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Liebe Yoga-Fans, wer möchte etwas über Lachyoga erfahren? Ich kenne mich damit ganz gut aus, weil ich es schon seit vier Jahren unterrichte. Gerne beantworte ich Fragen dazu oder diskutiere mit euch. Nur Mut! Lachen ist Gesundheit, die ansteckend ist. Gabriela

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Om Om Om
Hallo Irina,

deine Frage ist wirklich hochinteressant. Um sie zu beantworten, möchte ich gerne zum Ursprung von Lachyoga zurückkommen. Vor 12 Jahren hat ein ganz normaler Arzt in Bombay nach einer alternativen Methode für seine teils mittellosen Patienten geforscht, die nicht dazu in der Lage waren, Geld für Medikamente aufzubringen. Er wußte, dass ein Großteil ihrer Erkrankungen auf den ungeheuren Stress zurückzuführen war, dem viele Menschen in Bombay tagtäglich ausgesetzt sind. Weil er davon gehört hatte, dass Lachen sehr gesund sein sollte, entschloß er sich, in seiner Fachzeitschrift etwas darüber zu veröffentlichen. Er recherchierte genauer und stieß auf bemerkenswerte Studien der Lachforschung (Gelotologie). In Amerika hatte man das Phänomen "Lachen" schon seit seit den 70igern wissenschaftlich unter die Lupe genommen und überraschend positive Effekte auf Körper und Psyche nachgewiesen.

Die harten Fakten überzeugten Dr. Madan Kataria so sehr, dass er auf die Idee kam, Lachen gezielt als eine Art Gesundheitsvorsorge einzuführen. Zunächst traf er sich mit Leuten früh morgens im Joggers-Park, um sich Witze zu erzählen. Es wurde gelacht und alle gingen froh an ihre Arbeit. Nach zwei Wochen gingen ihnen die Witze aus aber alle wollten mit dem morgentlichen Lachen fortfahren.

Kataria dachte bis tief in die Nacht hinein über eine andere Möglichkeit nach. Plötzlich hatte er eine Eingebung: Warum nicht Lachen mit Yoga verbinden? Er bat seine Frau Madhuri, die Yogalehrerin ist, ihm behilflich zu sein. Noch in derselben Nacht, entstanden die ersten fünf Lachyoga-Übungen. Am nächsten Morgen wurden sie erstmals ausprobiert. Die Leute lachten sehr viel länger, ausgiebiger und herzlicher, als zuvor über die Witze. Das war die Geburtsstunde von Lachyoga.

Das hinter dem Lachyoga stehende Konzept, ist ganz einfach. Kataria hat den Spruch kreiert: "Fake it, fake it, until you make it.", Tu solange so als ob, bis es echt wird. Mit anderen Worten, lache künstlich bis es in echtes Lachen übergeht. Genauso funktioniert es auch. Zunächst lacht man mithilfe der Lach-Übungen mehr oder weniger rein körperlich. Hierfür braucht man weder besonders gut drauf noch irgendwie humorvoll zu sein!!! Für einen Anfänger kann das mitunter zu leichtem sozialem Stress führen. Auf Knopfdruck einfach so loszulachen, ohne dass jemand etwas Lustiges gesagt oder getan hat, ist zunächst gewöhnungsbedürftig.

Doch schon nach kurzer Zeit folgt der Geist dem Körper willig. Denn in uns steckt das Wissen aus unsere Kindheit, wo wir noch hunderte Male am Tag gelacht haben, einfach so, ohne Grund. Damals haben wir uns sehr wohl gefühlt dabei.

Das Wackeln unseres Zwerchfells, die kitzeligen Vibrationen der Stimmbänder, der Sound des Lachens, all das löst regelrechte Wonneschauer in uns aus. Früher oder später gelingt es jedem, befreit und "echt" zu lachen.

Im Einzelfall kann es vorkommen, dass jemand mehrere Wochen oder Monate benötigt, bis der Bann gebrochen ist und sie bzw. er zum ersten Mal einen richtigen Lachanfall bekommt. (Keine Sorge, ein Lachanfall ist etwas ganz und gar Wunderbares.) Das ist dann soetwas wie ein Zwerchfell-Durchbruch. Hahahahha ...

Wer regelmäßig Lachen übt, stellt fest, dass er immer öfter und intensiver sowohl im Alltag als auch beim Lachyoga lacht. In unserem Gehirn werden Vernetzungen geschaltet, die den Lachreiz immer leichter auslösen.

Dass jemand eine längere Zeit benötigt, bis er befreit lachen kann, kann verschiedene Ursachen haben. Beschämungen, Angst, Depressionen uvm. In jedem Fall ist es einen Versuch wert, es eine zeitlang mit Lachyoga zu probieren. Ich kenne eine Reihe von Menschen, denen diese Methode geholfen hat, Abstand zu ihren Problemen zu gewinnen und einen Perspektivwechsel zu vollziehen. Kataria sagt: "Lachyoga kann deine Probleme nicht lösen aber es kann sie auflösen!" Das ist zwar keine besonders tolle Formulierung, aber sie trifft den Kern. Lachen transormiert!

Morgen antworte ich noch auf die Lachmaske.

Om Tat Sat

Gabriela
klingt sehr interessant.
schön wie "lachyoga" entstanden ist.
bin auch der meinung das es noch andere möglichkeiten gibt, außer
sich mit medikamente zuzudröhnen... ;-)))
sehr gute erklärung deinerseits.
nun würde ich gerne (wie maxim) wissen, wieso es "Lachyoga" heißt???!!!
meditatives lachen....bis ins samadhi.....;-)
oder
lachkabalabati......
(ironisch, was unterscheidet lachyoga von, mh, z.b. lachtheraphie?)
freue mich auf deine antwort
angi
Om Om Om
Fortsetzung: Lachmaske

Es kann sehr anstrengend sein und enormen Stress mit allen ungesunden Effekten auslösen, wenn ein Mensch ein künstliches Lächeln oder Lachen zur Schau stellt. Über kurze Zeit ist es unkritisch. Wenn es jedoch beispielsweise zum Berufsalltag gehört (Call-Center-Agents, Stuardessen), wo es üblich ist, stundenlang übertrieben freundlich zu sein, auch wenn man sich dauernd unfreundliche Antworten anhören muß oder man erschöpft ist, dann kann das ein starker Stressor sein. Durch die Ohnmachtssituation entsteht ein auf Dauer krankmachender Druck. Call-Center haben vor allem aus diesen Gründen die höchste Mitarbeiter-Fluktuation. Nicht nur, weil dort viele Studenten beschäftigt sind. Die Leute halten es nicht lange aus.

Comedians fühlen sich nach einer Vorstellung oftmals völlig leer. Für diesen Zweig der Schauspielkunst ist es besonders wichtig, Yoga zu machen oder auf andere Weise in die Stille gehen, um sich wieder zu regenerieren. Auch das Publikum kann sich nach solch einer Vorstellung vollkommen geschafft fühlen. Das liegt daran, dass Lachen auf körperlicher Ebene richtig anstrengend ist. Und es kommt noch etwas hinzu. Man kann auch zuviel lachen. Dann setzen die für Stress typischen Folgen ein: Adrenalin- und Cortisolproduktion usw ...

Zu einem ausgewogenen Lachyoga-Training gehört daher, dass die Lach-Übungen allerhöchstens eine Minute dauern (Ausnahme: Lachmeditation) und danach eine ruhige Übung ausgeführt wird. So wird ständig eine Balance hergestellt.

Bei meinen Schülern achte ich stets darauf, dass sie zunächst sanft aus dem Bauch heraus lachen. Ich gebe den Hinweis, sich nicht mit anderen zu vergleichen. Jeder soll nach Möglichkeit mit dem Lachen spielerisch suchend umgehen, um sein kindliches Lachen wiederzufinden. Dazu gehört, dass man nicht für andere oder gar über andere lacht, sondern sich auf eine liebevolle Entdeckungsreise zu sich selbst begibt.

Lachyoga hat die Power, dir alle Ängste zu nehmen. Du wirst eines Tages sämtliche Masken fallen lassen. Vielleicht auch die Lachmaske! Hahahahahahaha ...

Om Shanti, Gabriela
Om Om Om

Liebe Irina,

eine komplexe Antwort auf deine und Maxims Frage, was Lachyoga zu Yoga macht, gibt Nepal Lodh. Nepal ist Sozialwissenschaftler, Yoga-Meister, Lachyoga-Therapeut, Autor mehrerer Bücher uvm. Bei Yoga Vidya ist er gern gesehener Gast:) Er bezieht Lachyoga auf die 8 Stufen nach Patanjali. Ich stelle euch seine Überlegungen in die beigefügte Datei zum Nachlesen und hoffe, dass damit der Nebelschleier um und über Hasya-Yoga ein wenig gelüftet wird.

Ich freue mich über deine weiteren Fragen.

Licht, Liebe und Lachen

Gabriela

Om Shanti
Anhänge:
Om Om Om

Liebe Irina,

ganz meinerseits. Ich mag deine Neugierde sehr.

Nun zur Frage, ob man mit Lachyoga in einen Samadhi-Zustand kommen kann. Ich bin nicht so vermessen, zu behaupten, ich wüßte genau, was ein Samadhi-Erlebnis ist. Es existieren ja, wie du weißt, unzählige subjektive Beschreibungen dieses Zustandes, für den es aber letztlich keine wirklich treffenden Worte gibt. Dennoch möchte ich dir gerne von etwas sehr Persönlichem berichten, was mir selbst während einer Jnana-Meditation widerfahren ist.

Ich fragte mich aus tiefstem Herzen "Wer bin ich?"
Nach einiger Zeit der Konzentration wanderte mein Geist mit mir in eine Wüste. Ein Sturm heulte und das Licht war diffus. Es gab keine Pflanzen, an denen mein Auge sich hätte erfreuen können. Nirgendwo war ein Wassertropfen. Ich befand mich mutterseelenallein, zitternd und bebend auf vollkommen ausgedörrtem Boden und hatte große Angst. Diese Angst ist kaum zu beschreiben. Sie entsprach möglicherweise derselben Urangst, die ein Neugeborenes veranlaßt, das erste Mal verzweifelt zu schreien. Ich war in diesem Moment völlig nackt, im übertragenen Sinn, reduziert auf ein gebeugtes, verstörtes, einsames, nach dem Ego suchendes Wesen, getrennt von jeglicher Wärme, Zuversicht und Liebe.

Mein Geist fragte wie von einer höheren Bewußtseinsebene weiter: "Bin ich das wirklich? Habe ich alles verloren? Habe ich je etwas wirklich besessen? Wo ist mein Leben wirklich? Was macht mein Leben aus?" Ich verfiel in eine grenzenlose Hoffnungslosigkeit während mein physischer Körper zu beben und zu zittern begann. Tränen liefen mir wie Bäche aus den Augen. Ich hatte nicht nur meine Fassung sondern auch, wie es schien, meinen Verstand und mich selbst verloren.

Doch da kam Hilfe aus dem Universum:) Erst ganz leise, dann immer lauter werdend, vernahm ich tief in mir drin die tröstlichsten Klänge, die eine Lachyogini sich vorstellen kann. Ich hörte ein unendliches, kosmisches, wie von Göttern gesandtes "Hahahahahahahahahha.......". Das Lachen war Vater, Mutter und Gott zugleich. Es kam von irgendwoher, sowohl von einem höheren Bewußtsein als auch aus mir heraus. Es brachte die Wucht der geballten kosmischen Schöpfungs- und Zerstörungskraft zum Ausdruck. Es hatte den Sound furchteinflößender, elementarer Energie. Das war aber nur ein Aspekt. Ich hörte nämlich auch unendliche Weisheit, Liebe, Nähe, Wonne und einen alles relativierenden, göttlichen Humor herausklingen. Sämtliche Facetten göttlicher und menschlicher Natur offenbarten sich mir mit einem Mal in der Melodie des Lachens.

Ab diesem Augenblick konnte ich mich wieder entspannen. Ich war erleichtert und überglücklich. Eine riesengroße Flutwelle der Dankbarkeit durchströmte mich, durchbrauste mein Herz und meinen verzweifelten Verstand. Da war ich also! Als Spielball kosmischer Kräfte hatte ich offenbar einen Weg gefunden, der es mir ermöglichen sollte, weiter vertrauensvoll in diesem menschlichen Dasein voranzuschreiten. Mir wurde in dieser Meditation die Gnade des Lernes einer großartigen Lektion zuteil. Ich beschreibe sie mal so:

Sei voller Vertrauen. In dir befindet sich ein unerschöpfliches Potenzial an Freude. Pflege es weiter und du wirst ein so friedvolles Leben führen, dass auch andere Menschen daran teilhaben werden. Mach weiter so. Aber nimm das Lachen bitte nicht zu ernst! Hahahahaha.....!

Das, liebe Irina, war meine Schilderung einer Jnana-Meditation, die in eine Lach-Meditation mündete. Ich wurde in einen Erkenntinszustand gebeamt, der sich für mich einem kurzen Samadhi zumindest annäherte. Doch wer kann sich schon sicher sein?

Während einer reinen Lachmeditation, sie kann im Stehen, Sitzen oder Liegen erfolgen, erleben die meisten Praktizierenden für kurze Zeit ein Gefühl des losgelöst Seins. Es ist dieser Wonnezustand, bei dem der kontrollierende Verstand zur Ruhe kommt und man sich in Harmonie mit sich selbst und dem Kosmischen fühlt. Das ist doch schon ganz viel, meinst du nicht?

"Lache und das Universum hört dich." Japanische Weisheit

Licht, Liebe und Lachen

Gabriela

Om Tat Sat
Om Om Om

Liebe Irina,

danke für den Tipp mit Osho. Er hat sich sehr intensiv mit Weinen und Lachen auseinandergesetzt und ist zu erstaunlichen Erkenntissen gelangt. Danke auch für dein schnief:))) Du hast ein neugieriges und warmes Herz!

Lebe, liebe, lache

Gabriela

Om Shanti
Om Om Om

Liebe Yoga-Liebende,

ich stehe Gewehr bei Fuß, um euren Wissendurst über Hasya (Lach) Yoga zu stillen. Fragt doch ruhig noch was. Halloooooooooooohohohohohoho......

"Das Glück kommt zu denen, die Lachen können" chinesische Weisheit

Licht, Liebe und Lachen

Gabriela

Om shanti
Om Om Om

Hi Irina,

das ist eine wunderbare Idee! Vielen Dank. Ich denke mal drüber nach.

Live Life Laughing

Gabriela

Om Shanit
www.youtube.com/watch?v=koiat2AW2jA&feature=channel

www.youtube.com/watch?v=7va9FQ1HIKc&feature=channel

Das sind EVENTS "unseres" Lach-Yoga-Clubs in Hamm/Westfalen!

Alle sind herzlich eingeladen, mitzumachen:

www.lachen-hamm.de

Viel spass noch!
Lucas
www.youtube.com/watch?v=koiat2AW2jA&feature=channel

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Das sind EVENTS "unseres" Lach-Yoga-Clubs in Hamm/Westfalen!

Alle sind herzlich eingeladen, mitzumachen:

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Viel spass noch!
Lucas

Erinnert ein wenig an Oshos "Mystic Rose"-Meditation, außer das sie auf einen Teil beschränkt ist (und anscheinend Oshos Variante schon vor dem Arzt aus Bombay praktiziert wurde - allerdings kommt sie ohne Yogaübungen aus). Dort kommt nach ner dreiviertel Stunde Lachen ne Dreiviertelstunde Weinen und ne dreiviertel Stunde Stilles Sitzen. Es gibt auch ne ausgiebige Form davon, wo man in der ersten Woche je drei Stunden lacht, in der zweiten drei Stunden weint, in der dritten drei Stunden in Stille sitzt. Nur eins davon, wär mir ein wenig einseitig. So kommt zum Yang noch Yin und die Leere zwischen beiden.

Unser Abenteuerläufer und Extremsportler Michael Snehotta beschert uns im Moment recht spannende Momente. Startschuss zum Run-4-Life Projekt ist die FIBO in Köln am 04. und 05. April auf dem Stand von Technogym. Alles weitere könnt Ihr hier lesen http://www.run-4-life.de/

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