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Hallo liebe Menschen,

ich habe mich heute extra hier angemeldet, weil mich Eure Meinung, besser Euer Wissen interessiert. Ich praktiziere nun seit ein paar Jahren regelmäßig Yoga, je nach Lust und Laune auch Pranayama, Meditation versuche ich seit einem halbem Jahr zur täglichen Routine auszubauen, lese yogische Lehrschriften, ich habe eine qualifizierte Yoga Ausbildung abgeschlossen (Hatha Vinyasa), seitdem unterrichte ich auch gerne, interessiere mich allgemein dafür, den göttlichen Wesenskern in mir zu entdecken bzw. wenigstens zu erschnuppern,

Ich höre von vielen Seiten (Yoga Kollegen) die Verbindung, die Einheit, die Liebe zu allen Menschen, dass wir im Kern alle gleich sind. Ich gebe mir Mühe, es zu verstehen, es zu spüren, aber ich spüre nichts. Manchmal bin ich nach dem Unterrichten euphorisiert, manchmal auch nach vielen Rückbeugen... ich habe auch Probleme damit, zu verstehen, dass alle Menschen gleich seien... Wie merk ich das? Was ist los mit mir? Was mache ich falsch? Warum gelingt es mir nicht, diese Gedanken zu verstehen? Ich würde mich über ernst gemeinste Feedbacks sehr freuen. Langsam glaube ich, ich komme in eine spirituelle Krise...

Liebe Grüße

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Ich glaube nicht, daß du etwas falsch machst. Wenn du sagst, du spürst oder verstehst verschiedene Dinge nicht, ist es Ausdruck von Offenheit und Ehrlichkeit, und eine gute Ausgangsbasis, die weitere Entwicklung ermöglicht.


Man hört im Yoga viel von schönen Idealen (wie z.B. den göttlichen Wesenskern entdecken, die Einheit, die Liebe zu allen Menschen, dass wir alle gleich sind...), die wir uns gerne zueigen machen möchten, oder von spirituellen Wonne-Erlebnissen, die wir auch gerne hätten. Die Gefahr besteht, daß wir die Information über eine Sache (oder ein Konzept davon) mit der Erkenntnis oder Erfahrung dieser Sache verwechseln, oft durch Selbstsuggestion, Wunschvorstellung, angestrengtes Nachdenken oder einfach durch häufiges Wiederholen, und uns damit nur selbst etwas vormachen. Man kann spirituelle "Ergebnisse" (ebenso wie Devotion) nicht künstlich erzeugen bzw. sollte man es nicht, weil es der sichere Weg in eine Sackgasse ist.

Vielleicht verwirrt es dich, wenn andere von "ihrem" Spüren oder Erleben berichten. Ich möchte nun gar nicht darauf eingehen, ob dies deren echte oder vermeintliche Erfahrungen seien, entscheidend ist ja nur unser eigenes Erleben und Erkennen. Dazu müssen wir da beginnen, wo wir sind, nicht dort, wo wir sein möchten, der Wunsch könnte sich als Irrtum herausstellen. Mir scheint, daß du spirituelle oder subtile Erfahrungen vermißt. Durch die entsprechende Praxis, besser Sadhana, stellen sich diese möglicherweise ein, und man erlangt auch die nötige Sensitivität, um das Subtile wahrzunehmen. Dies ist u.a. der Zweck von Askese (ein unbeliebter Begriff). Je aufrichtiger und ernsthafter die Praxis, umso besser. Körperliche Praxis wirkt zwar auf allen Ebenen, aber hauptsächlich eben auf der körperlichen, grobstofflichen. Für die energetische Ebene ist Pranayama am geeignetsten. Entspannung, Mantra- und Meditationspraxis wirken auf den subtileren Ebenen. Das ist jetzt sehr kurz und vereinfacht beschrieben. Alle Ebenen haben auch Wechselwirkungen untereinander.

Spirituelles Leben bedeutet oft auch eine Krise, weil sich innen und außen etwas verändert.

@Hallo Nitya,

vielen Dank für Deine Antwort, habe darin für mich einige wichtige Denkanstöße finden können, wie z. B. dass Yoga vor allem wirklich eine Angelegenheit des Spürens, Fühlens ist und weniger eine Sache der Intelligenz bzw. Denkens, daher möchte ich mich bei meinem Yogaweg bewusst mehr dem Fühlen öffnen, ohne irgendwelche Erwartungen (hinsichtlich Erzählungen von anderen ) zu haben. Bin normalerweise ein sehr kopflastiger Mensch...

Des Weiteren ist mir auch bewusst geworden, dass ich mehr auf anderen Ebenen / Koshas praktizieren sollte, als nur überwiegend auf der Asana bzw. körperlichen Ebene. D. h. mehr Pranayama, mehr Meditation usw. 

Ich würde mich freuen, mehr von Dir zu hören, weil ich bei Deinem Gesagten den Eindruck habe, dass Du in solchen spirituellen Belangen, Erlebnissen Erfahrung hast...Namaste

Erwartungslos und vielseitig, mehrdimensional zu praktizieren ist bestimmt ein guter Ansatz. Kopflastig sein heißt das ja nicht, daß wenig/keine Gefühle vorhanden seien, sondern daß ihr Ausdruck erschwert ist. Ich weiß nicht, was du von mir hören möchtest. Da ich dich nicht kenne, möchte ich nur ein paar kleine allgemeine Hinweise geben:

Ein entspannter Zustand hilft bei allen Übungen. Yoga Nidra z.B. halte ich für eine hervorragende Übung, die nicht nur tief entspannt, sondern auch zu Pratyahara und Dharana führt und damit zur Meditation vorbereitet. Je nach Tiefe und Stufe werden alle Koshas angesprochen.

Die formelle Praxis kann nur ein Teil des Lebens sein. Die informelle Praxis, w i e wir unseren Alltag und den Umgang mit anderen Menschen gestalten, ist wesentlich.

Die größten Hindernisse erschaffen wir uns selbst (z.B. durch Anhaften an Ideen). Wenn es uns gelingt, diese aufzulösen, wird der Weg frei und wir wissen, was zu tun ist. Von Außen kommt mehr Hilfe und Unterstützung als Behinderung, wir müssen das nur wahrnehmen.

Verkrampf dich nicht so darauf. Außerdem sind wir nicht gleich aber gleichwertig. Wir sind genau so wie wir sein sollen, um unser höchstes Sein zu sein. Schon super ausgestattet. In dem Punkt sind wir gleich. Wenn wir das erkennen und erkennen dass Gott uns so ausgestattet hat, weil er das Beste aus uns rausholen möchte und jeder dafür eine andere Ausstattung braucht und wir gleichzeitig sagen, dass wir Gott lieben, dann bleibt uns nicht viel anders Gott für diese Vielfalt zu danken, denn es muss verschiedene Religionen, Hautfarben, Gesichter, Körperformen, Sprachen, Musikarten etc geben, damit jeder einzelne zur Gottheit in uns gelangen kann. Darin sind wir gleich, wir sind für unser Auge unterschiedlich aber für die Augen des Allmächtigen, der alles sieht und weiß, gleich ausgestattet und vor allem gleichwertig.

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