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Viele Menschen sagen: »Atme ich einige Male tief und energisch ein, dann wird mir schwindlig« – das klarste Zeichen dafür, daß Tiefatmen nicht gesund sein kann. Besonders das allseits gepriesene Tiefatmen im Verbund mit gewissen Bewegungen wie dem Heben der Arme usw. ist als unnatürlicher, gekünstelter Vorgang abzulehnen. Fehlatmungen können durch Tiefatmen nicht korrigiert werden; im Gegenteil, dadurch wird alles noch schlimmer.

Das Mißverständnis mit dem Tiefatmen entsteht, wenn die Sache mit dem Sauerstoff und Kohlendioxyd nicht bedacht wird, und wenn man die Ruheatmung nicht von der Atmung in Bewegung abgrenzt. Das sind zwei verschiedene Welten mit unterschiedlichen Prinzipien. Hier ist von der Ruheatmung die Rede, und von ihr gilt: Man atme ruhig, entspannt, gelöst, »flach« (besonders dieser letzte Begriff wird häufig falsch interpretiert). Mit den Worten von Dr. Julius Parow: »Atme mit wenig, nicht mit viel Luft.« Einatmen = Spannung; Ausatmen = Entspannung; niemand widerspricht diesem Grundsatz, alle spüren es (die Rede ist von der Lungenbewegung, von der absouten Ruheatmung. Das Ausatmen mit Koerperspannung, wie ich es zum Beispiel selbst jahrelang beim Karate gemacht habe, das ist ja eine ganz andere Abteilung). Tiefatmen ist eine vermehrte Spannung. Die meisten Formen der Fehlatmung entstehen durch zuviel Spannung, durch den chronischen Distreß. Wie soll sich da durch Tiefatmen eine Fehlatmung bessern?

Und falls jemand argumentiert: »Durch Tiefatmen erhält der Körper mehr Sauerstoff«, dann ist er gut beraten, sich mit Dr. Konstantin Pavlovitch Buteyko zu beschäftigen. Je mehr Sauerstoff man einatmet, desto mehr Kohlendioxyd wird aus dem Körper entfernt. Je geringer das Kohlendioxyd wird, desto schlechter trennt sich der Sauerstoff von seinem Träger, dem Hämoglobin des Blutes, desto weniger Sauerstoff steht den Zellen zur Verfügung (der »Bohr-Effekt«). Das gilt für die Atmung im Zustand der Ruhe, also für den größten Teil des Tages und für die ganze Nacht.

Regeln haben Ausnahmen. Manchmal tief zu atmen ist gut, das sagt der gesunde Menschenverstand. Kommt man aus dem überhitzten Saunaraum ins Freie, dann ist es gut, einige Male tief einzuatmen. Reckt und streckt man sich morgens vor dem Aufstehen, dann ist es natürlich, einige Male tief zu atmen. Gähnt man herzhaft, dann atmet man tief, und es ist gesund, weil der Körper aus bestimmten Gründen danach verlangt.

Zwei Hinweise:

1. Der obige Text stammt von meiner Webseite: www.yoga-maldoner.de/seite_15.html#nr06

2. Die in meinen Augen beste Webseite (sie motiviert am meisten) über die sehr wichtige Buteyko-Atmung ist diese russische (in deutscher Sprache): http://www.mbuteyko.ru/historyde

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