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Namaste!

Immerwieder komme ich auf das Thema: Buddhismus und Yoga
Jetzt mal meine Frage, auf die ich mir eine konkrete Antworten erhoffe...!!??? Geht das denn überhaupt, kann mal als Buddhist denn den Yogaweg gehen oder muss man sich irgendwann für einen Weg entscheiden? Ich sehe es für mich persönlich nicht so kompliziert, denn ich habe eine buddh. Schule besucht und auch Yoga geübt. Gibt es denn überhaupt so etwas wie buddh.Yoga-Übungen?? Man findet ja viele Gemeinsamkeiten, doch auch wieder große Unterschiede. Buddhist kann man werden, aber Hinduist, dafür muss man ja in ein Kastensystem geboren werden...oder ?
Ja, das sind einiger meiner Gedanken, die mich zu diesem Thema beschäftigen.

Om Shanti,
Sonnige Grüße Bine

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Hallo Bine,

prinzipiell ist es denke ich unproblematisch, mit einer buddhistischen Lebensphilosophie Yoga zu üben. Wenn wir der Überlieferung vertrauen hat Buddha selbst ja Yoga praktiziert, hat lange unter Sadhus gelebt, und es ist doch sehr wahrscheinlich, dass auch dies Teil auf seinem Weg zur Befreiung war.

Um die Frage wirklich beantworten zu können, musst Du Dir aber wahrscheinlich im Klaren sein, was Du unter Buddhismus und was Du unter Yoga verstehst. Wahrscheinlich gibt es kaum Buddhisten, die es als problematisch ansehen würden, Hatha-Yoga zu betreiben. Beim klassischen Yoga nach Patanjali könnte es einem "orthodoxen" Buddhisten vielleicht eng werden, da dieser die Konzept von Selbst und Isvhara beinhaltet, die im klassischen Buddhismus nicht akzeptiert sind (im tibetischen Buddhismus sieht das noch einmal anders aus).

Letzten Endes ist verstehe ich aber die Philosophie des Buddhismus als auch die des Yoga als Landkarten, um einen erwünschten Zustand (Nirwana bzw. Kaivalya oder Mukti) zu erreichen. Diese Landkarten beschreiben durchaus etwas unterschiedliche Wege und es mag durchaus ein Vorteil sein, sich für einen Weg und die dazugehörige Landkarte zu entscheiden.

Ich glaube übrigens nicht, dass es für einen dieser Wege wichtig ist, ob man Buddhist oder Hindu "wird", ich glaube man kann nichts werden, sondern nur etwas sein. Natürlich ist es möglich "offiziell" zum Buddhismus zu konvertieren, aber für den Weg ist die innere Haltung entscheidend. Bzgl. des Hinduismus gibt es sehr divergierende Ansichten. Swami Sivananda fasst diese so zusammen:

"In a meeting of the Sanatana Dharma Sabha, Lokamanya Tilak said: “A Hindu is he who believes that the Vedas contain self-evident and axiomatic truths.”
The Hindu Maha Sabha has given another definition: “A Hindu is one who believes in a religion which has originated in India.”
“Those who burn the dead are Hindus.” This is another definition given by some.
“He who protects the cows and the Brahmins is a Hindu.” This is another definition given by some.
Some define: “A Hindu is one who regards India as his motherland and the most sacred spot on earth.”
Some others define: “He who calls and considers himself a Hindu is a Hindu.”
Some define: “He who accepts the Vedas, the Smritis, the Puranas and the Tantras as the basis of religion and of the rule of conduct, and believes in one Supreme God (Brahman), in the Law of Karma or retributive justice, and in reincarnation (Punarjanma), is a Hindu.”
“He who follows the Vedic or Sanatana-Dharma is a Hindu.” This is the definition by some.
“He who is a follower of the Vedanta is a Hindu.” This is another definition given by some others.
“He who has perfect faith in the Law of Karma, the law of reincarnation Avatara, ancestor worship, Varnashrama Dharma, Vedas and existence of God, he who practises the instructions given in the Vedas with faith and earnestness, he who does Sandhya, Sraaddha, Pitri-Tarpana and the Pancha-Maha-Yajnas, he who follows the Varnashrama Dharmas, he who worships the Avataras and studies the Vedas, is a Hindu.” This is the definition given by some highly cultured men. This is the only correct and complete definition.

(Aus Swami Sivananda: All about hinduism)

Letzten Endes geht es ja darum, die Wahrheit zu finden, und bei allem was die Theosophie an irreführendem Material geliefert hat ist ihr grundlegendes Motto "No religion is higher than truth" fraglos richtig. Die Wahrheit kannst Du aber nicht ausserhalb finden, in keiner formalen Religion.

Bei der Auseinandersetzung mit diesen Fragen gibt es sicherlich einige Bücher, die hilfreich sein können, neben den Texten von Ken Wilber (z.B. "Eine kurze Geschichte des Kosmos" oder "Eros, Kosmos, Logos" sind auch die Bücher von Jed McKenna in diesen Fragen sehr hilfreich.

Viele Grüsse,

Andreas
Namaste,
ich erinnere mich mal vor vielen Jahren einen Bericht im "Yoga aktuell" gelesen zu haben.....über Cindy Lee, die Buddhismus praktiziert und Hatha-Yoga-Lehrerin ist.........wenn es dich interessiert, suche ich den Artikel raus und mail ihn dir.......ansonsten mehr hier:

www.omyoga.com
Hi Bine,
Hinduismus und Buddhismus haben sich über die Jahrhunderte hinweg durchdrungen.
Anything goes. Was erlaubt ist, bestimmst Du, dein Geist - nicht irgendwelche äußeren "Vor"-Schriften.

Lies, studiere und meditiere ständig über die Schriften,
doch wenn das Licht einmal in deinem Inneren aufgeleuchtet ist,
lasse sie fallen wie man eine Brandfackel fallen läßt,
wenn man das Feuer entzündet hat.
Amrtanada Upanishad


"Der spirituelle Pfad ist eine behelfsmäßige Lösung, ein Placebo, das benutzt wird, bis die Leerheit begriffen worden ist."
Dzongsar Jamyang Khyentse
Hallo ihr Lieben,
komme von einem verlängerten WE zurück und freue mich über eure Antworten!! Dankeschön, ich glaube es ist wirklich wichtig, es nicht zu verbissen zu sehen. Die Bücher werde ich mir bei Gelegenheit aber doch gerne mal besorgen.
Viele Grüße,
Bine
Hallo Bine,
ein Buch, das mich sehr inspiriert hat, war: Achtsamkeitsyoga von Frank Boccio. Er versucht Yoga mit dem aus dem Buddhismus stammenden Sutra des Bewussten Atems zu verbinden. Vielleicht inspiriert es dich auch.
Liebe Grüße
Shankari

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