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Ich habe gerade das Wikiversity (Wikipedia) Buch Glück fertig gestellt. Jetzt interessiert mich, was ihr über das Glück denkt. Seid ihr glücklich? Macht Yoga glücklich? Was sind für euch Quellen des Glücks? Ich habe 60 Jahre über das Glück nachgedacht, geforscht und bin jetzt glücklich, dass ich meinen Weg gefunden habe. 

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Ob Yoga glücklich macht, kann ich aus Erfahrung an mir selbst nicht sagen, ich bin Yoga-Anfängerin,  all die Yogaleute, die mir bislang begegneten, schienen mir jedenfalls alles andere als glücklich zu sein, jene, die mit Yoga Geld machen, waren zwar begütert, zu den glücklichen Menschen zu gehören schienen sie mir ebenso wie ihre Anhänger  nicht.

Eines weiß ich allerdings mit Sicherheit zu sagen: Ich bin ein wirklich sehr glücklicher Mensch, und das nicht nur in den guten Lebenslagen, Yoga braucht es zum Glücklichsein absolut nicht.

Je ausgiebiger ich mich mit Yoga beschäftige, umso mehr tendiere ich dazu zu denken, womöglich käme überhaupt erst das Glücklichsein und daran könne sich das Yoga knüpfen?

Ich habe gerade das Wikiversity (Wikipedia) Buch Glück fertig gestellt. Jetzt interessiert mich, was ihr über das Glück denkt. Seid ihr glücklich? Macht Yoga glücklich? Was sind für euch Quellen des Glücks? Ich habe 60 Jahre über das Glück nachgedacht, geforscht und bin jetzt glücklich, dass ich meinen Weg gefunden habe. 

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Hallo Nils,

ich bin gerade dabei Yoga anzufangen und werde wohl bald herausfinden, ob Yoga glücklich macht. 

Glück ist eine Einstellung. Habe ich glückliche Gedanken, werde ich die Welt ganz anders anschauen als wenn ich deprimiert bin und keine Lebensfreude haben. Yoga kann helfen, ausgeglichener zu werden. Die Gedanken können zur Ruhe kommen - zumindest ist das hilfreich dafür. Yoga-Asanas verhelfen zu einem besseren Körpergefühl. Wenn ich mich im Körper wohl fühle, bin ich eher glücklich. Je gelassener ich sein kann, desto einfacher ist es glücklich zu sein. Glück ist nichts, was ich festhalten kann. Hoffnung sowie Geduld und Vertrauen sind gute Begleiter für "das Glück". Glück ist nichts, was ich über das Außen definieren kann. Der eine mag genauso gut versorgt sein wie der Andere. Einer ist glücklich, der andere nicht.

Ich hatte Phasen sehr großen Glücks - und jahrelange Zeiten des gefühlten Unglücks. Yoga war immer für mich da und wenn ich es regelmäßig üben konnte hat es mir immer wieder Halt gegeben.

"Der Organismus will es (Freude, Glück, Vergnügen) nicht, weil all diese Empfindungen ihn stören. In dem Moment, in dem es eine angenehme Empfindung gibt, taucht gleichzeitig das Verlangen auf, es länger und noch länger anhalten zu lassen. Darum gibt es auch diese gewaltige Frustration. Sie wollen es für jeden möglich machen, dass er immer glücklich sein kann und dass er immer nur erfreuliche und angenehme Empfindungen hat und keine schmerzlichen. Auf lange Sicht gesehen zerstört das die Sensibilität des Körpers. Sie sind nicht wirklich in Kontakt mit dem Leben. Das Denken separiert uns vom natürlichen Zustand."

"Der Versuch, die Empfindung von Glück oder eine andere Empfindung, die genussvoll ist, länger andauern zu lassen als ihre natürliche Dauer, zerstört die Sensibilität des lebenden Organismus. Der Verstand ist nur an Sinnesfreuden interessiert. Tatsache ist, dass er aus den Sinnesfreuden entstanden ist. Er erhält seine Kontinuität durch das Feld der Sinnesfreuden aufrecht. Aber der Körper ist an keiner davon interessiert, außer um auf Stimuli zu reagieren."

U.G. Krishnamurti

Interessanter Weise macht nicht nur U.G. Krishnamurti unseren Glücksfetischismus nicht mit, sondern auch dem Taoismus ist er fremd. Ein glücklicher Zustand (yang) ohne einen unglücklichen (yin) wäre ein Ungleichgewicht, was sich nicht lange aufrechterhalten lässt. (Die Nichtglücks"lehre" des Taoismus hat Francois Jullien sehr schön in "Sein Leben nähren. Abseits von Glück" dargelegt. Aber auch bei Zhuangzi heisst es so schön: "Nicht Initiator des Glücks, nicht Einführer des Unglücks sein." ) Interessanter weise sind die Zentren, die im Westen oft mit Glück assozieiert werden, im Taoismus auch nicht so wichtig. Weder Herz noch Geist (obwohl man da nur von Herz-Geist spricht). "Den Herz-Geist leeren, den Bauch füllen", heisst es schon bei Laotse. 

Leute wie Tony Parsons, Richard Sylvester etc. hören nicht auf darauf hinzuweisen, das Erwachen kein glücklicher Zustand ist, sondern "nur" der Wegfall der Illusion, das da jemand wäre, der Zustände hat.

Glück ist also etwas, was IMHO unwichtig ist. Es kommt und geht zum Glück ;-) auch wieder.

"Worüber wir hier sprechen ist gemessen an den alten konditionierten Vorstellungen über die Erleuchtung völlig radikal. Bei der alten konditionierten Vorstellungen über die Erleuchtung wollen wir alle glauben, die Erleuchtung geschähe und dann wäre überhaupt kein Charakter mehr da - nur Glückseligkeit und vollkommene Güte. Das ist Quatsch, aus der Ignoranz des Verstandes geboren. Erwachen hat nichts mit Güte oder Glückseligkeit zu tun. Erwachen ist die Verwirklichung, das es nur Einheit gibt und die Zweiheit - auch Tony Parsons - in ihr erscheinen."

Tony Parsons

"Befreiung ist nichts persönliches und hat nichts mit psychischen, seelischen oder gar "spirituellen" Erfahrungen zu tun, so hoch man diese auch züchten mag. …
Außerdem hat Freiheit nichts mit dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Problemen oder Knackpunkten zu tun, die können weiterhin auftreten oder auch nicht.

Freiheit kommt nicht als Glückseligkeit ohne Ende. Wer darauf aus ist, möge es mit heroin, Prozac oder Lobotomie versuchen.

Was für eine Erleichterung, Freiheit setzt nichts voraus, dass du so oder so bist."

Richard Sylvester

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