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Hallo liebe KollegInnen!

Auch wenn dieses Thema klassischerweise nicht nur YogalehrerInnen betrifft, würde ich gerne von Euch wissen, wie Eure Erfahrungen als freiwillig gesetzlich krankenversicherte Selbstständige sind?!

Die Beitragsbemessens-Grundlage liegt ja derzeit bei etwas mehr als 1800 EUR, woraus sich ein Krankenkassenbeitrag von über 300 EUR ergibt.

In einer Yogazeitschrift habe ich gelesen, daß man als "Weniger-Verdiener" eine Beitragssenkung beantragen kann! Auf Nachfrage hin (vorher leider noch nicht) bestätigte mir meine Krankenkasse (TK), daß sich die Bemessungsgrundlage auf Antrag auf gut 1200 EUR senken lasse, was einem Beitrag von nur ca. 200 EUR monatlich bedeuten würde!!

Handhaben Eure Krankenkassen das genauso? Zahlt Ihr als Selbstständige YogalehrerInnen schon weniger?

Viele Grüße,

Chamundi

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Hallo Chamundi,
ich bin auch (mehr oder weniger) freiwillig krankenversichert und zahle z.Zt. bei der Barmer ca. 140,00 € im Monat. Du mußt Dich als nebenberuflich anmelden lassen, d.h. mein Mann gilt als Hauptberuflicher, auch wenn er bei einer anderen Krankenkasse ist. Diese Info habe ich selbst nur durch Mundpropaganda von einer anderen Kollegin bekommen, die Kassen sagen dies erst einmal nicht. Es ist auch so, das Du Dich selbst versichern MUSST, wenn Du mehr als 390,00€ im Monat verdienst. Also, durchschnittlich auf das ganze Jahr verteilt. Wenn Du weniger verdienst, kannst Du in der Versicherung von Deinem Mann mit unterkommen.
Ist es aber so, das Du Alleinverdienerin bist und ohne Familie im Rücken, so schlägt leider dieser hohe Prozentsatz zu und das heißt im Endeffekt, mehr Verdienen, damit Du Dir die Krankenversicherung leisten kannst. Oder......du bleibst grundsätzlich unter 400,00 im Monat.
Übrigens, auf Grund des hohen Beitrages und der schlechten Aufklärung seitens der TK habe ich die Krankenkasse gewechselt. Ich war zuvor fast 30 Jahre bei der TK. Das Vergleichen von Krankenkassen ist echt angebracht.

M f G
Gabriele Regine
Liebe Regine,

vielen Dank erst einmal für die ausführliche Rückmeldung!

Eine Frage vorweg: Arbeitest Du denn wirklich nebenberuflich oder ist das nur Einstufungssache?

Ich habe gestern auch noch mal mit jemandem bei der TK gesprochen und es ist wohl in der Tat so, daß die Mitarbeiter in Sachen Beitragssenkung/Antrag nicht von sich aus aktiv werden dürfen - man hat aber meine Beschwerde an die Geschäftsführung weitergeleitet ;-)

Leider bin ich kein "Kleinstverdiener", verdiene also deutlich mehr als 400 EUR. Für die Senkung der Bemessensgrundlage muß zudem auch das Einkommen des Partners hinzugezugen werden, auch wenn Du nur in einer wirtschaftlichen Zweckgemeinschaft lebst, was bei uns derzeit noch der Fall ist. Eine Beitragssenkung zu beantragen ist also ziemlich nutzlos, da unser durchschnittliches Einkommen (d.h. beide Einkommen geteilt durch zwei) letztendlich zu hoch ist :-(

Daß der Partner für diese Berechnung herangezogen wird, ist übrigens TK-Policy. Ich schreibe das mal so ausführlich, da bestimmt auch anderen Yogis diese Diskussion hier lesen. Andere Krankenkassen schauen nur Dein eigenes Einkommen an! Was mich wirklich auch darüber nachdenken läßt, die Kasse zu wechseln...

So weit erst einmal so gut...

Viele Grüße,

Chamundi
Hallo Chamundi,
das mit dieser Einstufung "nebenberuflich" ist tatsächlich so eine Sache.Man (die Kasse) hat es eben gemacht. Eine andere bezahlte Arbeit, außer meiner Yogatätigkeit, habe ich aber nicht und ich verdiene z.Zt. knapp über 400,00 €. Das der Partner bei der Einstufung mit herangezogen wird, lese ich so zum erstenmal. Ich bin ganz erstaunt (entsetzt), dass die TK so handelt. Bei der Barmer war das alles gar keine Frage. Hier will man lediglich bei der Anmeldung eine Gehaltsabrechnung des Mannes haben (wird vertraulich behandelt) und jedes Jahr ein Kopie der Einkommenssteuererklärung, was aber im Selbstständigenbereich o.k. so ist.

Du zahlst sicher auch in die Rentenversicherung ein, wenn Du keine Kleinverdienerin mehr bist, oder? Selbst ich muss bereits löhnen.

Also, "so weit erst einmal so gut...."

Gruß, Gabriele Regine
Liebe Chamundi!

Die gesetzlichen Krankenkassen müssen alle nach der gleichen Gesetzesgrundlage handeln. Die TK macht da keine Ausnahmen. Bitte immer den Einzelfall betrachten. Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
Mindestens ca.135 € müssen die Kassen nehmen bei freiwillig Versicherten. Das ist aber schon eine Ermäßigung.

Schönen Gruß
Michelle
Die IKK gibt ein schönes Rechenbeispiel. schau mal unter:
http://www.ikk-suedwest.de/selbststaendige/beitraege/

Ergo: alles was darunter liegt, also unter 300 € ist eine Ermäßigung, die man beantragen kann. Achtung, wenn der Ehepartner viel verdient.

Hier der Wortlaut der TK:

Als Selbstständiger werden Sie bei der TK freiwillig versichert. Die TK berechnet Ihre Krankenversicherungsbeiträge nach dem ermäßigten Beitragssatz. Als Mitglied der TK sind Sie automatisch auch pflegeversichert.

Beiträge zahlen Sie auf Ihre Einnahmen aus der Selbstständigkeit. Grundlage dafür ist Ihr steuerrechtlicher Gewinn. Haben Sie Betriebsausgaben, die den steuerrechtlichen Gewinn mindern, zieht die TK sie bei der Berechnung des Beitrags ab. Dazu gehören zum Beispiel Personalkosten oder Abschreibungen für Abnutzung oder Substanzverringerung.

Auch sonstige Einnahmen, zum Beispiel aus Kapitalvermögen, Vermietung oder Verpachtung, sind beitragspflichtig, ebenso der der von der Agentur für Arbeit gezahlte Gründungszuschuss. Auf die 300 Euro-Pauschale für die soziale Sicherung brauchen Sie allerdings keine Beiträge zahlen.

Bei den Krankenkassenbeiträgen können Sie positive Einnahmen nicht mit Verlusten aus anderen Einnahmearten ausgleichen. Es ist also nicht möglich, zum Beispiel Ihr Arbeitseinkommen durch Verluste bei der Vermietung zu vermindern. Haben Sie Einnahmen, fällt darauf auch der Beitrag an.

So berechnen wir Ihren Beitrag
Grundsätzlich berechnet die TK den Beitrag der Selbstständigen aus der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von 3.750 Euro. So hat es der Gesetzgeber festgelegt. Für Selbstständige, die monatlich weniger Einkommen haben als diese Grenze, gibt es jedoch noch eine andere Möglichkeit. Können Sie Ihre geringeren Einnahmen anhand Ihres Steuerbescheids nachweisen, berechnet die TK den Beitragssatz daraus. Mindestens erhebt sie den Beitrag jedoch auf die so genannte Mindestbemessungsgrenze. Sie beträgt im Jahr 2010 1.916,25 Euro. Für Existenzgründer gibt es zusätzlich besondere Regeln.

Bitte Steuerbescheide sofort an die TK weiterleiten
Erhalten Sie einen neuen Steuerbescheid, leiten Sie ihn bitte sofort unaufgefordert an die TK weiter. Die TK passt Ihre Beiträge dann dem Einkommen an, das in Ihrem neuen Steuerbescheid genannt wird - und zwar ab dem Monat, in dem Sie oder Ihr Steuerberater den Bescheid erhalten haben. So berücksichtigt Ihr Beitrag, wenn auch zeitversetzt, die Unterschiede in Ihrem Einkommen in verschiedenen Jahren.

Senden Sie der TK Ihren Steuerbescheid bitte immer rechtzeitig zu. Denn falls die TK einen neuen Steuerbescheid verspätet erhält, ist sie verpflichtet, bei höheren Einnahmen rückwirkend die Beiträge anzuheben. Niedrigere Einnahmen darf die TK nur für die Zukunft berücksichtigen.


Das lässt sich alles bei den Krankenkassen nachlesen. Bzw. lass dich mit einem kompetenten Berater verbinden. Der normale Sachbearbeiter weiß das nicht immer so genau. Der betreut ja die Arbeitnehmer.
Im Übrigen, finde ich 140 € nicht teuer für eine Krankenversicherung.
Mein Mann zahlt über 700 € bei der Privaten ohne Kinder!!! Ok, einige Extras sind dabei, aber keine Luxusversicherung.
Vielen Dank, Michelle!

Was ich so in Foren gelesen habe, und auch soeben z.B. von der Hanse Merkur bestätigt bekommen habe, ist, daß nicht immer die Lebenspartner bei der Berechnung herangezogen werden müssen! Wir sind noch nicht verheiratet, ich habe nichts mit den Einnahmen meines Freundes zu tun, aber gemeinsam kommen wir auf über 1900 EUR, was sehr ärgerlich ist...

Trotzdem danke für Deine Mühen!!

Gruß, Julia
Ja, Rente ist so'ne Sache - hab meine Steuerberaterin drauf angesetzt. Bislang ist noch niemand auf mich zugekommen... also pssstt.....

PS: Keine Sorge, wenn's sein muß, werde ich auch das zahlen ;-) 20% der Einnahmen ungefähr? Na dann, schon mal anfangen zu sparen... Hochzeit am besten absagen....
Es ist immer eine Verhandlungssache mit der jeweiligen Krankenkasse, allerdings ist dies immer nur eine vorläufige Bemessung, da der Beitrag in der GKV (Gesetzlichen Krankenversicherung) immer abhängig vom Einkommen ist, muss dies offengelegt werden und wenn es sich dann mal erhöht und man möchte ja auch irgendwann mal davon leben, wenn man es hauptberuflich macht, dann wird der Beitrag entsprechend erhöht, so dass sich eventuell auch für Frauen durchaus ein Wechsel in die private Krankenversicherung lohnen kann, dies ist aber nicht nur eine Frage des Beitrags, sondern auch des Systems, denn bei der privaten Krankenversicherung sind die Leistungen frei wählbar und es gibt sogar Geld zurück, wenn man gesund bleibt und keine Rechnungen einreicht, wichtig ist natürlich hier den passenden Versicherungsschutz zu finden, dies kann am besten durch die Prüfung eines unabhängigen Maklers erfolgen, der ganzheitlich berät und auch gesetzliche Kassen vermittelt.

Namasté

René Marquardt

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