir dann nicht denken können. Genau das ist es, was wir durch die Meditationspraxis erreichen wollen: Die Flut der Gedanken beruhigen; Die Gedanken bewusst wählen. Bewusst denken, nicht weil irgendein Gedanke in unserem Bewusstsein rauspoppt. Und wenn das nicht geht, dann die Gedanken vorbei ziehen lassen, anstatt mit dem Auto-Pilot zu fliegen. Dann heißt es nicht mehr: „Ich bin meine Gedanken.“; und „Meine Gedanken geben mir keine Ruhe!“ Wir sind gewöhnlich besessen von unseren Gedanken. Und dann hören wir noch oft die „weisen“ Stimmen, die uns suggerieren: „Ändere deine Gedanken. Dann wirst du dein Schicksal ändern!“ Der zweite Weisheitssatz lautet deswegen: „Die Gedanken kann man nicht durch Denken ändern.“ Die Gedanken zeigen lediglich womit sich unser Geist gerade beschäftigt. Sie sind eine Manifestation des Geistes, besser gesagt des Bewusstseins. Sie kann man mit dem Rauch vergleichen der auf ein Feuer hinweist. Man könnte meinen: Wir sind (so wie) unsere Gedanken. Der Rauch hat aber nicht viel Wert an sich. Wir sollen deswegen den Gedanken nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken, sondern lieber die Gewohnheiten des Geistes ändern. Dann werden sich die Gedanken automatisch ändern. Die Gewohnheit eines nicht geschulten Geistes ist es nicht aufmerksam zu sein, bzw. zerstreut zu sein. Die Aufmerksamkeit beginnt mit dem Fühlen der physischen Realität. Die Meditationsmeister weisen uns deswegen an: „Nicht denken! Fühlen!“ Also lautet der nächste Weisheitssatz: „Wenn du fühlst, dann wirst du nicht denken.“ Die ganze Weisheit möchte ich noch einmal in der Reihenfolge präsentieren: Wenn du denkst, dann kannst du nicht fühlen. Nicht denken! Fühlen! Das Fühlen schließt das Denken einfach aus. Die Gedanken kann man nicht durch das Denken ändern. Die Gedanken kann man durch die Änderung der Gewohnheiten ändern. „Fühlen! Nicht (nur) denken!“ Dieser kleine Satz hat große und weitreichende Konsequenzen auf unser tägliches, gesellschaftliches und politisches Leben wenn wir ihn konsequent anwenden. Ich plädiere hier nicht für das Ausschalten des Denkens. Ich plädiere dafür, dass man beide Fähigkeiten gleichmäßig und nebeneinander einsetzt. 

Es ist schwer sich keine Gedanken zu machen, denn sogar das Denken über das Denken - Denken ist 

Genau yogasusi, eigentlich ist es unmöglich keine Gedanken zu haben solange wir den Geist haben. Die Hauptfunktionen des Geistes (manas oder citta auf Sanskrit), sind die des Denkens, Fühlens und Wollens. Man kann nur die Anzahl der Gedanken reduzieren und dann wird der Geist nicht mehr so stark davon verfärbt. Die Aufgabe des Meditierendens ist alle unvorteilhaften Gedanken zu ignorieren und noch besser zu transformieren. Man kann die Gewohnheiten des Geistes durch regelmäßiges Meditieren ändern und mehr und mehr Klarheit gewinnen, bis das reine Bewusstsein zum Vorschein kommt. In meinem Buch "Be in joy" beschreibe ich vier Stufen des Bewusstseins, von einem materialistischen bis zu einem spirituellen Bewusstsein. Der Prozess ist so ähnlich wie  wenn das trübe Wasser immer wieder geklärt und gefiltert wird. Wir lassen die trübenden Wünsche und Gedanken nicht mehr rein und auf der anderen Seite wir verbinden uns mit der reinigenden spirituellen Energien. Wir erhöhen die Qualität unseres Bewusstseins und identifizieren uns dadurch immer weniger mit materiellen Wünschen, Gedanken und Gefühle.

sehr philosophisch und zugleich richtig gesagt;)

Och, wie schwer ist das alles... Ich probiere seit langem zu meditieren und es klappt einfach nicht...

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