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Hallo liebes Forum,

ich bin Yogi und auch angehender Yogalehrer, der seine 200h-Ausbildung dieses Jahr abgeschlossen hat. Privat übe ich in erster Linie Ashtanga-Yoga, 1. und 2. Serie.

Ein Aspekt des Yoga, der bislang immer einen eher blinden Fleck meiner Yogapraxis darstellte, sind jedoch die Mudras, genauer gesagt, die Fingermudras.

Allen Quellen zufolge sind Mudras vor allem fürs Pranayama, aber auch die Meditation sehr wichtig, um das Prana besser lenken zu können oder zumindest energetische/psychische Wirkungen erzielen zu können.

Nun ist es so, dass das Annehmen von Mudras eigentlich ein Kinderspiel sein sollte, selbst für Menschen, nichts mit Yoga zu tun haben (wollen): Für das Chin Mudra beispielsweise legt man einfach nur die Kuppe des Zeigefingers gegen die des Daumens und streckt die restlichen Finger. Aber irgendwie fällt es mir - im Gegensatz zu den unzähligen anderen Techniken des Yoga - bei diesen Mudras schwer, eine Wirkung zu erspüren. Vielleicht, weil ein Mudra aus mehr besteht als nur aus der rein physischen Anordnung und Berührung der Finger?

Ich vergleiche die Mudras hier gerne mit den Bandhas: Obwohl diese in einem einzigen Bild oft schwieriger darzustellen, weil innen liegend sind, spüre ich die energetischen Wirkungen von Bandhas sofort. Vor allem das Mula Bandha: Jedes Mal, wenn ich den Beckenboden anspanne, fühlt es sich an, als würde in meinem Kopf eine Schraube fester gezogen werden. Nur als Beispiel. Solche Wirkungen kenne ich noch nicht von den Mudras.

Meine Frage wäre daher erstens, welche Erfordernisse Mudras an die Praktizierenden über das rein Körperliche hinaus stellen. Wenn man zum Beispiel mit einem Mudra meditiert - müsste man sich dann auf das Mudra, also den exakten Berührungspunkt der Fingerkuppen, bewusst konzentrieren?

Eine andere Frage von mir betrifft eher ein Detail der Mudralehre: Es geht darum, welche Finger welchem Guna zugeordnet sind. Denn darüber habe ich im Internet widersprüchliche Angaben gefunden. Beispielsweise heißt es bei Yoga Vidya (Quelle):

Daumen - Brahman

Zeigefinger - Ego

Mittelfinger - Tamas

Ringfinger - Sattva

Kleinfinger - Rajas 

Auf einer anderen Seite finde ich stattdessen folgende Information (Quelle, Abschnitt Chin/Jhana Mudra):

Mittelfinger - Sattva

Ringfinger - Rajas

Kleinfinger - Tamas

Die meisten Angaben, die ich im Internet gefunden habe, stützen eher die zweite These, dass also vor allem der Mittelfinger als längster Finger sattvig ist und der kleinste Finger dafür tamasig.

Für jemanden, der Yoga ernsthaft über das Körperliche hinaus kennenlernen will, sind solche widersprüchlichen Angaben eher frustrierend. Hilfreich wäre für mich an dieser Stelle der Verweis auf eine seriösere Wissensquelle als noch eine xte-Yogaseite auf google, beispielsweise eine literarische Quelle oder ähnliches.

Liebe Grüße,

Benjamin

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Darüber hinaus frage ich mich, ob der Druck, mit dem man vor allem die Fingerkuppen zusammenbringt, eine Rolle spielt.

Sollte man die Finger nur leicht zusammenbringen, das gerade mal Hautkontakt entsteht?

Oder doch etwas mehr, sodass man den Herzschlag in der Kuppe des jeweils anderen Fingers erspüren kann?

Eine Sache fällt mir auch noch ein: 

Kommt es bei Fingermudras wie dem Jnana Mudra nicht auch darauf an, was man mit den Fingern anstellt, die sich nicht berühren? In diesem Fall also dem Mittel-, Ring- und Kleinfinger?

Auf manchen Abbildungen sind diese nämlich entspannt und somit leicht nach oben gekringelt, aber auf anderen wiederum muss man die Finger ganz gerade strecken.

Ich kann mir vorstellen, dass zumindest die Streckung der Finger Empfindungen auslösen kann, vor allem in komplizierteren Mudras. 

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