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Hoffnung: Die Welt wacht auf, aber es ist noch ein weiter Weg bis zur vollen Anerkennung indigener Völker in der Weltgemeinschaft

Betreff: INDIGENE VÖLKER - DIE 5 TOP-MELDUNGEN DES JAHRES

SURVIVAL INTERNATIONAL / PRESSEMITTEILUNG vom 22. Dezember 2008

Die wichtigste Nachricht über indigene Völker 2008 war die Veröffentlichung von Bildern eines unkontaktierten indigenen Volkes an der brasilianisch-peruanischen Grenze, so Survival International.

Die Luftaufnahmen machten auf der ganzen Welt Schlagzeilen und führten sogar zu der irrigen Annahme, dass es sich um eine Falschmeldung handele. Sie waren veröffentlicht worden, um auf illegale Abholzungen aufmerksam zu machen, welche unkontaktierte indigene Gruppen dazu zwingen, von Peru nach Brasilien zu fliehen – wodurch sie zu den, wahrscheinlich weltweit, ersten ‚unkontaktierten Flüchtlingen’ wurden.

Andere wichtige indigene Nachrichten 2008:

• Pläne, riesige hydroelektrische Dämme zu bauen, die Dörfer der Penan in Malaysia überfluten würden, sind über das Internet aufgetaucht.

• Satellitenaufnahmen decken auf, dass das brasilianische Unternehmen Yaguarete Pora illegal in Paraguay Wald zerstört. Der Wald ist einer der abgelegensten Gebiete der Erde – und der Zufluchtsort der unkontaktierten Ayoreo-Totobiegosode Indianer.

• Das Diamantenunternehmen Gem Diamonds verfolgt weiterhin Pläne, Diamanten in der Kalahari Wüste in Botswana zu fördern, von wo die traditionellen Eigentümer des Landes, die Buschleute, vertrieben worden sind. Gem Diamonds wird von der Regierung unter der Bedingung unterstützt, dass die Buschleute von dem Unternehmen nicht mit Wasser versorgt werden. Für den Wildtierbestand darf das Wasser jedoch benutzt werden.

• Hunderte Angehörige des abgelegen lebenden Volkes der Dongria Kondh protestierten tanzend gegen das Bergbau-Unternehmen Vedanta. Dieses will auf ihrem heiligen Berg Bauxit, ein Aluminiumerz, abbauen. Die Folgen würden das Ökosystem und die Dongria zerstören. Die Dongria, ausgerüstet mit ihren traditionellen Waffen, zogen singend und tanzend durch die Hauptstadt des indischen Bundesstaates Orissa.

Survivals Direktor Stephen Corry sagte: „Für Jahrhunderte war der Umgang mit indigenen Gesellschaften ein verdeckter Genozid. Endlich beginnt die Presse davon zu berichten. Letztendlich wird dies zu der öffentlichen Entrüstung führen, die nötig ist, um diese Verbrechen zu beenden. Die Welt wacht auf, aber es ist noch ein weiter Weg bis indigene Völker nicht mehr als rückständige Primitive angesehen werden, die auf den sogenannten ‚Fortschritt’ warten, der sie früher oder später zerstören wird.“

-ENDE-

Lesen Sie diese Meldung online unter: http://www.survival-international.de/nachrichten/4057

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Raphael Göpel telefonisch unter
+49 30 722 93 108 oder per E-Mail unter info@survival-international.de

Survival International Deutschland e.V.
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str.4, 10405 Berlin
030-72293108
www.survival-international.de … Survival International ist eine weltweit aktive Nicht-Regierungs-Organisation (NRO), die sich für die Rechte von indigenen Völkern einsetzt.

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Antworten auf diese Diskussion

... vermutlich??? [:-))) Du hoffst mit wenig!!!
Wie schön, Maxim - Du bist guter Hoffnung, dass die Sonne scheinen wird, also bin ich es auch (:-))).
[... gut, gut, ich hab die Überschrift mit den "Hoffnungszeichen" weggemacht :-))]

Namas te, liebe yogapad-Freunde alle zusammen; GUTES NEUES!

Heute ist der 1. Januar 2009, und vielleicht liegt es an diesem großartigen Feiertagsdatum, dass mir klar wurde, dass dieser Diskussion irgendetwas an Erläuterung fehlt.
So denn - im Hintergrund steht die Frage, inwieweit die indigenen Völkern sich mit den modernen Welten verbinden möchten. Demnächst kommt zu dieser Kernfrage noch mehr, für diesen Moment erst mal nur einige Anmerkungen.

Ich habe es persönlich miterlebt, wie etwa einstmals Afrika-begeisterte Presseleute bei diesem Thema nur missgelaunt auf die Widerstände der Völker, sich einzugliedern, reagierten. – Das ist und war mir unverständlich, denn wie könnte man guten Gewissens empfehlen: Liebe Völker, kommt in unsere wunderbare ‚moderne’ Welt, in der gibt es ja auch ‚Unmodernes’, wir empfangen Euch mit offenen Armen?! Auch hier bei Yogapad wird jubelnd das Bekenntnis “Wir sind alle 1 Welt“ gefeiert, aber wir wissen dabei sehr wohl, dass es schwer sein würde, diese Menschen direkt in unserer Mitte, direkt in unseren Alltag integrieren zu wollen, vielleicht sogar mit beträchtlichen persönlichen Opfern von jedem von uns.

Es gab schon viel zu lesen an jämmerlichen Eingemeindungsgeschichten von Naturvölkern oder indigenen Völkern in die moderne ‚Zivilisation’, viele solcher Geschichten sind bekannt geworden von den Indianern, von den Eskimos. Das Positivste, was ich bisher dazu gelesen habe, war, dass einige der Betroffenen in letzter Zeit anfingen, ihr altes Kulturgut wiederaufzurollen – Tänze, Rituale, Rhythmen, Lieder – das hat eine ähnliche Wirkung wie die Meditation bei Yogaübenden, man wird innerlich ein bisschen heiler, man findet langsam (zurück) zu sich selbst.

Sie verloren/verlieren ihr Land, in dem es nicht selten Bodenschätze gab/gibt, auf die andere Augen begierig schau(t)en. Mit ihrem Land und seinen Reichtümern aber verloren die (letztlich) Vertriebenen ihr allergrößtes Gut, nämlich ihre Würde und ihren Stolz. Die Prozentsätze der Betroffenen, die unrettbar im Moor der Alkoholkrankheit versanken, waren erschreckend hoch, wann immer ich davon gelesen habe. Meist sitzen die interviewten Personen in diesen kahlen Neubauzimmern, so als seien sie gerade eben erst hier angekommen…, um nicht zu sagen: ausgesetzt worden inmitten dieser Betonwelt, die ihnen fremd ist. Sind sie erst einmal hier angekommen, wer interessiert sich dann überhaupt noch für sie? Aussiedeln und Vertreibung sind keine Lösungen. Zunächst aber geht es darum, diesen Mitmenschen Respekt und Liebe entgegenzubringen.

Deshalb: Wenn der Chef der SURVIVAL-Organisation jetzt sagt, es bestehe Hoffnung, dass die Stimmen der indigenen Völker in der Welt Gehör finden, weil nun auch Presseleute sich mit deren akuten Problemen auseinandersetzten, dann ist das für mich in der Tat ein Grund zur Freude.

Om Namo Narayanaya
mit lieben Grüßen
Erika-Ha

+++

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