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Ich finde, alle Yogalehrer sollten vegan leben. Ahimsa ist die wichtigste der Yamas. Nichtverletzen ist die höchste Pflicht. Ich finde es unmöglich, dass es Yogalehrer gibt, die sogar Fleisch essen.

Wie kann man zur Einheit ("Yoga") kommen, wenn man Tiere leiden lässt? Das gilt auch für Milch. Daher mein Pladoyer: Alle Yogalehrende, werdet vegan!

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Und was ist mit den Pflanzen? Leben sie nicht genauso wie wir, und jedes Tier?

Abgesehen davon, dass sie sich nicht äußern können...

Alle Dogmen führen doch zu überhaupt nichts (und sind auch nicht yogisch). Wenn ein Yogi oder Yogalehrer sich auf dem Weg von Ahimsa entwickelt, wird er früher oder später weniger oder gar keinen Drang mehr haben, Fleisch zu essen bzw. tierische Produkte zu konsumieren.

Andererseits ist es doch nicht sinnvoll, jemanden aufgrund seines Ernährungsverhaltens das Lehren verbieten zu wollen, oder? Vielleicht erreicht er so auch Menschen, die sonst mit Yoga eher nicht in Berührung kämen, welche sich langfristig wiederum selbst weiterentwickeln können.

 

@Silke: Ernte erstmal ein Blatt Salat und danach schlachte ein Schwein, da fühlst du einen deutlichen Unterschied - glaubst du nicht auch? Ausserdem gibt es zahlreiche andere gute, meist ökologische Gründe, die für Vegetarismus und/oder Veganismus sprechen?

 

Namasté

Oliver

 

:) Das hast du gut beschrieben. Ja Oliver, das auf jeden Fall - da ist schon ein Unterschied.

 

Aber ich finde es so mühsam, immer wieder dieses Thema von wegen: man ist nur ein guter Yogi, wenn man vegan ist.. das eine hat mit dem anderen nichts zu tun - und wie du schreibst: Dogmen führen zu nichts..

Daher wollte ich die DENKWEISE eines NICHT-VEGANERS mit einbringen.. :)

Außerdem kenne ich sooo viele "Vegetarier", die kein Fleisch essen, weil das mal lebte..  aber Fisch in Massen essen... wo ist da der Sinn?! Tier ist Tier - ob Schwein oder Forelle.

 

Ich stimme dir voll und ganz zu, dass man mit der Zeit von ganz allein immer weniger Fleisch ist - aber mich vergan ernähren... das finde ich für mich persönlich übertrieben.

 

Und ich glaube, dass ich - OBWOHL ich kein Vegetarier bin - dennoch AHIMSA in mein Leben integriere- wenn auch nicht in ALLEN Belangen..

Ich achte jedoch sehr darauf, was ich esse.. und vor allem wo es herkommt und wie die Haltungsbedingungen sind..

Und: ich bin absolut gewaltlos was das Miteinander angeht - und da schließe ich AUCH meine Wortwahl und den Umgang mit den Mitmenschen mit ein... was in meinen Augen einen ebenso großen Wert hat... oder nicht?!

 

"Außerdem kenne ich sooo viele "Vegetarier", die kein Fleisch essen, weil das mal lebte..  aber Fisch in Massen essen... wo ist da der Sinn?! Tier ist Tier - ob Schwein oder Forelle."

 

Das Phänomen habe ich tatsächlich auch noch nicht begriffen. Sich Vegetarierer schimpfen, aber Fisch ist super. Der Wortstamm von Vegetarismus ist absolut eindeutig, hat mit Fisch definitiv nix zu tun! Und der industrielle Tierkonsum hat die Fische mit am härtesten getroffen. Mit Ausnahme ganz weniger Fanggebiete und Arten, hat jeder, der Fisch isst, aktiv Anteil an der Ausrottung der Meeresbewohner. Hier ein Link zu einem super Kurzvideo, das die aktuelle Situation in den Weltmeeren sehr sachlich und anschaulich verdeutlicht: http://vimeo.com/27150005

Und hier der Link zu einer Tabelle von Greenpeace, die zeigt, welcher Fisch aus welchen Gebieten noch nicht bedroht ist: http://www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei/

 

Auch ansonsten, Silke, bin ich ganz bei dir: Vegetarismus und Veganismus macht alleine noch kein Ahimsa, da gibt es viele andere Aspekte, die ein gewaltfreies Leben mit einschliesst.

 

Liebe Grüße

Oliver

Hari bol Silke,

 

nur eine Info wegen dem Fisch-Konsum. Dieses Phänomen rührt sicher daher, dass die betreffenden Personen sich etwas näher mit den Vedas auskennen und sich an deren Aussagen zu den Bewusstseinsstufen der verschiedenen Klassen von Lebewesen orientieren. So findet man z.B. im Bhagavat-Purana (weiß leider nicht die genaue Referenz), dass Pflanzen ein höher(!) entwickeltes Bewusstsein haben als Fische. Diese Sichtweise fällt mir beim geistigen Nebeneinanderstellen beider Lebewesen zwar schwer, aber so scheinen es die Shastras zumindest zu sehen. Vor diesem Hintergrund wird dieses Verhalten nachvollziehbar.

Mir scheint allerdings, dass solche Leute in erste Linie "Vegetarier" aus intellektueller Überzeugung sind, weniger durch Feinsinnigkeit, aber immerhin. Und glauben wir diesem vedischen Statement, dann ist es aus moralischer Sicht nicht so bedenklich. Aus yogischer Perspektive vermehrt der Genuss von Fisch  allerdings sehr stark tamas, weshalb die meisten "Yogi-Vegetarier" wohl davon Abstand nehmen.

 

Hari bol

Tushta Krishna dasa

"Das ist sehr unwahrscheinlich. Wer kennt sich in Europa mit vedischem Gedankengut aus"

Stimmt, das war wohl etwas unüberlegt von mir. 

"Weil das nämlich auch höchst unwahrscheinlich ist – um es milde zu formulieren"

Ich vermute hier auch evtl. ein Übersetzungsproblem oder ein Verständnisproblem unsererseits.

"Insbesondere bei den Puranas sind Vorsicht und Skepsis angebracht."

Diese Aussage ist schlicht falsch, wenngleich sie ein weit verbreitetes Gerücht unter philosophischen Spekulanten darstellt. Ich könnte jetzt viele Argumente anführen, aber im Grunde reicht schon eines: Wenn ich die Integrität der Puranas und anderer Itiihasas in Frage stelle (und die von dir vielzitierte Bhagavat-Gita gehört ebenfalls dazu), dann stelle ich damit auch die Integrität der ursprünglichen vier Veden in Frage, denn sie haben den gleichen Autor (Vyasadev). Jedem steht es natürlich frei eine solche Herangehensweise anzunehmen. Man muss sich dabei aber im klaren sein, dass man sich dann im Bereich von spekulativem Wissen bewegt. Authoritäten wie Vyasa zu folgen ist jedenfalls ein anderer Weg.

 

Hari bol,

Tushta Krishna dasa

Lieber Ramananda,

 

bitte verzeih, wenn ich mit meinen Worten Deine Gefühle verletzt habe. Das war nicht meine Absicht. Und ich gebe Dir Recht: die Verabsolutierung (hoffe, das ist ein Deutsches Wort) meiner Stellungnahme war in diesem Rahmen ebenfalls nicht angemessen.

Dein aktueller Post verweist mich auf den Kern meines Unbehagens mit Deinem ursprünglichen Kommentar: Es geht letztlich um Glauben/Vertrauen. In dem Fall: Ich glaube an die Integrität der Puranas und du nicht. Und in dem Fall bleibt dir ja nur eine kritische, analytische Bewertung dieser Schriften. Das ist ok. Man sollte allerdings immer im Hinterkopf behalten, dass derartige Bewertungen stets vor dem Hintergrund des eigenen Glaubenssystems geschehen. Selbst wenn man alle Dinge kritisch-analytisch bewertet kann man immernoch sagen, das man an diesen Vorgang des Wissenserwerbs glaubt. In diesem Sinne beruht Dein Kommentar, die Puranas seien kritisch und mit Vorsicht zu sehen, letztlich auch auf Glauben.

Mit meinem jetztigen Post möchte ich die Diskussion nicht unnötig in die Länge ziehen sondern richtigstellen und festhalten, was ich ursprünglich (zunächst unglücklich) ausdrücken wollte:

Es gibt Leute die es anders sehen und keine intellektuell-analytische Bewertung, wie sophistiziert sie auch fundiert sein mag, stellt ein absolut-Kriterium dar.

Wahrheit wird letztlich, auf welchem Weg man sich auch befindet, nur erreicht, wenn man Vertrauen/Glauben investiert. Ich bin in einer Gesellschaft großgeworden, in der Glaube als etwas primitives verstanden wird, was mich manchmal schweren Herzens sein lässt. Mittlerweile bin ich jedoch der Ansicht, dass es für jemanden, der nach Wahrheit sucht nichts wichtigeres gibt. Die (auch mir sehr am Herzen liegende) Bhagavat-Gita sagt dazu: "For the doubting soul there is happiness neither in this world nor in the next." (4.40)

Ich könnte mir vorstellen, dass du dem oben Gesagten im wesentlichen Zustimmen kannst.

Beste Grüße & Hari bol

 

Tushta Krishna dasa

Ich sehe, dass ich Dir meinen Punkt offenbar nicht kommunizieren konnte. Einen weiteren Versuch möchte ich allerdings nicht anstellen.

 

Alles Gute weiterhin,

Tushta Krishna dasa

Hi Ram,

was hat das alles eigentlich noch mit Veganern, Vegetariern und Fisch zu tun?

 

Du bist offenbar ein kompetenter Jnana-Yogi mit profunder Kenntnis der Schriften, davor habe ich großen Respekt (und das meine ich genau so)!

 

Aber jeder hat nunmal seine eigene Realität - du die deine, ich die meine und alle anderen die ihre. Und das schöne daran: jede ist wahr, denn letztlich ist alles subjektiv. Die eine wirkliche Wahrheit gibt es nicht, zumindest nicht unter uns Sterblichen (wenn du dich von dieser Gruppe ausnimmst, mag es vielleicht anders sein).

 

"Es sind Märchen zur Erbauung und spirituellen Motivierung all jener, die den höheren Dingen der Upanishaden, dem Jnana-Kanda nicht folgen können oder wollen."

 

Glaubst du wirklich, der Jnana-Weg sei besser oder höher als der Bhakti-Weg? Ich glaube, dass es sehr arrogant ist, den einen oder anderen Yoga-Weg als einen höheren darstellen zu wollen, nur weil man selbst einen besseren Zugang dazu hat.

 

Ich glaube, dass Tushta Krishna dasa dir mit seinem Statement

"Es gibt Leute die es anders sehen und keine intellektuell-analytische Bewertung, wie sophistiziert sie auch fundiert sein mag, stellt ein absolut-Kriterium dar"

genau das versucht hat, zu vermitteln. Ich stimme ihm zu!

 

Sehne du dich nach deiner Wahrheit.

 

Und lass bitte alle anderen genug Raum, sich nach der ihren zu sehnen!

 

Nichts für ungut (wie du selbst gerne formulierst),

namasté

Oliver

Der genannte Beitrag lädt mich vor allem dazu ein kein Yoga anzufangen ! Diese Extremisten, die einem alles und jedes vorschreiben - das geht gar nicht. Gehört nicht auch Toleranz zu den wichtigen Aspekten?

 

lg Tina

"Vor dem Erreichen des Nirvana ist nicht nur alles Reden über Ahimsa sinnlos, sondern auch der Versuch, eine vollkommene Gewaltlosigkeit zu praktizieren."

 

Ist Ahimsa nicht ein Weg, den ich als Yogi beschreite - auch wenn ich es aufgrund gewisser biologischer Aspekte nie ganz werde realisieren können, nicht zu töten? Es geht hier meiner Meinung nach nicht um Vollkommenheit, sondern um die Absicht und bestmögliches Bestreben: "Yoga ist Geschick im Handeln" - auch das steht in der Bhagavad Gita.

Und wieso soll nun der Erleuchtete frei von den davon sein - solange dieser in einem menschlichen Körper auf der Erde weilt, ist er den biologischen Zwängen zu töten (z.b. Mikroorganismen) doch genau so ausgesetzt, erleuchtet oder nicht? 

 

Namasté

Oliver

Hi Ram,

danke für deine kompetenten Erläuterungen in Sachen Karma und Quintessenz der Gita - du scheinst hier ja sehr bewandert zu sein ;-)

 

Meine Frage an dich

"Ist Ahimsa nicht ein Weg, den ich als Yogi beschreite - auch wenn ich es aufgrund gewisser biologischer Aspekte nie ganz werde realisieren können, nicht zu töten? Es geht hier meiner Meinung nach nicht um Vollkommenheit, sondern um die Absicht und bestmögliches Bestreben."

sehe ich dadurch aber nicht beantwortet.

 

Wie steht es mit dir selbst in Sachen Ahimsa? Ich denke mal die wenigsten Leser hier werden zu dem Kreis der Erleuchteten gehören, sondern sind auf ihrem Übungsweg - was gibst du denen zum Thema mit: erst Erleuchtung, dann passt das mit Ahimsa schon - oder wie? 

 

Namasté

Oliver

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