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Hallo zusammen,

 

mich würde mal eure Meinung zu Hand On interessieren.

 

Ich habe mittlerweile drei verschiedene Ausbildungen besucht und zum Thema Hands On sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Während in einer Ausbildung darauf massiv Wert gelegt wurde, war es in anderen eher zweitrangig.

Auch habe ich nun schon gelesen, dass es Traditionen/Stilrichtungen gibt, in denen Hands On nicht / wenig stattfinden (Bikram).

Ich selbst bin auch eher ein verbaler "Anleiter". Ich achte zwar sehr auf evtl. gesundheitlich bedenkliche Fehlhaltungen (z.B. Knie und Knöchel sollen eine Linie bilden beim Krieger II usw.), leite meine Schüler aber verbal an. So korrigiere ich zum Beispiel nicht einzelne, sondern sage in der Ausführung z.B. "Achtet auf eure Kniestellung etc).

Zum einen möchte ich so ein eigenes Körpergefühl der Teilnehmer schulen und auch sicher stellen, dass sie so immer wieder hören , was in den Asanas wichtig ist, um die eigene Praxis zu Hause auch korrekt auszuführen.

Ganz selten korrigiere ich im Hund...........sonst eher kaum.

Zusätzlich kommt hinzu, dass hier im Schwabenländle mein Eindruck ist, dass die Menschen körperliche Nähe ungern haben. In mein Studio bekomme ich eigentlich 20 Matten, die Teilnehmer finden den Raum mit 12 Personen schon zu voll (die wollen hier alle einen sehr weitern Radius an Komfortzone auch um die Matte herum). Auch empfinde ich es so, dass die es angenehmer finden, wenn ich sie nicht anfasse und einige haben auch schon gesagt, dass sie deshalb gerne zu mir kommen.

Auch ist es natürlich ein Unterschied WEN ich da vor mir auf der Matte habe. Eine 74-jährige, die sich im Hund eh schon schwer tut, drücke ich nicht nach hinten  - >andere, fitte Teilnehmer, die ich schon lange kenne, werden durchaus auch mal nach hinten geschoben  - > haben aber meist durch meine verbale Anleitung eh schon verstanden, wie´s richtig geht.

Versteht mich nicht falsch  - >wenn meine Schüler so krumm stehen, dass eher schädlich ist, "schreite ich schon ein", aber sonst halte ich mich mit Hands On sehr zurück.

 

Jetzt bin ich mal gespannt,was ihr dazu sagt:-)

 

Mir kommt das gelegen - > aber was denkt ihr??? Arbeitet ihr viel mit Hands On?

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Ich liebe hands-on!!!

Es gibt zwei LehrerInnen, zu denen ich regelmäßig gehe, da ich weiß, dass ich wieder ein paar hands on bekomme, die mir helfen loszulassen und meine Asana zu vertiefen. Das ist ein wunderschönes und befreiendes Gefühl.

Ich mag es, wenn mich jemand angreift - bin also taktil - wenn er mir sympathisch ist und das hands-on gut ist.

Aber auch in meinem Unterricht gebe ich hands-on. Dort wo ich sehe, dass das verbale nicht umgesetzt werden kann oder eine Vertiefung möglich ist aber alleine nicht möglich ist. Und meine Teilnehmer sind immer dankbar und genießen es.

Für mich ist das ein ganz wesentlicher und wichtiger Bestandteil und ich möchte - weder aktiv noch passiv - darauf verzichten.

Aus Schülersicht würde ich sagen:

Wenn mir jemand Symphatisch ist habe ich nichts dagegen wenn man mich beim Korrigieren anfässt. Ist mir nur einmal passiert das ich es als unangenehm empfunden habe. War eine Junge Frau die in der Lehrstunde Assistiert hat. Das lag aber an mir und nicht an ihr. Sie war absolut korrekt!

Jetzt wo ich richtig drüber nachdenke finde ich es eigentlich ganz gut wenn man mich korrigiert. Ich denke ich sitze richtig aber erst mit einem Knie im Rücken und den Händen, die die Schultern in die richtige Position drücken, SPÜRE ich wie die richtige Position ist.

Ich denke das das Individuell verschieden ist. Vor 10 Jahren wäre ich agressiv geworden wenn mich jemand unaufgefordert angefasst hätte ....  2 Möglichkeiten: Fragen oder sich auf dein Gefühl verlassen!

 

 

Aus der Schülersicht :-)

Das Thema hatte ich auch in der letzten Yogastunde, meine Lehrerin fragte nach wie wir die Korrekturen von ihr, als auch in Partnerübungen finden.
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich ,,Hands on" echt super finde wenn der Lehrer weiß wie. Ich hatte mal eine Lehrerin die mich im BWS-Bereich (!!!) in den Hund gedrückt, ja fast schon gepresst hat, dass ich sofort die Haltung abbrechen musste, da ich echt Schmerzen hatte. Die selbe Lehrerin meinte auch, mich in den Kopfstand hochreißen zu müssen...
Wie gesagt, von einem erfahrenen und empathischen Lehrer finde ich das toll! Meine derzeitige Lehrerin macht das super, sie fragt erst ob sie korrigieren darf und deutet ganz leicht an. Sie weiß ganz genau was gut tut, ob eine kleine Berührung ausreicht oder eben ein etwas stärkerer Impuls notwendig ist. Ich finde als Lehrer muss man das irgendwie herausfinden und eben auch spüren, was dem ein oder anderen Schüler gut tut.
Die Hands on sollten auch wohl dossiert sein, also nicht zu viele. Das stört teilweise die Gruppendynamik.

Bislang kann ich sagen, dass ich durch Hands on, teilweise manche Körperpartien durch den Impuls besser wahrgenommen habe.

Soviel von mir dazu ;)

Wir haben gelernt immer zwischen die Schüler zu gehen und zu korrigieren. Es wurde als eine selbstverständliche Sache, ein selbstverständlicher Teil einer Yogastunde angesehen. So habe ich auch angefangen zu unterrichten - ohne nachzufragen - weil ich dachte - jeder erwartet die Korrekturen. Bis auf einen Tag wo ein Teilnehmer aggressiv "antwortete" und ich selbst davon erschrocken war und begriffen habe - nicht alle verstehen Yoga als eine Methode wo der Yogalehrer die Teilnehmer anfasst und korrigiert und nicht alle erwarten es.

Die Erfahrung hat mir aber gezeigt dass die meisten Teilnehmer Hands on mögen, einige kommen zum Yoga auch fast nur deswegen :), sie mögen es einfach angefasst zu werden, gedrückt, aufgerichtet und das mag ich persönlich auch. Eine Weile bin ich zu einer Yogalehrerin gegangen weil sie fast wie ein Chiropraktiker meinen Rücken/Hüfte immer in die richtige Position gebracht hat und das hat so gut getan.

Am besten ist es als Yogalehrer vor einer Yogastunde den Teilnehmer die noch nicht Yoga gemacht haben zu erklären wofür die Hand ons und Korrekturen sind und ob sie damit einverstanden sind korrigiert zu werden. Dann weiss man bescheid und muss man sich nicht schlecht fühlen, wenn einer oder andere Teilnehmer/in etwas falsch macht - dann müssen sie auch sehr gut hören können und das gehörte auch richtig umsetzen - was oft ohne Hands on - für die meisten Teilnehmer (Anfänger) schwer ist, bzw. eine kleine Korrektur kann tausende Worte ersetzen! Mit solchen Teilnehmer muss man sehr viel Geduld haben, aber meisten erkennen sie auch dass eine Korrektur nicht so schlimm ist.

Und ich glaube dass korrigieren mit der Symptathie und Charisma wenig zu tun hat - wenn das die Voraussetzung für eine Korrektur sein sollte, dann hat man Problem mit eigenem Ego. Wenn mir jemand sympathisch ist aber weiss nicht richtig zu korrigieren (das ist auch eine Kunst und schwer zu erlernen) dann nützt diese Sympathie wenig. Und wenn mir jemand unsympathisch ist - dann wähle ich diesen Kurs auch nicht!

Bei einer Yogaausbildung gab es Yogalehrer die man einfach nicht wählen konnte sondern als Team der Ausbildenden akzeptieren musste - man konnte sie im Voraus nicht kennenlernen, sondern über sie nur etwas lesen, von einigen das auch nicht - sie waren vielleicht nicht so sympathisch wie einige anderen aber konnten sehr gut korrigieren und man hat bei ihnen viel gelernt...

Hey Annika,

wie ich schon in einem anderen Post geschrieben habe, stehe ich Hands-On eher skeptisch gegenüber. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, in anderen wieder nicht. Es kann bei Schülern zu AHA-Momenten führen (Beispiel: Ich sage an "Arme parallel zum Boden", ein Schüler hält seine Arme total schief, ich korrigiere leicht und der Schüler ist völlig überrascht, da er sich sicher war, die Arme parallel zu halten). Aber in der Regel verzichte ich auf Hands-On, einerseits weil es nicht jeder mag, angefasst zu werden und andererseits, weil es einige Zeit braucht, bis Schüler die für sie neue Haltung erspürt haben. Von daher, zum richtigen Zeitpunkt und wohl dosiert angewendet, ja, ansonsten lieber nicht.

Also ich habe als Schüler auch schon ganu unterschiedliche Erfahrung gemacht. Unmöglich, wenn der Lehrer denkt, das geht schon und Dich in Haltungen drückt, dass es richtig schmerzt. Es gehört verdammt viel Wissen und Feingefühl dazu, Hands On richtig auszuführen. So muss man z.B. auch ein Gefühl dafür haben, dass man in einer Stunde nicht immer nur die selben Personen korrigiert, damit diese sich nicht benachteiligt oder schlecht fühlen. Man muss im Auge behalten, ob jemand einfach aufgrund Beschwerden so schief steht, oder einfach kein Körpergefühl hat. Auch können Geschlecht und Alter eine Rolle spielen.

Ich mache es , wenn ich korrigiere, anders als ich es in der Yoga-Lehrer-Ausbildung gelernt habe. Ich nutze die Technik, die man mir in der Fitness-Trainer-Ausbildung beibrachte: Drei-Finger-Punkierung! Du tippst oder berührst die entsprechende Stelle mit Daumen-Zeige und Mittelfinger und gibst eigentlich nur einen Impuls. Oft reicht das schon! Andere Dinge zeige ich nur (deute auf die Handfläche die sich anders drehen muss oder so). Oder ich zeige sehr deutlich an mir selbst, worauf es in der Haltun ankommt, was sich aufdrehen muss etc.

Ich tippe eher.............zum Beispiel das Knie und sage leise " weniger beugen"  oder ich mach das lustig.........wenn die Hälfte falsch rum steht, sage ich schon mal "ich meinte das andere links" und dann lachen alle und sind nicht peinlich berührt............viele haben eine links/rechts Schwäche :-)

Gestern habe ich ein tolles Kompliment bekommen. Einer meiner Schüler war nun im Yogaurlaub und hatte 4 Stunden täglich Unterricht. Die Lehrerin war wohl nicht schlecht, aber er meinte, er wäre von mir arg verwöhnt. Ihm fehlten viele Anweisungen und verbale Anleitungen und war permanent damit beschäftigt bei den anderen zu kontrollieren, ob er nun richtig steht usw. und konnte sich schlechter auf sich konzentrieren.Im direkten Vergleich wüsste er nun noch mehr zu schätzen, was er an mir hat. Fand ich echt süß:-)

Auch ist es so, dass meine Schüler gerade " mit mir wachsen". ALLE haben vorher noch nie, oder nur an der VHS Yoga gemacht und kennen null! Ich bin halt das einzige Yogastudio hier und neu. Jetzt nach fast 6 Monaten ist es unglaublch zu sehen, wie sich diese Leute entwickeln...........und da sie mich nun schon sehr gut kennen, kann ich bei den meisten nun etwas mehr korrigieren, weil sie es nicht als unangenehm empfinden. Aber: ich bin einfach auch nicht so der Hands-On Typ und finde das auch gar nicht so schlimm:-) Auch wenn meine Ausbilder jetzt mit den Rollen würden.........

 

wir bewegungspädagogen lernen zuerst verbal zu unterrichten, wenn du dieses beherrscht, siehst du 1:1 ob deine anleitungen funktionieren oder nicht. das bedingt natürlich, dass deine terminologie klar, präzis und folglich eben genau das aussagt was gemeint ist. als spiraldynamiker arbeite ich neben den begriffen, die wir in unsere unterrichtssprache verwenden zusätzlich mit affirmationen, was die tiefenempfindung einer asana erheblich steigert. über das timbre deiner stimme und den inhalt des gesagten, kannst du deine schüler geziehlt führen (oder eben auch verwirren) und sie auf eine ebene lenken wo  das hands on nur noch eine tüpfchen auf dem i bedeutet. mehr sollte es nicht sein. den primär geht es um die eigene, persönliche erfahrung in einer asana bzw. im ganzen yogaunterricht. es hat immer einen grund, warum jemand etwas (noch nicht) ausführen kann, dementsprechend sollten die haltungen mit hilfsmitteln vereinfacht/modifiziert werden um eine ganzheitliches und wohltuendes erleben einer asana möglich werden zu lassen. in meinen i-yoga ausbildungen lernen meine schüler zuerst sich verbal auszudrücken bevor sie taktil anleitungen geben. der innere dialog mit den schüler steht ganz zentral im vordergrund, es geht nicht darum eine haltung perfekt zu können, es geht um das erleben und die persönliche erfahrung darin.

 

ich mach das ohne individuelle Absprache gar nicht.

Mittlerweile ist mein Kurs ein buntes Mischmasch zwischen: "Neee lass mich das selber ausprobieren" bis "bitte immer korrigieren!"

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