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Mit Yoga-Verletzungen umgehen – wie Yoga-Lehrer/innen Ihre Schüler/innen unterstützen können

Für Schüler/innen die sich beim Yoga verletzt haben kann es notwendig sein ihre üblichen Übungen abzuwandeln um sich zu erholen.

Ahimsa, Sanskrit für gewaltfrei, ist das erste Yama in Patanjalis Yoga Sutra. Somit ist es der Grundsatz für Yoga und Yoga-Therapie. Die Ausübung soll Gesundheit und Wohlgefühl verbessern und es gibt immer mehr wissenschaftliche Belege dafür, dass dem so ist. Obwohl Yoga Verletzungen – gerade bei den heute beliebten energischen Formen der asanas – zunehmen.



Schüler/innen die zu Ihnen kommen um ihre Yoga Verletzungen zu therapieren müssen sorgfältig beurteilt werden damit die Probleme behoben werden können und in Zukunft nicht wieder vorkommen. Zuerst sollte analysiert werden was genau vorgefallen ist um die entsprechenden Posen vielleicht vorerst nicht auszuüben. Schüler/innen können Ihnen oft direkt die genaue Haltung nennen, die das Problem hervorgerufen hat. Manchmal wissen sie aber nur, dass irgendwas weh tut. Wenn Sie ihnen bei den Übungen zusehen, können Sie möglicherweise herausfinden worum es sich handelt.

Häufige Ursachen für Yoga-Verletzungen
Die vielleicht größte Ursache für Yoga-Verletzungen ist die zu energische Ausübung der asanas. Wir sind Teil einer ungeduldigen Leistungsgesellschaft und auch Yoga Schüler/innen können sich davon nicht freimachen. Der prüfende Druck einer Yoga-Gruppe kann zu Übungen antreiben, für die ein/e Schüler/in vielleicht noch nicht bereit ist. Anfällig dafür sind besonders Schüler/innen deren ayurvedische Verfassung starke Elemente von Vata, Pitta oder sogar beidem beinhaltet.

Das Wissen ob dieser ayurvedischen Verfassung Ihrer Schüler/innen kann Ihre Therapie unterstützen und Ihnen helfen die passenden Übungen zu finden. Als verwandte Wissenschaft, die sich tausende von Jahren neben Yoga her entwickelt hat, stellt Ayurveda eine natürliche Ergänzung dar.

Vata-Typen sind oft flexibler und haben mehr Laxität in den Bandstrukturen der Gelenke, womit sie einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt sind. Vatas können es auch schwerer haben aufmerksam zu bleiben, was dies noch begünstigen kann. Alle Schüler/innen, aber insbesondere die mit Vata-Tendenzen müssen besonders die Übergänge in und aus Posen aufmerksam ausüben, da hier die Verletzungsgefahr durch Ablenkung erhöht ist.

Pitta-Typen neigen dazu besonders ehrgeizig zu sein. Aber es bringt nicht wirklich was den Körper zu etwas zu zwingen, zu dem er noch nicht bereit ist. Es geht bei Yoga nicht um den äußeren Eindruck des Könnens sondern um die innere Verfassung. Glücklichkeit, Gleichmut, Heiterkeit und vermindertes Leiden sind die Merkmale wirklich gekonnter Ausübung.

Eine andere Hauptursache für Verletzungen ist biomechanischen Ursprungs. Eine mangelhafte Knochenausrichtung, die oft an der Anspannung bestimmter Muskeln liegt, kann zu einer Knochenverdichtung oder einem Riss im Gewebe führen. Ein geschultes Auge kann Fehlstellungen ausmachen und feststellen woher sie kommen. Auch ein Grund warum man mit einem/einer erfahrenen Lehrer/in arbeiten sollte, der/die einen persönlich betreuen kann.

Mit akuten Verletzungen arbeiten
Obwohl Sie versuchen Ihre Schüler/innen zu heilen, sind Sie als Yoga Therapeut verantwortlich dafür, dass Sie dem Grundsatz Ahimsa folgen und die Verletzung nicht verschlimmern. Bei akuten Entzündungen sollten Sie genügend Zeit zur Erholung lassen damit sie sich zurückbilden kann. Zeichen einer Entzündung sind Rötungen, Schwellungen, Schmerzen und Wärmestrahlung. (Offensichtliche Entzündungen sollten Sie veranlassen Ihre Schüler/innen in medizinische Begutachtung zu schicken um sicher zu gehen, dass es sich nicht um etwas handelt was mit Yoga nicht allein behandelt werden kann.) Wenn Sie das Gewebe zu stark bearbeiten, kann alles noch schlimmer werden. Auch sollten Sie vermeiden, dass ihr/e verletzte/r Schüler/in in zu warmer Umgebung übt, weil dies die Entzündung ebenfalls verstärken und die Schwellung noch vergrößern kann.

Was verletzten Schüler/innen empfohlen werden sollte, ist eine radikale Veränderung ihrer Übungen. Weniger ist hier definitiv mehr. Besser als lange therapeutische Abläufe, sollten sie eher ein paar kurze Posen sorgfältig und ordentlich ausführen. Bei akuten Verletzungen ist es auch sinnvoller um die Verletzung herum zu arbeiten und sich mehr auf die nicht verletzten Gegenden des Körpers zu konzentrieren um das verletzte Gebiet zu schonen. Ein gestärktes Gerüst kann verletztes Gewebe stützen.

Eine Stärkung kann auch das Nervensystem beruhigen, welches durch die Verletzung durcheinandergebracht worden sein kann. Wenn das Stress-System des Körpers aktiviert wird, fächelt es die Entzündung an und verstärkt Muskelspannungen, die dann zu Schmerzen und Fehlhaltungen führt. Auch andere Übungen wie Meditation und einfache Atemübungen können Entspannung fördern.

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