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Immer wieder lerne ich Menschen kennen, die bei Yoga Vidya eine Ausbildung abgebrochen haben oder nach bestandener Prüfung unglücklich zurückgekommen sind.

Es werden jedesmal die gleichen Dinge berichtet, viele sind entsetzt mit welcher Härte und Unmenschlichkeit Yoga vermittelt wird. Singen bis zu Umfallen, Strafdienste, kollektives Darmentleeren, etc.

Für mich klingt das eher nach einem Gefängnisaufenthalt ... und um die Menschen zu willenlosen Geschöpfen zu machen.

Trotzdem bildet YV weiterhin aus und die Menschen pilgern weiter dort hin, um anschließend wieder darüber zu berichten, wie beinhart es ist und dass sie nie wieder dorthin zurück wollen.

Was hat es mit diesem Verein auf sich? Wer sind die Menschen dort, wer ist Sukadev Bretz, der glaubt, dass man Yoga drillartig und beinhart vermitteln muss. Macht uns das zu einem besseren Menschen/Yogi? Und was hat das ganze Prozedere mit "Ego überwinden" zu tun?

Ein interessanter Artikel über all das ist kürzlich erschienen, von Kai Kaufmann im Spiegel online:


Ausbildung zum Yoga-Lehrer - Meditation mit Bootcamp-Charme

Ausbildung zum Yoga-Lehrer - Meditation mit Bootcamp-Charme

 

Wenn ich solche Dinge lese, bin ich froh, dass ich meine Ausbildung in Indien bei freundlichen Menschen gemacht habe und dabei auch Mensch mit Herz bleiben durfte.

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Na ja in einem Yoga Vidya Forum kann man sich keine Kritik an YV erwarten. Dort sind ja auch nur die, die YV gut finden. Und nicht die, die es so finden wie der Autor und viele andere.

Das ist meine Meinung, wie YV auf mich wirkt. Keine Unterstellung. Kein Schlechtmachen. Eine Meinung, ein Gefühl, das auftaucht, wenn ich diese Dinge höre oder lese. Die ich genauso niederschreiben kann, wie alles andere in diesem Forum auch.

Wenn sich jmd. anders darüber äußert oder erlebt hat, kann er dies auch hier gerne niederschreiben.

Das ist es ja. Leider klingt das alles nicht so einladend, dass ich da jetzt unbedingt hin möchte.

Scheint nun doch auch eine Kampagen von Yoga Vidya zu geben um dies entgegenzuwirken :)

http://www.prmitteilung.de/kostenlosepressemitteilungen/321yoga-vid...

So sehr, wie du dich mit Yoga Vidya beschäftigst, solltest du doch vielleicht einfach mal hingehen, um deine Vorurteile zu hinterfragen - zumindest, wenn es nicht immer solche bleiben sollen. Du scheinst da ein persönliches Thema zu haben, das es sich vielleicht lohnt, zu klären...

Dein persönlicher Erfahrungsbericht würde mich jedenfalls sehr interessieren!

Namasté 

Oliver

PS: habe auch länger mit dem Verein gefremdelt. Bin aufgrund meiner persönlichen Erfahrung aber zu dem Schluss gekommen, dass manches dort zunächst zwar durchaus befremdlich wirkt - die Absicht dahinter aber eine gute ist: nämlich den Yoga in die Welt zu tragen.

Hhm............also ich bin auch eine derjenigen, die dort abgebrochen haben (in der 2. Woche). Allerdings wäre es mir neu, dass dort eine "kollektive Darmentlehrung" stattfindet. Meine Erfahrung dort mit den Reinigungstechniken war eher die , das zum Beispiel Nasenspühlung demonstriert wurde, man gerne mitmachen darf, aber nichts muss............

 

Und wenn es doch so sein sollte, dass ich durch meinen Abruch diesen Teil verpasst habe, bin ich jetzt noch glücklicher über meine Entscheidung :-)

Zu YV habe ich keine Meinung, weil ich die nicht kenne. Daß es in einer Ausbildung vorkommt, daß Einzelne mit der körperlichen und mentalen Anforderung nicht zurechtkommen, halte ich für normal. Das kann daran liegen, daß man sich selbst überschätzt bzw. nicht richtig einschätzt, daß man sich nicht richtig ernährt, etc. pp. Ich hatte in meiner Ausbildung durchaus auch mit mentalen und emotionalen Tiefs zu kämpfen.

Daß bei einer Ausbildungsdauer von 4 Wochen der Zeitplan straff sein muß und der Schlaf nicht unbedingt Prio 1 hat, kann man sich ja wohl vorstellen. Das sollte nun wirklich niemanden überraschen.

Und gegen Strenge in der Ausbildung habe ich nun wirklich nichts. Ich kenne ausschließlich strenge indische Gurus. Da müssen wir hier nicht indischer werden, als die Inder selber...

Einer kollektive Darmreinigung würde ich allerdings jederzeit das Geschirrspülen vorziehen. Es gibt einfach Dinge, die ich nicht gerne mit anderen teile...

gut auf den punkt. danke, andrea ;-)

eine Anmerkung habe ich noch: wir sind ja hier in Deutschland schnell mal dabei Dinge zu kritisieren. Ich finde eine kritische, hinterfragende, mitdenkende Haltung grundsätzlich auch wünschenswert.

In der Ausbildung wurde uns allerdings bereits am ersten Tag nahegelegt: don't question, don't judge, trust the process.

Und das war ein guter Rat ! Wir hatten z.B. auch nicht viel Schlaf und so doof ich das fand, so erstaunlich war der Effekt auf uns alle: die Übermüdung hat uns dabei geholfen, loszulassen. Nach 2 Wochen (von 9) waren wir alle so müde, daß wir in einen "Scheißegal-Modus" kamen, der vielen dabei geholfen hat, entspannter vor der Gruppe zu stehen und zu unterrichten, bzw. sich nicht zu sehr ins Lernen reinzustressen. 

Und so ging es mit vielem. Manchmal konnten wir gar nicht sehen, wozu etwas gut war, aber ALLES war zu etwas gut. Hier ist auch Vertrauen zu den Ausbildern gefragt. Oder: einfach mal die Klappe halten und machen - ohne rumzumotzen ;-)

Hallo Cordula,
so wie ich den Spiegel-Artikel verstehe, auf den du dich beziehst, werden die Kriyas als Teil des Unterrichtsplans von Yoga Vidya beschrieben. (Das Abführen, basti, ist ja nur eine von sechs.) Wer keines dieser Kriyas mitmachen möchte, soll Abwaschen.
Was ist nun daran schlimm? Für mich ist es nachvollziehbar, daß jemandem, anstatt sich möglicherweise 2 Stunden "freizunehmen", Karma-Yoga auferlegt wird, wie es in Yogakreisen so schön heißt, ich würde es nicht Strafdienst nennen. (Karma-Yoga wird meiner Meinung nach ohnehin unterschätzt.)
Ich habe selbst eine 4wöchige Lehrerausbildung bei YV mitgemacht. Basti wurde verbal erklärt und nur, wer es ausdrücklich wollte, dem wurde ein Klistier ausgehändigt, um es alleine für sich anzuwenden. (Versteht sich eigentlich von selbst.) Praktiken wie nauli, dhauti oder sutra-neti waren eher eine erheiternde Angelegenheit in der Gruppe.
Abgebrochen wurde die Ausbildung von einer Frau, die sich wegen ihrer Schwangerschaft zu schwach fühlte, sie wollte aber später weitermachen. Das Beispiel vom "Singen bis zum Umfallen" wirft natürlich kein gutes Licht auf die Kursleiterin.
Zum Thema Kritikfähigkeit: ich kann es bestätigen, daß im Unterrichtsverlauf aufkommende Kritik teilweise zurückgewiesen wurde, aber nicht grundsätzlich. Ich konnte auch bei manchen Kursleitern einen gewissen Stress feststellen, in der zur Verfügung stehenden Zeit mit dem Stoff durchzukommen. Eine längere Diskussion ist oft einfach nicht drin. Am Ende jeder Woche gab es eine Feedbackrunde im Plenum. Am Ende der Ausbildung konnte man zusätzlich einen Feedback-Fragebogen ausfüllen.
Ich gebe einer differenzierten Beschreibung (auch kritisch) Vorrang vor publikumswirksamen Schlagzeilen.

Hallo Nitya,

das kann ich so vollkommen unterschreiben:-) So war auch meine Erfahrung dort.

Klar, der Zeitplan ist straff, aber hey was erwartet man, wenn man so eine Ausbildung in 4 Wochen durchziehen will???? Ich persönlich war froh, schon mit soviel Vorkenntnis dort gewesen zu sein, denn viele taten sich sauschwer, weil sie vieles noch nicht gehört hatten. Die meisten kannten die gängisten Begriffe nicht, kaum jemand hat zuvor entsprechende Literatur gelesen und die meisten waren völlig überfordert von der Theorie und bekamen bereits in der ersten Woche Prüfungspanik und hatten Angst diese nach 4 Wochen nicht zu bestehen. Die Reinigungstechniken gehören nun mal dazu  - > gezwungen wird man zu nichts.

Von Stress bei den Ausbildern habe ich nichts mitbekommen. Das da der ein oder andere dabei ist, der vielleicht entspannter und lockerer ist und andere, die keinerlei kritische Fragen zulassen und auch mal grob werden, ist nun mal so und in jeder Ausbildung zu finden. Gerade wenn man aus einer anderen Tradition kommt und kritisch etwas hinterfragt, wird man schnell ausgebremst und einem "über den Mund gefahren". Fand ich aber nicht so schlimm.

"Singen bis zum Umfallen" habe ich dort auch nicht erlebt. Natürlich ist das ein großer Bestandteil der Ausbildung dort und morgens um 6 Uhr singe ich auch nicht sooooo gerne, aber meine Güt - > es bringt einen keiner um, wenn man mal nicht mitsingt. So sehr wie es mich am Anfang nervte, so schön fand ich es aber im Laufe der Zeit. Bereits am dritten Tag bin ich morgens aufgewacht und hatte das Arati im Ohr:-)

Im Gegenzug zu Sivananda-Ausbildungen fand ich die bei Yoga-Vidya recht entspannt und es hält sich alles im Rahmen. Ich habe ja nicht aufgehört, weil´s zu hart war  - > ich fühlte mich dort bei YV nicht wohl und auch nicht in der Tradition und habe dann für mich entschlossen, einen anderen Weg einzuschlagen.

Einer weiteren Teilnehmerin in meiner ersten Woche ging es auch so  - > die kam aus dem Bikram-Yoga und macht dort weiter! Ich kann über YV und die Ausbildun nichts schlechtes sagen. Ich wurde gut behandelt, die Leute dort waren alle sehr nett und zuvorkommend und ich hatte in den 2 Wochen sehr gute Ausbilder erwischt.

Ich kam eher nicht mit der Athmosphäre klar, mit den "Mitschülern" (-> was daran lag, dass so viele dort auf der Suche nach sich selbst sind und das in einer Art und Weise die mich eher dazu bringt, diese Personen zum Psychotherapeuten zu schubsen).......ich kann´s schlecht erklären! Für mich war vieles aufgesetzt, mehr sein zu wollen als man ist...............irgendwie bin ich morgens aufgewacht und hab mir gedacht: Ne.......ich muss hier weg! Das bin ich nicht, hier will ich nicht sein, so will ich nicht unterrichten, das ist nicht mein Weg!

Ich würde aber dennoch nicht auf YV schimpfen und empfehle jeden, sich sein eigenes Bild zu machen.

Das finde ich nun aber schon wirklich krass, was ich hier gelesen habe, Schlafentzug! Was da Psychologen dazu sagen würden, ich meine natürlich unabhängige Sachverständige.

Es bringt ja auch überhaupt nichts, dort mal ein Wochenende einzuchecken, dieser Vorschlag kam wohl eher von der YV-Seite hier,  Kunden wird man ja wohl nicht gleich mit der Nase auf Massendarmentleerungen und Schlafentzugsmethodik stoßen!

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