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Ein Schüler von mir hat vom Tennisspielen und längerem Leistungssport starke Knieschmerzen. Er wird auch ärztlich betreut und von dieser Seite spricht erstmal nichts gegen Yoga.

Wie kann ich ihn noch besser unterstützen? Hat jemand Erfahrung mit kniefreundlichem Yoga? Grundsätzlich kann Yoga ja sogar helfen bei Knieschmerzen, jedoch hat er mir nach der letzten Stunden zurückgemeldet, das er nach er Stunde Schmerzen hatte.

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Ich rate Knieleidenden immer zur Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur. Alle beteiligten Muskeln müssen trainiert werden, um das Knie zu entlasten. Eventuell erstmal kräftigen bevor mit dem Yoga begonnen wird. Auch Dehnungsübungen wie der Heldensitz können bei vorsichtiger Anwendung hilfreich sein. Habe vor einigen Jahre meine Knieschmerzen durch den täglichen Heldensitz in den Griff bekommen.

Kräftigung ist wirklich wichtig gepaart mit Beweglichkeit, aber da muss ich ihm als Sportler wohl nichts erzählen. Ich versuche in meinem Unterricht die mentalen Heilungskräfte anzuregen.

Pravati2 schreibt, dass es sich um einen Leistungssportler handelt. Daher gehe ich davon aus, dass seine Oberschenkelmuskulatur kräftig ist. Knieschmerzen können auch von einer verspannten Rückenmuskulatur bzw. von der Wirbelsäule kommen. Ich würde zu Übungen zur Lockerung der Rückenmuskulatur (evt. Yin Yoga) raten und zusätzlich zu einem Physiotherapeuten (inkl. Massageamwendungen).

Auf keinen Fall sollte das Knie überdehnt werden (Bogenposition, Schulterbrücke usw.) und bei kniestützenden Positionen sollte das Knie unterpolstert sein. Zu lange easy pose oder gar Lotussitz ist auch zu vermeiden. Lieber ötfer das Bein ausstrecken.

Es kommt halt darauf an wie und wo der Schmerz ist. Pauschal lässt sich das so aus der Ferne nicht beantworten.

Liebe Pravati,

Knieschmerzen können sehr unterschiedliche Gründe haben und deswegen solltest Du sie erstmal näher bestimmen. Die erste Frage ist, welchen physiologischen Grund es im Knie für die Schmerzen gibt, wo die Schmerzen genau sind. Dies gibt Aufschluss darüber, wie Yoga helfen kann. Grundsätzlich kenne ich drei Hauptverursacher für Schmerzen, die sich jeweils an einem anderen Punkt bemerkbar machen:

1. Knorpelschäden, in der Regel unter der Kniescheibe - Schmerzen mittig unter der Kniescheibe, meistens in starker Beugung (Heldensitz) oder voller Streckung (Trikonasana vorderes Bein)

2. Meniskusbeschwerden, Schmerzen innen oder außen am Knie auf höhe des Gelenkspalts, spürbar bei Verdrehungen des Knies (alles in Richtung Lotus)

3. Kreuzbandriß, Gefühl von Instabilität im Knie, Schmerzen vor allem bei Balancestellungen

Am besten diagnostiziert das natürlich ein Arzt, zu wissen, wo der Schmerz sitzt, hilft aber, sich sich abzusichern. 

Je nach Ursache entsprechend auch die Vorgehensweise in der Yogapraxis:

1. Ursache meistens muskuläre Disbalance: vorne zu starker Beinstrecker (deswegen erhöhter Druck auf der Kniescheibe). Konsequenz: viel Dehnung der Vorderseite, Rückbeugen bis hin zum Heldensitz. Diesen NICHT sofort, er ist für so jemanden sehr anspruchsvoll. Parallel lernen, Überstreckung zu vermeiden: In Trikonasana etc. die Füße energetisch zu einander ziehen und so Tonus in Beinrückseite erhöhen.

2. Ursache oft steifes Hüftgelenk, das Knie muss die fehlende Rotation kompensieren. Oft entsprechend verkürzte und/oder verspannte Außenrotatoren (Gluteus, Piriformis). Konsequenz: Hüftöffner üben, bei denen das Knie sich nicht verdrehen kann: alles wo das Knie nicht mehr als 90´beugt (Standübungen, die die Hüfte öffnen: Parshvakonasana, Trikonasana etc  

3. Oft Resultat von Sportverletzung, oder wegen schwacher Muskulatur. Hier starke Dehnung des Knies VERMEIDEN, mehr Kraftaufbau. What hurt you can heal you - auf Balancestellungen HINARBEITEN, d.h. langsam aufbauen und NIveau kontinuierlich steigern. Überstreckung und starke Verdrehung und Belastung bei starker Beugung (einbeinige Hocke) meiden, stattdessen viel Standstellungen, viel isometrische Aktivität (Element Erde stärken)

Hoffe das hilft Dir weiter. Liebe Grüße,

Alex vom YogaRaumBerlin

Hallo Alex,

danke für deinen ausführlichen und informativen Beitrag.

Gerne!

Ich selbst habe schon gute Erfahrungen bei Problemen mit dem Knie mit diesen 2 Haltungen gemacht:

- Virasana (http://www.yogajournal.com/for_teachers/1034)

- Beine nach oben (zum Beispiel Viparita Karani)

Aber wie schon in anderen Beiträgen erwähnt wurde, es kommt darauf an wie und wo der Schmerz ist.

Hallo ich heisse Frauke und beschäftige mich stark mit physiotherapeutischen Elementen im Yoga.
Wichtig ist, dass der zweite Zeh mit der Kniescheibe in einer Linie ist, damit der innen- und aussen- Miniskus nicht
überlastet wird. Ebenfalls wichtig die genaue Ausrichtung von Knie und Fussgelenk - Knie und Fussgelenk bilden z.b. bei manchen Asanas genau einen Winkel von 45 Grad (rechter Winkel). Die Belastung ist a) auf dem Fuss, wenn dieser gerade steht und b) auf der Aussenkante des Fusses oder beider Füsse, wenn der Fuss/die Füsse abgewinkelt stehen, z.B. bei einer Grätsche. Wenn Du diese 3 Elemente beachtest und sanft, d.h. ohne Schmerz zu erzeugen herangehst wird sich das Knie wieder stabilisieren. Herzliche Grüsse, Frauke
Ich biete im Frühjahr 2015 Yoga Retreats und stressreduzierende Reisen in Indien an:
www.yoga-roadtrip-india.com

Frauke,

sehr gut erklaert! So wuerde ich auch ansetzen, ohne den Schueler zu kennen. Bzw. ihn erst einmal darauf hinarbeiten, dass er es langsam angeht, was bei Leistungssportlern sehr schwierig sein kann (das Ego...)

Ja, der Heldensitz hilft! Ich hatte auch mal Knieschmerzen, da ich zu viel/heftig joggen gegangen bin. 

Damit habe ich echt viel wieder gut machen können. 

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