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Umkehrhaltungen und Menstruation - warum geht es nicht zusammen?

Weiss jemand?

Kann etwas passieren? Vielleicht ist es auch ein Mythos (wie mit der Kopfdurchblutung beim Kopfstand)?

Was sagt die moderne Wissenschaft dazu?

Und wo liegt die Grenze? Warum ist Kopfstand verboten aber Adho Mukha Svanasana - OK?

 

 

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Ein sehr interessantes Thema! Schön, dass du es ansprichst.

Mich beschäftigt diese Frage auch öfter. Gelernt habe ich, während der Menstruation KEINE Übungen, bei denen das Becken überm Herz ist... also keine Schulterbrücke, keine Umkehraltungen... Vorsicht auch beim HUND...

Jemand erzählte mir mal, dass es sogar arg gefährlich sei, den Schulterstand während der Menstruation zu üben, da die Gebärmutter im schlimmsten Fall reißen könne - aber ich weiß nicht recht... das klingt mir etwas zu überdreht... das glaube ich nicht so ganz...

Da ich auch während meiner Ausbildungszeit über die zwei Jahre auch während der Menstr. Unterricht hatte und nicht auf alles verzichten wollte hab ich einfach mal alles mitgemacht und mir gedacht, ich werde schon merken, was mir gut tut und was nicht. Habe während den Asanas keinerlei Probleme gehabt - ABER DANACH! Hab es dreimal einfach "ignoriert" und jedesmal danach war sie deutlich stärker, länger und um einiges schmerzhafter als zuvor.... also habe ich für mich herausgefunden, dass es mir wirklich nicht gut tut.

In meinem Unterricht weise ich darauf hin, aber ich war inzwischen bei einigen Yogalehrern im Unterricht, wo absolut gar nichts gesagt wurde...

Daher denke ich, dass es auch hier jeder anders macht und lernt und lehrt...

Ich war auch in zwei Workshops von Anna Trökes; sie hat auf vieles hingewiesen und aufmerksam gemacht - aber dazu hat sie nichts gesagt - ist mir aber auch erst im Nachhinein aufgefallen, sonst hätte ich sie gern drauf angesprochen, wie sie die Sache sieht.

Bin sehr gespannt auf die Meinungen von den anderen.

:)

Vielen Dank, Silke und Barbara, fuer die Antworte.

Also in Polen (wo ich Yoga lerne und unterrichte) sagen die Lehrer nicht, das man die Bruecke nicht machen kann. Manche sagen, dass man keinen Schulterstand, Handstand und Kopfstand nicht darf. Aber Vorbereitung - wie Delphin und Setu Bandha Sarvangasana - schon. Dass fand ich immer irgendwie unlogisch.

Am Teacher Training meine Lehrer aus Australien sagten, dass man nur die ersten 3 Tage aufpassen sollte (ueber Bruecke haben sie aber auch nichts gesagt) und wenn moeglich, ueberhaupt keine Yoga machte. Weil die Toxinen umgekehrt in Umkehrhaltungen "fliessen" und dann kann die Menstruation laenger dauern oder weh tun. So sagen auch die Ashtanga-Lehrer - dass man ueberhaupt keine Ashtanga machen soll. 

Aber meine Menstruation dauert sehr lange - manchmal 9-10 Tage (der Arzt sagt alles ist OK) und ich will nicht fuer 10 Tage jeden Monat meine Ashtangapraxis abbrechen und nicht 10 Tage warten biss ich Schulterstand oder Kopfstand mache. Ist doch ziemlich seltsam, wenn alle im Studio Umkehrhaltungen machen und ich wieder nicht... also manchmal mache ich nach 3 Tagen. Habe nicht gemerkt, dass etwas passiert, aber vielleicht sind die Effekte langfristig und man merkt sie erst nach Monaten, Jahren...

Daher wollte ich die Meinung anderer Yoginis kennen...

 

Dankeschön für deinen  Beitrag :)

Und ich finde, dass sowohl als MANN als auch - UNBEDINGT - ein Yogalehrer sich dazu äußern darf..

Für mich klingt es sehr stimmig, dass frau das "natürlich fließende - auf dem Abwärtskurs" wie es beschrieben wurde, nicht stören sollte.. klingt irgendwie logisch für mich, dass es den körper verwirrt.

Und mit Diskriminierung und Dominanz hat dein Beitrag absolut nichts zu tun für mich...

Finde es aber amüsant, dass es so gesehen wird.. auch mit "unrein"...

Viele Frauen fühlen sich besonders während der Zeit äußerst unwohl in ihrer Haut.. wenn dann auch noch jemand kommt und meint "du solltest momentan kein yoga machen" kann ich mir vorstellen, dass sie es ganz falsch auffassen... in ihrem "mich wollen sie SO nicht dabei haben.." und deshalb so reagieren..

Hormone halt ;o)

Also von meiner seite aus: DANKE Helmtuh - sehr interessant und lehrreich

Liebe Silke,

 

ich antworte jetzt nicht zu diesem Thema, sondern ich habe eine andere Frage an Dich.

 Ich habe hier mitbekommen, daß Du vor einiger Zeit einen Sonnengruß-Workshop mit 108x SG gegeben hast. Ich bin Yoga-Lehrerin und möchte jetzt zur Winter-Sonnenwende auch so einen 108-maligen SG-Workshop anbieten. Ich würde jetzt gerne von Dir wissen, ob Du die Teilnehmer in ihrer eigenen Geschwindigkeit üben lassen hast, oder ob Du vorgezählt hast, daß alle gemeinsam im selben Rhythmus geübt haben. Ich bin etwas unschlüssig, was besser ist. Wenn ich sie selber üben lasse, müssen sie halt selber mitzählen und sind zu unterschiedlichen Zeiten fertig, weil ja jeder einen anderen Flow hat. Andererseits, wenn ich den Rhythmus durch zählen vorgebe, können sie halt nicht mehr in ihrem eigenen Flow sein.

Vielleicht kannst Du mir ein paar hilfreiche Tipps geben, das wäre sehr nett und vielen Dank schon mal im voraus.

 

LG Yasoda

Vielen Dank, Helmuth, fuer deinen Beitrag

sehr interessant und mit Diskriminierung und Dominanz hat es, meiner Meinung nach, nichts zu tun

 

Warum meinst Du, dass "in den Tagen der monatlichen Regel Energie »auf dem Abwärtskurs« sind"? 

Und warum soll Hatha Yoga den "Kurs" stoehren? Auch Yin Yoga?

Was passiert wenn man doch Hatha Yoga macht? Und auch Umkehrhaltungen? Hast du etwas von deinen Studentinnen gehoert?

 

Ich bin nicht sicher ob 3-4 Tage Regel normal sind :) Vielleicht in Indien 2000 bc. Bin 40 Jahre alt und nie eine 4-Tage lange Regel gehabt und nie von so eine gehoert ;)

In Indien dauert die Regel manchmal über 3-4 Monate an. So geschehen in diesem Jahrhundert.

Das glaubte ein Inder seiner Frau. Sie wollte wahrscheinlich nur keinen Sex.

Ja da sehen wir mal wieviel die Inder über Frauen wissen. und warum soll das in alten Yogaschriften hinterlegt sein. Damals gab es Yoga für Frauen ja gar nicht.

Hallo Agnes,

uns wurde während der Ausbildung gelehrt, dass durch Umkehrhaltungen während der Menstruation (vor allem Schulterstand, Kopfstand, Handstand, etc.) Endometriose entstehen kann. Dazu habe ich mittlerweile im Internet und in der Yogaliteratur, die ich zuhause habe verschiedene Aussagen gefunden. Zwei (eben mein damaliges Lehrbuch vom Ashram und Yoga for Dummies von Feuerstein) schreiben über die Endometriose, die anderen (müsste ich jetzt nachschlagen) sagen, dass man davor keine Angst zu haben braucht und das praktizieren soll, was einem gut tut.

Von der Aussage, dass man während der Menstruation gar kein Yoga praktizieren sollte, halte ich absolut nichts. Das erinnert ja schon fast an Aberglauben a la dann wird die Milch sauer...

Hallo Devi,

 

Ich habe auch ueber die Endometriose gehoert, aber letztens habe ich in "Teaching Yoga" von Mark Stephens gelesen: "There is no medical evidence showing that inversion causes retrogade menstruation or any other disruption to the natural flow of blood. If there were such evidence, then even Adho Mukha Svanasana would be contraindicated". Und genau das sage ich meinen Studentinnen. Und das sie selbst entscheiden sollen...

 

Anderseits... letztens nahm ich teil an workshops mit Jaki Nett (Iyengar-Lehrerin von Amerika) und sie sagt dass man in Iyengar Studio in Puna ueberhaupt keine Yoga waehrend Menstruation macht. Geeta Iyengar (die Tochter von Iyengar) hat fuer die Frauen die waehrend Menstruation praktizieren wollen, eine Sequence hergestellt, aber sie empfehlt eine Pause machen.

 

Also... man muss selbst entscheiden.

 

Herzliche Gruesse. Und schoenen Tag. (Wir haben wundervolle Sonne Heute in Warschau :).

 

a.

Harte Worte. Persönlich finde ich das Wort 'disqualifiziert' sehr unangebracht. Wie auch im Zitat von Klaus zu lesen, sollte die Frau auf ihren Körper hören.... und wenn ihr Yoga während der Menstruation gut tut - warum nicht?

Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Vorgabe während der Menstruation kein Yoga zu üben sehr stark mit der hinduistischen Vorstellung von Reinheit und Unreinheit zu tun hat. Vorstellungen über rein/unrein sind kulturell geprägt und verlieren in einer anderen Kultur ihren Kontext und somit auch ihre "Legitimation".

Hallo zusammen,

 

in einer meiner Ausbildungen hatte ich das Glück, dass der Anatomie-Unterricht von einer Ärztin (die auch Yogalehrerin ist) geleitet wurde. Die konnte man mit vielen Fragen löchern. Aus ihrer Sicht gibt es aus medizinischen Gründen, keinen Sinn, auf Umkehrhaltungen zu verzichten.

Auch in der Yoga-Vidya-Ausbildung wurde gesagt, dass dies nicht notwendig sei...........ich kann auch bisher in sämtlichen Sivananda-Büchern dazu nichts finden.

In einer meiner Ausbildungen nach Vini-Yoga ( leicht orientiert am Iyengar) wurde hingegen schon darauf hingewiesen.

Ich persönlich habe bisher immer trotzdem alles mitgemacht und hatte keinerlei Beschwerden in den Umkehrhaltungen oder danach. Ich fühle mich eher Unwohl bei Haltungen in Bauchlage.

Ich denke aber, dass das eher individuell zu betrachten ist.

Ich leite meine Schüler so an, dass sie alle eine Alternativ-Haltung kennen, um im Unterricht selbst entscheiden zu können, was sie tun möchten. Fühlen sie sich wohl, machen sie normal mit, wenn nicht  - > wissen sie was sie alternativ machen können und dürfen.

Es ist ja auch so, dass jede Frau ganz unterschiedliche Menstruationsprobleme hat. Viele haben generell starke Schmerzen, viele merken null. Auch in der Dauer gibt es Unterschiede von 3 - 10 Tagen und in der Intensität. Ich würde mir da schwer tun, alle über einen Kamm zu scheren und generell von Umkehrhaltungen abraten oder es als egal zu betrachten.

Ist doch eine schöne Zeit, sich in Achtsamkeit zu üben. Höre auf Dich und wie´s Dir geht und tue das, was Dir gut tut und tue nichts, was Dir schadet.

Auch viele Frauenärzte habe ich dazu schon befragt (unabhägig ob Ahnung vom Yoga oder nicht) und auch da habe ich bisher keinerlei Bedenken gehört.

Es ist natürlich auch fraglich, inwiefern man die "moderne Wissenschaft" gegen althergebrachtes Wissen aufwiegt. Ich bin grundsätzlich unheimlich fasziniert davon, wie früh man schon wusste, wie Yoga im Körper wirkt..............man Bedenken nur mal, wie alt die Haltungen bereits sind und wie genau man weis, was sie bewirken. Aber kann man deshalb die moderne, westliche Wissenschaft ignorieren?

Manchmal denke ich mir, dass es spannend wäre, wenn man die "angeblichen" Wirkungen im Körper aller einzelnen Stellungen mal medizinisch, wissenschaftlich nachweisen/testen würde...............wir wissen alle, wie sich die Haltungen auf Rücken und Co. auswirken und fühlen uns super, aber was ist mit den organischen Wirkungen????

Ist es nicht manchmal so, dass wir "blind" den alten Schriften glauben, unseren Schülern von Durchblutung, Wirkung auf Schilddrüsen etc. erzählen, weil wir das so gelernt haben, aber es eigentlich nicht wirklich wissen???

Das ist natürlich eine sehr westliche Denkweise. Wir wollen immer alles in Studien belegt haben und jahrelang mit Probanden erforschen und suchen nach Beweisen und Erfahrungsberichten, die diese Wirkungen bestätigen.

Aber wie oft hat sich die Wissenschaft schon getäuscht?? Man Bedenke nur mal die witzigen Irrtümer, was den Eisengehalt im Spinat oder den Wasserentzug durch Kaffee im Betrifft!

Klar, ist jetzt sehr provokativ und natürlich glaube auch ich als Lehrer an die Wirkung des Yoga, aber gerade als Lehrer mache ich mir natürlich schon oft so meine Gedanken darüber.

Ihr wisst ja selber alle, welch unterschiedliche Krankheitsbilder in einer Stunde versammelt sind. Aktuell habe ich einen Hirntumor, mehrere Bandscheibenvorfälle, Knie-Op´s, Total-Op´s im Unterleib, Skoliose, MS ..............ich bin so damit beschäftigt einen verantwortungsvollen Unterricht für diese Personen zu leiten, dass Menstruations-Probleme schon fast wieder in den Hintergrund treten:-)

 

Schwieriges Thema..............

 

Aus eigener Erfahrung und Beobachtungen bei anderen kann ich sagen, dass Umkehrhaltungen mit einer starken Betonung aufs Umkehren (also nicht Adho Mukha Shvasana, sondern Schulterstand, Kopfstand, Handstand) Muladhara blockieren können. Das zeigt sich dann auch in Menstruationsschmerzen, wo vorher gar keine bekannt waren. Dann kann es jedoch eine langwierige Angelegenheit werden. Also Vorsicht und vertraut vielleicht doch den Alten Schriften. Das Alte Wissen ist weiser als die moderne Wissenschaft, die keine feinstoffliche Ebene des Körpers kennt. Viele Details in den Schriften sind symbolisch, die die moderne Wissenschaft wörtlich zu zerpflücken droht. Findet die Antwort in euch selbst, in eurer Intuition.

Rein medizinisch gibt es dagegen nichts einzuwenden.

Der Körper ist intelligent genug und es bildet sich ja kein Blutstau, nur weil ich mich mal auf den Kopf stelle.

Oft wird mit der Energie argumentiert, aber ich habe noch keine negativen Erfahrungen damit gemacht.

 

Ich finde es wieder mal "herrlich", dass ein Herr lang und breit über dieses Thema fabuliert, der keine einzige Menstruation erlebt hat.

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