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Beim Hatha-Yoga nutzen wir unseren Körper, um ins Gleichgewicht zu kommen, dabei Ruhe und Stille zu erfahren. Der indische Gelehrte Patanjali beschreibt in seinen Yoga-Sutren den Weg, die eigenen Grenzen kennen zu lernen, sie zu akzeptieren und nicht zu überschreiten. Gehe beim Yoga immer nur bis an Deine persönliche Grenze! – So lernen wir es normalerweise in den Kursen. Anders sieht das B. K. S. Iyengar. In seinem berühmten Werk „Licht auf Leben“ erklärt der international anerkannte Yoga-Lehrer, warum auch Schmerzen unvermeidliche Bestandteile der Asana-Praxis sind.



„Der Schmerz ist als Lehrer da, weil das Leben voller Schmerzen ist“, so schreibt Iyengar beispielsweise in seinem Buch. Allerdings gehe es nicht darum, den Schmerz aktiv zu suchen. Vielmehr hilft uns ein einmal auftretender Schmerz während der Yoga-Übungen, ihn als Bestandteil unseres Lebens anzuerkennen. Wir erhöhen unsere Toleranzgrenze, wodurch wir auch im Alltag besser mit Stress, psychischem Druck und physischem Schmerz umgehen können. Der Yoga-Lehrer geht davon aus, dass wir durch die Übungen feinfühliger für alle Gefühle – positive ebenso wie negative – werden. Iyengar ist sich sicher, dass wir verborgene Schmerzen nur auflösen können, wenn wir sie als Teil von uns erkennen und akzeptieren. Es ist für ihn daher völlig natürlich, dass wir Schmerzen empfinden, wenn wir eine Asana zum ersten Mal ausführen. Doch sobald wir die Körperhaltung korrekt beherrschen, lösen sich Spannungen und Blockaden. Und erst dann können wir Freiheit erfahren.

Habt Ihr auch die Erfahrung gemacht, dass Ihr beim Yoga erst Schmerzen erfahren müsst, um Blockaden abzubauen und Spannungen zu lösen? Gerne könnt Ihr hier darüber berichten!

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Aus Sicht einer Kundalini Yogelehrin zum Thema Schmerzen beim Yoga:

- Bei Schmerzen im LWS - sofort aufhören bzw. den Lehrer um eine Alternative bitten.

- Schmerzpatienten sollten ihre Grenzen bewusst erfahren. Gute Yogalehrer können immer Alternativübungen anbieten.

- Schmerzen bei unangenehmen Armübungen, wo die Arme 3 Minuten z.B. zur Seite gestreckt oder gedreht werden: weitermachen, durchhalten, nicht aufgeben - der Schmerz gehört zur Übung.

- Schmerz durch Fehlhaltung oder falsche Ausübung (oder Anleitung): Machen Schmerzen zeigen uns Fehlhaltungen an. Bei o.g. Armübungen hilft oft schon das unterlegen einer Decken, da die Körperaufrichtung gleich eine andere ist. Und das Herunterziehen der Schulterblätter, die Aufrichtung der Arme aus den Achseln, Halten von Bhandas zur Stützung des Körpers, usw. hilft die Übungen plötzlich schmerzfrei durchzuführen.

- Positiver Mind: Hier über wir, das wir schwierige bis schmerzende (Arm-)Haltungen aushalten können, da wir erkennen, dass der Geist über dem Körper steht. Die Arme fallen nicht ab, auch wenn sie sehr schmerzen. Man soll durch all diese Gedanken hindurch gehen, wie schwer und anstrengend das auch ist, um sich innerlich & psychisch zu stärken. Das ist dann auch der Punkt, wo Yoga weiter in den Alltag wirkt: Was auch immer Dir im Leben schlimmes oder schweres wiederfahren wird - Du wirst und kannst es überstehen!
Liebe Manu,

danke für deinen Beitrag. Das hat mir etwas gebracht.

Weiterhin, ich habe immer nach dem Yoga, ab dem nächsten Tag, starken, schmerzhaften Muskelkater, auch wenn ich in der Praxis keinen Schmerz gespürt habe. Ich weiß nicht, wie ich das vermeiden kann, da ich in der Praxis wie gesagt, keine Warnzeichen spüre.
Liebe Anni,

der Muskelkater entsteht, weil der Körper die Übungen nicht gewöhnt ist. Im Alltag strecken wir nun mal kaum die Beine wirklich durch. Ich denke ein wenig Muskelkater gehört dazu, passiert mir auch, besonders bei Wochenendworkshops und Yogafestivals ;o)

Wenn Du immer in den gleichen Regionen Schmerzen bekommst, könntest Du diese Übungen z.B. mit mehreren Pausen dazwischen machen oder Deine/n YogalehrerIn genau auf das Problem ansprechen.
Ansonsten helfen nur die Klassiker: Sauna, Dampfbad, Badewanne, Magnesium, Massage, etc.
Liebe Manu,

liegst du nach dem Übendenn noch in Savasana?
Savasana gehört am Ende einer Yogaeinheit unbedingt dazu,
eben auch um Muskelkater zu vermeiden.
ja, Savasana gehört zu jeder Yogastunde dazu, aber das es Muskelkater vermeiden kann ist mir neu.
Auch ich habe in meiner Yogapraxis hir und da Muskelkater zu spüren bekommen, trotz Savasana. Schade ;o).

Wichtig ist für Anni, herauszufinden, welche Asana genau den Muskelkater verursacht und dem bestmöglich entgegen zu wirken, ggf. auch einzelnen Übungen oder Dehnungen alleine in kleinen Einheiten zu Hause praktizieren, HIlfmittel wie Gürtel, Stuhl, Wand benutzen.
„Der Schmerz ist als Lehrer da, weil das Leben voller Schmerzen ist“, so schreibt Iyengar beispielsweise in seinem Buch. Allerdings gehe es nicht darum, den Schmerz aktiv zu suchen. Vielmehr hilft uns ein einmal auftretender Schmerz während der Yoga-Übungen, ihn als Bestandteil unseres Lebens anzuerkennen. Wir erhöhen unsere Toleranzgrenze, wodurch wir auch im Alltag besser mit Stress, psychischem Druck und physischem Schmerz umgehen können."

...sehe ich genauso, die ich >>erst seit anderthalb Jahren Yoga praktiziere. In bestimmten Asanas komme ich sehr stark an meine Grenzen und gehe dann raus aus der Haltung - aber wenn die Tagesform es zulässt, setze ich mich dem auftretenden Schmerz aus und atme hinein - und durfte schon häufig die Erfahrung der Auflösung machen. Und dieses überträgt sich für mich auch auf andere Lebensbereiche.
Meinem Empfinden nach geht der Weg vom Groben ins Feine (dieser Ausdruck tauchte in einer Vegetarier-Diskussion auf, fand ich passend) - angefangen mit einem KK-Präventionskurs, habe ich immer mehr Lust und Interesse weiter einzusteigen und mich selbst zu erfahren - während ich anfangs Atemübungen und Mantras ein wenig als "überflüssigen Tand" empfand, genieße ich diese inzwischen sehr. Und ähnlich geht es mir mit dem Schmerz - wo´s wehtut, da gehts lang, im positiven Sinne.

Die Frage ist doch, von welchem Schmerz Iyengar hier spricht. Geht es um ein Dehnungsgefühl oder um tatsächlichen Schmerz. Ein Dehnungsgefühl soll natürlich da sein. Wie will ich sonst meine Flexibilität verbessern ? Richtiger Schmerz heißt für mich aber immer Stop ! Weil ich dann entweder etwas falsch mache, oder mein Körper mir hier einfach eine Grenze setzt, über die ich (noch) nicht gehen kann.

Ich erlebe es oft, daß ich z.B. in Gelenköffnern hin und wieder ein sehr unangenehmes Gefühl in den Gelenken habe. Dieses Gefühl verschwindet nach einiger Zeit und meine Gelenke sind danach flexibler. Ich denke, das sind einfach Blockaden, die sich lösen. Oder wie eine Lehrerin von mir mal sagte: es wird oft schlimmer, bevor es besser wird.

Im englischen spricht man einfach von "pain" und unterscheidet oft nicht, um welche Art "pain" es sich handelt...

Liebe Grüße

Andrea

Ich verstehe nicht, was an Muskelkater schlimm sein soll??? Ich mache nur oft die Erfahrung, dass Schüler Muskelkater und Schmerzen nicht voneinander unterscheiden können.

Da ich vorwiegend völlig untrainierte, unsportliche und ungelenkige Schüler und Schülerinnen habe, haben die meistens Muskelkater -> auch nach Stunden die eher sanft waren!

Aber die haben Spaß, freuen sich, freuen sich noch mehr wenn sie bald darauf kaum mehr Muskelkater haben nach den selben Haltungen , spüren das sie Kraft aufgebaut haben, sind überrascht wo man überall Muskeln hat :-), sind überrascht wie sportlich herausfordernd Yoga sein kann.........usw.

Muskelkater finde ich völlig okay!

Schmerzen nicht! Aber hier gehört eben unterschieden, ob es sich um Dehnungsschmerzen handelt, oder man wirklich starke Schmerzen z.B. im Rücken in einer Haltung hat. Das ist individuell und da ist mir die eigene Achtsamkeit meiner Schüler lieber, als der ständige Ehrgeiz sich zu überfordern, nur weil die nebenan liegende in der sitzenden Vorbeuge die Nase zum Scheinbein bringt :-)

Muskelkater - OK

Dehnungsschmerz.-/ziehen - must have

Stechender, Beißender, Brennender Schmerz - no go ... sofort Stop

 

Hast mal wieder recht Shiva ... :-)

Schön in drei Sätzen auf den Punkt gebracht:-) So sehe ich das auch:-))

Viele Jahre war ich Asket, da waren Schmerzen wahrzunehmen in den Hatha-Yoga-Übungen an der Tagesordnung, Bzw. um Hatha-Yoga oder Yogahaltung - Padmasana  zu meistern. 

Iyengars Einsicht die er Beschreibt ist für ein gewöhnlichen Yogalehrer mit normaler Praxis nicht erfassbar- und nicht zu verstehen, erst durch viele Jahre intensiver Praxis Erfahrung bis an die eigenen Grenzen. 

Ich bin auch Yoga-Therapeut und bin dadurch sehr vorsichtig wie ich die Hatha-Yoga an Schüler weitergebe.

Nun, das Bild ist passend.

Ich habe am ende der Yogastunde, wenn ich nach der Endentspannung wieder aufstehe  oft einen tiefen Rückenschmerz, also im Bereich der Iliosakralgelenke. Blockiert sind die Gelenke z.Zt. nicht.

Ich kann den Schmerz noch nicht richtig einordnen. Es kann sein, das er durch die Dehnung der Bänder des ISG entsteht. Es kann auch sein, das mir die Yogamatte zu dünn ist und mein Rücken zu verwöhnt.

Mal abwarten, was daraus wird.

Meine persönlich Meinung ist, das Dehungschmerz, eigendlich ist das mehr so ein ziehen in der Muskulatur toleriert werden kann.

An sonsten ist die physiotherapeutische Fachmeinung, Schmerz ist immer eine Wahnung vor einem Strukturschaden. Wenn man weiter macht, geht etwas kaputt. Das bedeutet, die Bewegung abbrechen und ein kl. Pause von einigen Sek. machen, dann kann man die Bewegung nochmal versuchen. Tritt wieder Schmerz auf, auf diese Übung verzichten.

Grüße

Rüssel

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